Eine WIN-Situation für den Landkreis

Wirtschaftsförderung seit zehn Jahren aktiv

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Detlev Kohlmeier, Rainer Hesse und Reinhard Schmale (v.l.) schauen sich die Gründungs-Urkunde der WIN an.

Nienburg - Von Max Brinkmann.  Der aktuelle Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung in Nienburg kann noch nicht viel über die Geschichte der WIN erzählen. Kein Wunder: Rainer Hesse ist erst seit knapp vier Monaten im Amt und wohnte zuvor im Allgäu. Detlev Kohlmeier, Landrat und Aufsichtsratsvorsitzender der WIN, bezeichnete diesen Umstand beim Pressegespräch zum zehnjährigen Bestehen scherzhaft als tragisch. „Es ist gut, dass nun jemand neue Impulse setzt“, lobte er Hesse.

Die erste existierende Urkunde der WIN ist auf den 14. April 2008 datiert, doch bis es zur Gründung kam, gab es einen langen Vorlauf, wie Kohlmeier berichtet: „Alle hatten ganz unterschiedliche Vorstellungen wie die Wirtschaftsförderung im Landkreis aussehen könnte. Also haben wir viele verschiedene Muster und Modelle entworfen.“ Die regionale Sparkasse gründete eine Tochterfirma, um die Wirtschaftsförderung abzudecken und der Landkreis stellte einen Wirtschaftsförderer ein. Doch nichts wollte so richtig funktionieren.

Nach langer Konzeptionsphase wurde schließlich die WIN gegründet. Bis heute sind alle Städte und Gemeinden des Landkreises sowie Volksbank und Sparkasse Gesellschafter. Trotz der Konkurrenz hätten alle Partner stets gut zusammen gearbeitet. „Das Konzept hat sich bewährt“, zieht Kohlmeier Bilanz.

Die WIN wurde gegründet, um ein funktionierendes Netzwerk auf- und stetig weiter auszubaunen sowie potentiellen Gründern zur Seite zu stehen. Zum Erfolg hätte auch die ehemalige Geschäftsführerin Uta Kupsch – vor allem als Netzwerkerin – beigetragen.

Aber in den zehn Jahren ist nicht alles erfolgreich gewesen. Reinhard Schmale, Samtgemeindebürgermeister Uchte und Vorsitzender der Gesellschafterversammlung bei der WIN, erinnert sich an die Anfangszeit: „Es war ein schwieriger Prozess bis sich alle gefunden haben. Die Gemeinden hatten alle unterschiedliche Vorstellungen, was gefördert werden soll.“ In den ersten Jahren gab es außerdem die große Frage, ob die WIN auch neue Gewerbegebiete schaffen soll. Schlussendlich entschied man sich dagegen.

„Anfang 2012 haben wir eine große Runde mit Unternehmern einberufen“, erinnert sich Kohlmeier. „Dort kam heraus, dass es schwierig sei, Bewerber nach Nienburg zu locken. Eine Image-Kampagne für den Landkreis musste her.“ Daraus ist „Einfach lebenswert“ entstanden. Dieses Projekt sorgte dafür, dass die WIN auch in den äußersten Rändern des Landkreises bekannt wurde, so Schmale. Das lag unter anderem an dem Schmetterlings-Symbol, mit dem die Wirtschaftsförderung sogar Kindergärten besuchte. In der Zukunft soll die Kampagne aktualisiert werden.

Die jährlichen Auftritte bei der Hannover Messe gehören ebenfalls zu den erfolgreichen Projekten der WIN. So konnten auch Kontakte außerhalb des Landkreises geknüpft werden. Außerdem hat die WIN auch Kontakt zu größeren Unternehmen, versichert Kohlmeier.

Hesse, Kohlmeier und Schmale sind sich einig, dass die WIN ein Gewinn für den Landkreis ist. Derzeit befinde sich der Landkreis in einer guten wirtschaftlichen Situation. „Die Wirtschaftsförderung hat sich in wenigen Jahren gut aufgebaut“, zeigt sich Schmale stolz und Kohlmeier ergänzt: „Wenn ich zurückdenke, muss ich sagen: Gefühlt gibt es die WIN schon viel länger.“

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