Leben im neuen Quartier

Spatenstich für Wohnprojekt „LaVie“

+
Gemeinsam haben GBN, Diakonie, Kirchenvorstand St. Martin, GfI, ASS Bau und das Architektenbüro Hindahl den Start des Neubaus im Nordertor mit einem Spatenstich eingeleitet.

Nienburg - Von Johanna Müller. Mitten zwischen Mehrfamilienhäusern entsteht im Nienburger Nordertor ein Quartier für ältere Menschen, die Hilfe brauchen, und jungen Erwachsene mit körperlichen und geistigen Behinderungen. „LaVie“ – das Leben – nennt die GBN dieses Projekt, das in dieser Form einzigartig in Nienburg ist.

Der Entwurf des Architektenbüros Hindahl zeigt die geplanten Neubauten. Direkt an der Verdener Landstraße sollen Wohnung für Senioren entstehen. Im hinteren Bereich (auf dem Bild rechts) wird dann die WG für junge Erwachsene gebaut.

Nachdem die Gebäude an der Verdener Landstraße und der W.-Rösler-Straße im Jahr 2015 abgerissen wurden, soll es nun mit dem Neubau vorangehen. In der vergangenen Woche haben sich Vertreter der GBN, der Diakonie-Sozialstation Nienburg, der Gesellschaft für Integration (GfI), des Kirchenvorstands St. Martin und des zuständigen Bauunternehmens ASS Bau zu einem symbolischen Spatenstich an der Baustelle getroffen. Ebenfalls dabei waren Vertreter des Architektenbüros Hindahl, das 2016 den für das Projekt ausgeschriebenen Architektenwettbewerb für sich entscheiden konnte. Die Umsetzung der Pläne startete heute. Zunächst entsteht der Rohbau für Pflege-Wohngemeinschaften und eine Tagespflegeeinrichtung für Senioren. Dieses wird nahe der Verdener Landstraße gebaut. Von dort aus gesehen im hinteren Bereich des Grundstücks entsteht dann mit etwas Abstand ein Haus, in das später die Wohngemeinschaft für junge Erwachsene mit Einschränkungen einziehen soll. 

GfI initierte Projekt

Für dieses spezielle Projekt hat sich Veronika Heß-Holscher als Geschäftsführerin der GfI eingesetzt. „Ich habe in der Zeitung gelesen, dass auf diesem Grundstück Wohn- und Betreuungskonzepte ermöglicht werden sollen und habe mich dann an die GBN gewand“, erklärt sie. So kam es dazu, dass schon bald acht junge Erwachsene in einer Wohngemeinschaft gemeinsam ihren Alltag bestreiten werden. Unterstützt werden sie dabei von Mitarbeitern der GfI, bleiben aber selbstbestimmt und eigenständig.

Bettina Zintarra freute sich beim Spatenstich-Termin sehr darüber, dass das Projekt nun Gestalt annimmt. Sie hatte sich als Mutter einer Tochter mit Handycap an die GfI gewendet und angeregt, ein solches Angebot, das es zuvor bereits in Stolzenau gab, auch in der Kreisstadt Nienburg zu schaffen. „Meine Tochter möchte gerne ausziehen, ist hier aber sozial sehr gut eingebunden“, sagt sie. Daher war es keine Option für die 27-Jährige, Nienburg zu verlassen. 

Gut gelegen

Den Standort für den Neubau findet die Familie ideal. Gleich um die Ecke gibt es Einkaufsmöglichkeiten und mit dem Bus geht es schnell in die Innenstadt. Seit etwa vier Jahren suchen die Eltern ein Zuhause für ihre geistig und körperlich eingeschränkte Tochter. „Jetzt haben wir etwas gefunden, das so ist, wie wir uns das vorstellen“, sagt Zintarra.

Durch einen Innenhof sollen die drei neuen Gebäude mit einander verbunden werden. Hier können sich die Bewohner treffen. „Wir hoffen, ein nachbarschaftliches Miteinander zu entwickeln“, sagt Heß-Holscher auch mit Blick auf die anderen Angebote.

Bewohner bleiben eigenständig

Erstmals wird es in Nienburg zwei Wohngemeinschaften für Senioren geben. Die jeweils zwölf Zimmer werden einzeln von der GBN an Einzelpersonen oder Paare vermietet. Alle Bewohner haben ein eigenes Bad und nutzen die Küche sowie das Wohnzimmer gemeinsam. Betreut werden die älteren Leute von Mitarbeitern der Diakonie. 

„Sie bleiben aber eigenständig“, betont Brigitte Geese, Geschäftsführerin der Diakonie-Sozialstation Nienburg. Nach einem Jahr können die WGler dann entscheiden, ob sie das Projekt weiter mit der Diakonie führen möchten, oder sich eine andere Einrichtung suchen. Wer in die Gemeinschaft einziehen möchte, muss bereits in einer Pflegestufe eingeteilt worden sein. Darüber wird das Angebot der Diakonie finanziert.

2020 ist alles fertiggestellt

Auch der Geschäftsführer der GBN Claus Vollmer freut sich darüber, dass nun der Bau beginnt. Die Fertigstellung der ersten zwei Gebäude ist für das zweite Quartal 2019 vorgesehen. „Im Jahr 2020 sollen dann alle drei Neubauten stehen“, sagt Vollmer und hofft, dass das Wetter diese Zeitpläne zulässt.

Sowohl für die WG mit jungen Erwachsenen als auch die Senioren-Wohngemeinschaft können sich Interessenten melden.

Das könnte Sie auch interessieren

Nienburg

Weihnachtsmarkt in Eitzendorf

Weihnachtsmarkt in Eitzendorf
Nienburg

Nikolausmarkt in Bücken

Nikolausmarkt in Bücken
Welt

Bilder der steilsten Standseilbahn der Welt

Bilder der steilsten Standseilbahn der Welt
Politik

Palästinenser weisen US-Äußerungen zu Klagemauer zurück

Palästinenser weisen US-Äußerungen zu Klagemauer zurück

Meistgelesene Artikel

Vandalismus auf Golfplatz in Rehburg

Vandalismus auf Golfplatz in Rehburg

Stadtrat Hoya: B-Pläne mehrheitlich beschlossen

Stadtrat Hoya: B-Pläne mehrheitlich beschlossen

Moonlightshopping in Nienburg

Moonlightshopping in Nienburg

Zwei Verletzte bei Frontalcrash in Eystrup

Zwei Verletzte bei Frontalcrash in Eystrup

Kommentare