Nienburger Bauausschuss stimmt Sanierungsmaßnahme zu

Weserbrücken-Geländer: Unfallgefahr mit Bestandsschutz?

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Größter Diskussionspunkt war das Brückengeländer im Bauausschuss.

Nienburg - Von Leif Rullhusen. Als einen neuralgischen Punkt und einen der wichtigsten im Nienburger Straßennetz bezeichnete Michael Pohl, Ingenieur im Fachbereich Stadtentwicklung, die Weserbrücke zwischen Famila-Kreisel und Filmeck-Kreuzung in Nienburg.

Als einen neuralgischen Punkt und einen der wichtigsten im Nienburger Straßennetz bezeichnete Michael Pohl, Ingenieur im Fachbereich Stadtentwicklung, die Weserbrücke zwischen Famila-Kreisel und Filmeck-Kreuzung in Nienburg. Dementsprechend stark frequentiert, ist das rund 70 Jahre alte Bauwerk sanierungsbedürftig. Der entsprechende Maßnahmenbeschluss war Beratungsgegenstand des Bauausschusses am Donnerstagabend, den Pohl dem politischen Gremium vorstellte.

Grundsätzlich bot die für den Sommer geplante, 323 395 Euro teure Maßnahme wenig Anlass zu Diskussionen. Mit einer Ausnahme: Die Stadt will im Rahmen der Sanierungsarbeiten das Geländer durch ein neues ersetzen. Kostenpunkt: zwischen 30 000 und 40 000 Euro. „Das Geländer ist nur 1,15 Meter hoch und damit nicht mehr verkehrssicher. Vorgeschrieben ist bei Wegen, die auch von Radfahrern benutzt werden, mittlerweile eine Mindesthöhe von 1,3 Metern“, erklärte Pohl den Ausschusssmitgliedern. Zudem sei der Abstand zwischen den Längssprossen zu gering.

Der WG-Fraktionssprecher Frank Podehl bezweifelte die Notwendigkeit eines neuen Geländers. Das Geländer habe seiner Meinung nach Bestandsschutz. Ihm sei keine Vorschrift bekannt, nach der man es jetzt auswechseln müsse. „Es war 70 Jahre lang in Ordnung und noch nie ist ein Kind heruntergefallen“, erklärte Podehl. Nur weil 70 Jahre lang nichts passiert ist, dürfe man das Problem nicht wegschieben, entgegnete Nienburgs Chef-Stadtentwickler Michael Brede. „Das heißt ja nicht, dass nichts passieren kann.“

Sozialdemokrat Rüdiger Altmann erkundigte sich nach Alternativen. Vielleicht könne zum Beispiel ein Drahtgeflecht das Problem des zu großen Sprossenabstands lösen. Das gehe aufgrund von Denkmalschutzauflagen nicht, erklärte Pohl. „Die Optik muss erhalten bleiben.“

Die Frage, ob das Geländer ersetzt werden muss, wurde im Ausschuss nicht beantwortet. Brauchte sie aber auch nicht. Da es sich um einen sogenannten Maßnahmenbeschluss handele, müsse das Geländer noch nicht berücksichtigt werden, erklärte Brede. Auf Wunsch von Rüdiger Altmann wurde dieses Detail trotzdem explizit in den Beschlussvorschlag aufgenommen. Der beinhaltet nun, dass die Geländerausschreibung separat erfolgt und wurde bei einer Gegenstimme angenommen.

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