Große Bauchschmerzen

Stadtentwicklungsausschuss berät über Fresenhof

Nienburg - Von Max Brinkmann. Den meisten Politikern im Stadtentwicklungsausschuss ist derzeit unwohl, wenn es um den Bebauungsplan „Um den Fresenhof“ geht. Die Stadt Nienburg beabsichtigt gemeinsam mit einem Investor den Bereich der Grundstücke Leinstraße 44 bis 48 a zu revitalisieren und die Grundlagen für eine kerngebietstypische und städtebaulich angepasste Bebauung vorzubereiten und somit hochwertige Flächen für Handel, Dienstleistungen und Wohnen zu schaffen.

Der Eigentümer des Gebäudes will den Jazzkeller, der sich unter dem Fresenhof befindet, erhalten. Das sei bautechnisch jedoch nicht möglich. Außerdem sei der Brandschutz im gesamten Gebäudekomplex grenzwertig, so der Eigentümer. Fast alle Politiker hatten Bauchschmerzen bei dem Gedanken daran, den Bebauungsplan, so wie er ist, zu beschließen. Frank Podehl (WG) meinte das geplante Gebäude sei zu hoch: „Ich bin für eine Höhenbegrenzung.“

Ein weiterer Punkt sei der Jazzkeller. Torben Franz dazu: „Er ist unfassbar wertvoll für die Stadt und wichtig für die lokalen Musiker. Außerdem zieht er Leute in die Innenstadt.“ Außerdem stellte er die Frage in den Raum ob es wegen dem Lärm – vom Jazzkeller und dem angrenzenden Marion-Dönhoff-Gymnasium – klug wäre, dort Wohnungen zu schaffen: „Wollen die Menschen dort überhaupt wohnen?“ 

Museum im Schatten 

Auch Philipp Kessler (SPD) hatte bei dem aktuellen Bebauungsplan Bauchschmerzen, doch ihm war klar: „Hier muss etwas getan werden.“ Die Baulinie müsse, laut der SPD-Fraktion, jedoch dieselbe sein wie heute, denn ansonsten ginge der Blick auf das Museum und auch die gerade erst neu gepflasterte Fläche auf dem Schulhof verloren. „Das neue Gebäude würde das Museum sehr in den Schatten stellen“, bedauert Kessler.

Doch was sagt eigentlich die Denkmalschutzbehörde zu dem Vorhaben? „Wenn die Behörde sagt, wir dürfen sowieso nichts machen, dann ist die ganze Diskussion hier umsonst“, stellte Heinrich Werner (FDP) fest. Sie wird, laut der Verwaltung noch eine Stellungnahme abgeben. Auch die FDP plädierte dafür, die Baulinie so zu lassen wie sie bereits ist.

Grünen-Fraktionschef Peter Schmithüsen wollte nicht nochmal „dieselben Bauchschmerzen der anderen wiederholen“. Der Fresenhof sei prägend für die Stadt und es müsse um jedes alte Gebäude gekämpft werden. „Die Altstadt soll auch als Altstadt erhalten bleiben“, so Schmithüsen.

Bürgermeister streicht Tagesordnungspunkt 

Ihre Bauchschmerzen plagten die Politiker am Ende so sehr, dass sie den Tagesordnungspunkt vertagten – der Gebäudekomplex soll noch auf die genannten Punkte hin geprüft werden.

Der Bebauungsplan „Hannoversche Straße/Schessinghäuser Weg“ wurde übrigens von Bürgermeister Henning Onkes von der Tagesordnung gestrichen. Er wird auf das nächste Mal verschoben. Dort werden dann Experten aus dem entsprechenden Planungsbüro vor Ort sein. So kann besser auf Fragen geantwortet werden.

Rubriklistenbild: © dpa

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