Ehemalige blicken zurück

s’putnike sucht Darsteller für Kurzfilm

Auftritt s’putnike.

Nienburg - Von Kristina Stecklein. Steven Spiby war sechs Jahre lang Mitglied des Musical-Ensembles S’putnike im CJD. Eine Zeit, die ihn geprägt hat. „Für mich persönlich hat es mega viel gebracht. Selbstbewusstsein, Präsenz auf der Bühne.

Steven lacht, als er sich an die Zeit zurück, vor gut sechs Jahren, erinnert. „Weißt du noch, diese Aufwärmübungen, bei denen Frank immer das Energiekreisklatschen gemacht hat? Das mache ich heute manchmal auch noch“, sagt er grinsend. Früher fand er das „irgendwie albern“ – heute sorgt er in seinem Feuerwerk der Turnkunst-Team damit für gute Stimmung.

Ich habe mich gefunden in der Zeit“, lässt der heute 29-Jährige Revue passieren. „Du bist zu einer Persönlichkeit herangewachsen“, sagt Sven Kühtz, CJD-Öffentlichkeitsbeauftragter, zusammenfassend, Steven nickt.

Kurzfilm „Die blaue Brücke“

Ein Blick hinter den Vorhang.

Die Chance, sich auszuprobieren, in einem Team mitzuwirken und selbstbewusster zu werden haben Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 14 bis 21 Jahren – mit einem ganz neuen Projekt des CJD, angesiedelt im Jugendmigrationsdienst. Es nennt sich „Die blaue Brücke“ und ist ein Kurzfilm. Alle Jugendlichen, Flüchtlinge und Heimische, werden eingeladen, Teil des einmaligen Projekts zu werden. 

Gefördert wird es vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, WABE, Lions-Club, Cor Leonis, den Stadtwerken Nienburg sowie der KD-Bank-Stiftung. „Wir sind glücklich drüber, dass wir so viele Unterstützer haben“, betont Kühtz – ansonsten sei der Kurzfilm nämlich gar nicht zu stemmen. Sogar das Drehbuch steht bereits.

Kameramann aus Afghanistan

 Ein Problem für „eigene Ideen“ ist das aber nicht. Kühtz erklärt: „Die Flucht soll eine Rolle spielen. Schwerpunkt ist aber: Was bringt mir die Zukunft?“ Ganz nach dem Motto „Together we are strong“ (dt: Gemeinsam sind wir stark) soll eine Gemeinschaftsproduktion entstehen – auch hinter der Kamera. Für die künstlerische Leitung sind im Übrigen Frank Niemeyer („Energiekreisklatschen“) und Marion Burmeister zuständig.

Von 2008 bis 2012 spielte s’putnike das Musical „Stop“.

Eine Besonderheit: Unter den Kameramännern ist Jawid Sadegi. In Afghanistan hat er den Beruf gelernt und möchte „Die blaue Brücke“ mit seinem geschulten Auge und der nötigen Technik unterstützen.

Auch heute noch auf der Bühne unterwegs

Dass die Teilnahme an solchen Projekten auch die eigene Zukunft prägen kann, bestätigt Steven ohne jegliche Bedenkzeit. Selbst heute noch steht er sehr erfolgreich auf der Bühne, genießt den Applaus als Belohnung für die trainingsreichen Stunden. Er weiß: Das Schauspieltraining, so „doof“ er sich in mancher Situation vorgekommen sei, sorgt auch heute noch für seine herausragende Bühnenpräsenz. „Irgendwann war die Hemmschwelle weg“, betont Steven.

Hier bei einem Auftritt in Plaidt, Rheinland-Pfalz.

In den Ferien, meist Sommer- und Herbstzeit, ist die Gruppe durch Deutschland getourt. Nienburg, Hannover, Verden, Marktheidenfeld (Bayern), Wolfsburg, Stuttgart, Germersheim (Rheinland-Pfalz) – die Liste lässt sich noch deutlich erweitern. „Das Beste waren die Touren. Man hat viel von Deutschland gesehen, die Gruppe, viele Menschen. Die Auftritte waren immer Highlights“, sagt Steven.

2011 zog er einen Schlussstrich, konzentrierte sich auf den beruflichen Werdegang. Doch auch hier blieb er der freien Entfaltung treu: Steven begann eine Ausbildung zum Mediengestalter, ist heute mit seiner Werbeagentur blueprint selbstständig. Abends tanzt und turnt er in Hannover, gehört zur Feuerwerk der Turnkunst-Showcrew und tanzt im Duo „KiSt“ mit Kira Lefebre. Mit einigen Ehemaligen steht der 29-Jährige immer noch im Kontakt.

Wie mache ich mit?

Wer sein Glück vor der Kamera versuchen – vor allem aber eine Erfahrung für’s Leben machen möchte, kann am kommenden Samstag, 27. Mai, zum 1. Drehtermin kommen. Treffpunkt ist zunächst das CJD Nienburg, Zeisigweg 2, im Innenhof an der blauen Hand. Geplant sind einige Szenen in Liebenau sowie Stolzenau, aber auch an der Weserbrücke in Nienburg.

Informationen und weitere Fragen gibt beziehungsweise beantwortet Sven Kühtz unter Tel. 05021/ 971171 oder per Mail an sven.kuehtz@cjd.de.

Erfahrung - Meine Zeit als Ensemblemitglied

Für knappe drei Jahre war auch ich Teil der Musicalgruppe s’putnike. Über ein Casting, das damals in der Schule beworben wurde, kam ich zuerst in die Übungsgruppe. Anschließend folgte die Showgruppe, die mit dem damaligen Musical „Stop“ auch deutschlandweit unterwegs war. Augsburg, Stuttgart, Plaidt, Nienburg: Ich erinnere mich gerne an die Zeit mit den anderen Mitgliedern, das Schauspiel- und Tanztraining, Gesangsunterricht, Auftritte, Tourneen in den Ferien. 

Ob es mir etwas gebracht hat? Definitiv. Selbstbewusstsein, künstlerische Entfaltung, Neugierde. S’putnike – den Mitgliedern, den Menschen um das Projekt herum – habe ich auch heute noch Vieles zu verdanken. Nicht nur schöne Erinnerungen, sondern auch persönlich hat mich die Zeit in vielen Aspekten weitergebracht.

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