Ausschuss winkt Flächennutzungsplanänderung und Bebauungsplan für Baugebiet „Führse-Niederung I“ durch

Weg frei für 50 neue Eigenheime in Erichshagen

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Links vom Führser Mühlbach soll demnächst  der zweite Teil des Baugebietes "Führse-Niederung I" starten.

Nienburg - Von Leif Rullhusen. Die Wohnungssituation in Nienburg spitzt sich zu. „In vielen Situationen haben wir eine soziale Wohnungsnot“, erklärte Nienburgs Bürgermeister Henning Onkes in der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses am Donnerstagabend.

Viele, die neu bauen, würden eine Wohnung frei machen, argumentierte der Verwaltungschef für die Erschließung neuer Baugebiete in der Stadt.

Eines – der zweite Abschnitt des Baugebietes „Führse-Niederung I“ – machte in der Sitzung des politischen Gremiums einen großen Schritt durch die formalen Distanzen. Mit großer Mehrheit schlugen die Ausschussmitglieder dem Stadtrat sowohl die entsprechende Flächennutzungsplanänderung als auch den Beschluss des Bebauungsplanes vor. Zudem votierten sie für den Abschluss eines entsprechenden städtebaulichen Vertrages mit dem Investoren.

Der grün eingefärbte Teil markiert die Erweiterung des Baugebietes.

Damit ist der Weg für den Neubau von 50 Einfamilienhäusern, teilweise in verdichteter Bauweise, geebnet. Entstehen werden sie zwischen dem ersten Teil des gerade entstehenden Baugebietes „Führse-Niederung I“ und dem Führser Mühlbach auf Höhe des Freibades. Der spielte erwartungsgemäß eine große Rolle in der, der Abstimmung vorangegangenen Debatte. So wird der verbleibende naturbelassene Grünstreifen zwischen der geplanten Bebauung und dem Gewässer auf Wunsch des Investoren gegenüber des ursprünglichen Flächennutzungsplanes nahezu halbiert. Der hatte sich im Gegenzug bereit erklärt, dafür die Revitalisierung der Führse in diesem Bereich zu finanzieren. Als „nicht akzeptabel“ bezeichnete Lothar Gerner vom NABU am Donnerstagabend diesen Kompromiss. Der werde wahrscheinlich zu einer entsprechenden Verkleinerung im Norden und Süden des Baches führen. Die Renaturierung selbst sei toll. Allerdings sei die geplante Länge dieser Maßnahme von 140 Metern zu klein. „Fachleute sagen, dass dafür 500 Meter notwendig sind“, erklärte Gerner. Vergeblich: Die Verkleinerung ist Bestandteil des mit großer Mehrheit angenommenen Beschlussvorschlages.

Aufgrund der Debatte wurde der allerdings um zwei andere Punkte ergänzt. Zum einen sieht er nun vor, dass mit den Planungen für eine Fußgängerbrücke über den Führser Mühlbach schon jetzt begonnen werden soll. Die zweite Ergänzung betrifft eine, im Bebauungsplan eingezeichnete Stichstraße, die in ein eventuelles drittes, sich östlich anschließendes Baugebiet führen könnte. Da die Anwohner befürchteten, hier könne eine Durchgangsstraße entstehen, wird die betroffene öffentliche Verkehrsfläche nun im Bebauungsplan als Fußweg festgeschrieben.

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