Polizei und Fachfirmen informieren im Polizeimuseum

Wirksame Maßnahmen zum Schutz gegen Einbruch

+
Welchen positiven Effekt Pilzkopfverriegelungen auf den Einbruchschutz haben, zeigt Dietmar Scholz an diesem handelsüblichen Wohnhausfenster.

Nienburg - Von Maren Hustedt. „Mit meinen eigenen Augen habe ich gesehen, wie ein achtjähriger Junge mit einem Holzkeil ein Fenster aufgehebelt hat“, berichtet Dietmar Scholz. „Und dafür hat er weniger als eine Minute Zeit benötigt.“ Der Polizist im Ruhestand berät – mit weiteren Experten – im Rahmen der „Woche des Einbruchschutzes“ in den Räumen des Nienburger Polizeimuseums über wirksame Maßnahmen gegen das Eindringen Fremder in den privaten Wohnbereich und gewerblich genutzte Räumlichkeiten.

Der beobachtete „Einbruch“ durch ein Kind gehörte zwar zum Programm einer Gewerbeschau, macht aber nachhaltig deutlich, wie wichtig ein wirksamer Schutz gegen unberechtigtes Eindringen ist.

Das betonte auch der Leiter der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg und Leitende Polizeidirektor Frank Kreykenbohm im Rahmen seiner Eröffnungsrede. Er begrüßte das Engagement der zertifizierten Fachunternehmen und Institutionen und dankte der Polizeiakademie sowie weiteren mitwirkenden Akteuren für die Kooperation.

Seit 2012 gilt der letzte Sonntag im Oktober – der Tag, an dem die Uhren eine Stunde zurückgestellt werden – als „Tag des Einbruchschutzes“. Die Idee dieses Thementages ist, dass sich Hauseigentümer die eine Stunde mehr für Gedanken zum Einbruchschutz nehmen sollen, erklärte Kreykenbohm. Aufgrund ihrer Bedeutsamkeit wurde die Aktion in diesem Jahr in Nienburg zum dritten Mal auf eine „Woche des Einbruchschutzes“ verlängert.

Die Woche des Einbruchschutzes eröffnete der Leiter der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg Frank Kreykenbohm.

30 bis 40 Prozent aller jährlichen Einbrüche würden in den nächsten drei – dunklen – Monaten begangen, erklärt Kreykenbohm. „Daher ist die Woche des Einbruchschutzes nicht nur lokal, sondern auch zeitlich gut platziert.“ Bereits im vergangenen Jahr habe sich in Bezug auf die Einbruchskriminalität ein „Silberstreif am Horizont“ abgezeichnet. „Diese Tendenz kann ich erneut bestätigen“, erklärte der Leitende Polizeidirektor. Im Bereich des Wohnungseinbruchsdiebstahls könnte man für die Region einen Rückgang um 20 Prozent verzeichnen. „Wir sind der Überzeugung, dass unsere Maßnahmen wirken“, betonte er zum Abschluss.

Auch der Direktor der Polizeiakademie Carsten Rose blickte zuversichtlich in die Zukunft. Im Studium nehme der Einbruchsschutz breiten Raum ein. – vom ersten Angriff am Tatort über die Spurensicherung, bis hin zum Umgang mit dem Opfer.

Alle Anwesenden waren sich einig darüber, dass insbesondere die psychologische Belastung, die ein Einbruch in den privaten Lebensraum verursache, sehr hoch sei und zum Teil schwere Schäden anrichte. Aus diesem Grund war der „Weiße Ring“ anwesend und informierte über Opferhilfe nach Wohnungseinbruch. Zum Beispiel über die Möglichkeit für Einbruchsopfer, mithilfe des Weißen Rings eine schnelle psychologische Betreuung zu erhalten. Die anwenden Unternehmen stellten in erster Linie mechanische Einbruchsicherungen wie Pilzkopfverriegelungen, einbruchhemmende Folie und andere Vorrichtungen vor, die potenziellen Einbrechern den Zugang zum Haus deutlich erschweren. Außerdem gab es Fakten zum Thema Alarmanlagen und Kameras, die bei Bewegung im vorher definierten Raum Fotos vom Verursacher unter anderem direkt auf das Handy schicken.

Im Rahmen der Woche des Einbruchschutzes demonstriert Christian Wortmann, wie man die elektrische Alarmanlage aktiviert.

Polizeisprecher Axel Bergmann ergänzte: „Unsere Bemühungen setzen ein, bevor die Einbruchmeldeanlage Alarm schlägt.“ Aus diesem Grund seien auch die sogenannten „Weichen Faktoren“ für den Einbruchschutz bedeutsam. Zu dessen Gelingen trügen der wachsame Nachbar, der geleerte Briefkasten in der Urlaubszeit, Beleuchtung durch Bewegungsmelder und sogar der eigene Hund ihren bedeutenden Anteil bei.

Wer ein Fenster aufgekippt ließe oder das Garagentor unverschlossen, wenn er sich vom Haus entfernt, lade Einbrecher regelrecht zur Tat ein. Das umsichtige eigene Verhalten, schützende Mechanik und schützende Elektronik – diese drei Komponenten optimal kombiniert, ermöglichten einen maximal wirksamen Schutz, meinte auch Dietmar Scholz.

Bis Samstag finden Besucher in den Räumen des Polizeimuseums, Lange Straße 20, jeweils zwischen 11 Uhr bis 17 Uhr fachkundige Polizeibeamte sowie speziell zertifizierte Fachunternehmen aus dem Handwerk und der Sicherheitsbranche vor. Die Gäste können sich umfassend und fachkundig über die Möglichkeiten von Maßnahmen informieren, die Einbrechern das Leben schwer machen sollen, sowie über finanzielle Fördermöglichkeiten durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) für Maßnahmen zum effektiven Einbruchschutz.

Das könnte Sie auch interessieren

Fußball

Lewandowski und Müller führen Bayern zu Zittersieg in Piräus

Lewandowski und Müller führen Bayern zu Zittersieg in Piräus
Mehr Sport

Leverkusen in Königsklasse vor dem Aus: Atlético zu clever

Leverkusen in Königsklasse vor dem Aus: Atlético zu clever
Politik

SPD beklagt Kramp-Karrenbauers Alleingang bei Syrien-Vorstoß

SPD beklagt Kramp-Karrenbauers Alleingang bei Syrien-Vorstoß
Politik

Berlin will erstmals explodierende Mieten einfrieren

Berlin will erstmals explodierende Mieten einfrieren

Meistgelesene Artikel

Ruderverein Hoya weiht Terrasse ein und schickt drei neue Boote auf Jungfernfahrt

Ruderverein Hoya weiht Terrasse ein und schickt drei neue Boote auf Jungfernfahrt

Nein zu Kita-Schließzeiten im Sommer

Nein zu Kita-Schließzeiten im Sommer

Kreisel an Verdener Landstraße: Neue Verkehrsführung deutlich erkennbar 

Kreisel an Verdener Landstraße: Neue Verkehrsführung deutlich erkennbar 

Nienburg: Schulbus stößt mit Auto zusammen

Nienburg: Schulbus stößt mit Auto zusammen

Kommentare