Politik will Innenstadt stärken

Nienburger Rat gegen „Action“ am Stadtrand

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Das Einzelhandelskonzept der Stadt soll unter anderem für weniger Ladenleerstand in der Innenstadt sorgen.

Nienburg - Der Rat der Stadt Nienburg hat ein klares Zeichen zur Stärkung der Innenstadt als Handelsort für sogenannte „zentrenrelevante Sortimente“ gesetzt. In der Ratssitzung am vergangenen Dienstag stimmten die Ratsleute einstimmig einem neuen Bebauungsplans (B-Plans) im Nienburger Süden zu.

Anlass für die Änderung des Plans war nach Angaben der Stadtverwaltung eine Anfrage zur Ansiedlung eines Einzelhandelsbetriebes, der im Kernsortiment sowohl zentrenrelevante als auch nahversorgungsrelevante Sortimente anbietet. Nach Informationen der Tageszeitung „Die Harke“ soll es sich um eine Anfrage des niederländischen Non-Food-Discounters „Action“ gehandelt haben. Im Angebot hat die Kette etwa Dekoration, Haushaltsmittel, Körperpflege, Kleidung sowie Heimtextilien.

Der Verkauf solcher Waren in diesem Bereich der Stadt widerspricht jedoch dem Einzelhandelskonzept Nienburgs, das im Jahr 2013 erstmals vom Stadtrat aufgestellt wurde.

Nienburg: „Action“ passt nicht an Standort

In diesem Konzept werden die Kategorien nahversorgungs-, zentren- und nicht-zentrenrelevante Sortimente verschiedenen Standorten zugeordnet. Das Gebiet „Am Brink“, dass etwa die Gewerbefläche an der Minderner Landstraße umfasst, in der sich die Märkte „Hammer“ und „Tedox“ befinden, wird in dem Konzept als „Sondergebiets- und Fachmarktstandorte“ ausgewiesen.

Rechtlich habe ein solches Papier jedoch keine Bindung, erläuterte am Dienstag Bürgermeister Henning Onkes (parteilos). Eine Steuerung sollte daher über die Änderung des B-Planes erfolgen.

Dem neuen Plan stimmten die Politiker jetzt zu. Darin heißt es nun, dass der Vertrieb nahversorgungsrelevanter und zentrenrelevanter Sortimente im Geltungsbereich nicht zulässig sei. Als nahversorgungsrelevant werden etwa Nahrungs- und Genussmittel, Reformwaren, Drogerieartikel oder auch Schnittblumen und Zeitungen gelistet. Zum zentrenrelevanten Sortiment zählen Parfümerie- und Kosmetikartikel, Bekleidung, Wäsche, Haus- und Heimtextilien, Spielwaren, Glas, Porzellan, Keramik, Hausrat oder auch Elektrohaushaltsgeräte.

Nur Aktionsware erlaubt

Künftig dürfen diese Waren nur noch als Randsortimente sowie als Aktionsware auf bis zu 10 Prozent der Verkaufsfläche je Einzelhandelsbetrieb ausnahmsweise geführt werden. Maximal darf diese Aktionsfläche 250 Quadratmeter groß sein.

Für die Änderung des B-Plans ausgesprochen hat sich im Rat etwa Detlef Becker (FDP-ULN-Gruppe) ausgesprochen. Ihn beschäftige besonders der Markt, der Interesse an dem Standort nahe der Köhlerberge gezeigt hatte. „Möchten wir in einer Stadt leben, die von minderwertiger Ware geprägt ist?“, fragte der Gruppensprecher, der darauf verwies, dass es etwa mit „Jawoll“ und „Repo“ ähnliche Angebote gebe.

Klaas Warnecke (SPD) zeigte sich verwundert über die Diskussion, die besonders in dem sozialen Netzwerk Facebook um den Standort geführt wurde. „Die Leute, die gegen Innenstadt wettern und diese nicht attraktiv finden, wollen jetzt einen Markt außerhalb haben“, fasste er zusammen. Er bewertet die Änderung des Bebauungsplans für den richtigen Weg, um die Ansiedlung eines solchen Discounters zu verhindern. Ein solches Angebot würde in die Innenstadt gehören, wo es sich gut Bummeln lasse.

jom

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