Stadtwerke Nienburg planen Tankstelle

Nienburger Autohaus liefert erstes Wasserstoffauto aus

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Siegfried Heidorn (l.) und Sohn Lars setzen auf Wasserstoff. Carsten Albers (r.) freut sich über so viel Pioniergeist.

Nienburg - von Maren Hustedt. Das Nienburger Autohaus hat das erste mit Wasserstoff betriebene Auto ausgeliefert.

Zum Tanken nach Bremen oder Hannover fahren? Für den Unternehmer Siegfried Heidorn ist das eine akzeptable Vorstellung. Echter Pioniergeist ist es, der ihn motivierte, im Autohaus am Damm einen Hyundai Nexo zu bestellen – ein Brennstoffzellenauto, das mit Wasserstoff betrieben wird.

„Das ist das erste Wasserstoff-Elektro-Fahrzeug, das wir ausliefern“, berichtet Carsten Albers, Geschäftsführer des Nienburger Autohauses am Damm, im Moment der Übergabe. Und fügt hinzu: „Ich glaube sogar – das erste im Landkreis überhaupt.“

„Für mich ist Wasserstoff die Zukunft“, sagt Siegfried Heidorn voller Überzeugung. „Die Entwicklung geht weiter. Wir müssen irgendwo anfangen und nicht immer nur mit dem Finger auf andere zeigen.“

Dem Unternehmer schwebt vor, in Zukunft die gesamte Flotte seines Unternehmens „Siegfried Heidorn – Industrie- und Haustechnik“ mit Wasserstoff zu bewegen. „Am besten mit grünem Wasserstoff, der aus regenerativer Energie gewonnen wird.“

Den Begriff des „grünen Wasserstoffs“ erklärt Carsten Albers folgendermaßen: „Wasserstoff lässt sich per Elektrolyse aus H2O herstellen. Stammt der Strom aus erneuerbaren Energien, spricht man von grünem Wasserstoff. Dazu kann man zum Beispiel Windenergie nutzen oder Energie aus Photovoltaik-Anlagen.“

Um Leute, die Interesse am Thema Wasserstoff als Energieträger haben, zusammen an einen Tisch zu bringen, hatte der Unternehmer Siegfried Heidorn im August zu einem so genannten „Kleinen Wasserstoffgipfel“ geladen. Daran teilgenommen hat unter anderem der Geschäftsführer der Nienburger Stadtwerke Nienburg/Weser, Thomas Breer. Auf Nachfrage erklärt Breer: „Ja, wir planen den Bau einer Wasserstofftankstelle. Allerdings stehen wir mit dem Thema noch ganz am Anfang.“ Viele Punkte wie Standortfragen, Technik und Wirtschaftlichkeit müssten noch geklärt werden. „Aber mir ist sehr daran gelegen, dass wir eine Vorreiterrolle im Thema Wasserstoff übernehmen“, versichert Breer. Aktuell laufe eine Bauvoranfrage der Stadtwerke für die Errichtung einer Wasserstofftankstelle im Bereich des Südrings.

Das Tanken von Wasserstoff ist ein bisschen vergleichbar mit dem Betreiben eines Gasgrills, scherzt Geschäftsführer Carsten Albers.

„Das Thema Wasserstoff macht absolut Spaß“, verrät Breer. „Alles ist neu, aber eben deshalb auch sehr aufwendig und zeitintensiv.“ Breer hofft, dass zum Ende des Jahres aus der aktuellen Strategie ein konkretes Konzept geworden ist und die nächsten Schritte zur Verwirklichung der Pläne zum Bau einer Wasserstofftankstelle gemacht werden können.

Bis es soweit ist, verlässt sich Siegfried Heidorn auf die vom Hersteller Hyundai zugesagte Reichweite seines Autos von rund 750 Kilometern. Carsten Albers dazu: „Der Hyundai Nexo funktioniert wie ein Kraftwerk.“ Dabei dient der Wasserstoff als Energiespeicher für die Brennstoffzellen. Angetrieben wird der Wagen von einem 163 PS starken Elektromotor. Der bezieht seinen Strom von der Brennstoffzelle, die ihn aus der Fusion von Wasserstoff und Sauerstoff herstellt.

„Was hinten rauskommt, sind höchstens ein paar Wassertropfen“, so Albers. Somit stehe das „S“ in „SUV“ nicht mehr nur für „Sport“, sondern auch für „Sauberkeit“. „Es sind noch gewaltige Investitionen in die neue Wasserstoff-Technologie nötig. Hyundai will hier Weltmarktführer werden.“ Ziel des Autoherstellers sei, bis zum Jahr 2030 jährlich 500 000 Zellen für mit Wasserstoff betriebene Fahrzeuge zu bauen.

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