Couragiertes Einschreiten von Zeugen bei Schlägerei

Nienburger bedrängt und schlägt zwei Mädchen

Nienburg - Am Bahnhof kam es am Montagabend, 23. April,  gegen 17.40 Uhr zu einer Schlägerei. Die sofort eingesetzten Polizeibeamten fanden einen am Boden liegenden Mann vor, der von mehreren Personen festgehalten wurde.

Aufgrund des aggressiven Verhaltens des Festgehaltenen, wurden ihm durch die Polizei Handfesseln angelegt. Nach ersten Ermittlungen hatte der Tatverdächtige kurz zuvor zwei 17 und 18-jährige Mädchen bedrängt und im weiteren Verlauf auch geschlagen, schreibt die Polizei. Mehrere junge Männer, die diesen Sachverhalt beobachtet hatten, mischten sich ein und hielten den Schläger bis zum Eintreffen der Polizei fest. Zumindest einer der Helfer wurde dabei durch Tritte und Schläge verletzt. 

Nach der Feststellung der Personalien des Verdächtigen - es handelte sich um einen 40-jährigen Mann aus Nienburg - sowie einer ersten Zeugenbefragung, erteilten die Beamten dem 40-jährigen einen Platzverweis für den Bahnhofsbereich und leiteten ein Verfahren gegen ihn ein. Die verletzten jungen Frauen sowie der verletzte Helfer suchten ärztliche Hilfe auf. 

Polizei lobt couragiertes Einschreiten

Aufgrund dieses Sachverhaltes möchte die Polizei besonders darauf hinweisen, dass das Festhalten des Täters durch die Zeugen nicht nur sehr couragiert war, sondern auch rechtlich durch das sogenannte "Jedermann-Recht" im Strafgesetzbuch erlaubt war. "Dieses bedeutet in Kurzform, dass derjenige, der Zeuge einer Straftat ist, einen Täter "auf frischer Tat" solange festhalten, bis die Polizei eingetroffen ist", erklärt Polizei-Pressesprecher Axel Bergmann. 

Gegen 18.20 Uhr lief ein weiterer Einsatz bei der Inspektion auf, in dem ein Randalierer in der Bahnhofstraße gemeldet wurde. Die erste eintreffende Funkstreifenwagenbesatzung stellte fest, dass es sich um den Täter der vorherigen Körperverletzung am Bahnhof handelte. 

Weitere Straftaten

Der bereits bekannte Nienburger hatte mittels einer Fahrradkette ein Buswartehäuschen in der Bahnhofstraße zerstört und mehrere junge Leute im Nahbereich mit der Kette bedroht. Den kurz an der Haltestelle abgestellten Motoroller eines 15-Jährigen hatte der wieder sehr aggressiv auftretende Mann umgetreten und stark beschädigt. 

Eine junge Frau musste mit Schmerzen im Unterleib in die Heliosklinik eingeliefert werden. Der Tatverdächtige wurde in Gewahrsam genommen und zur Dienststelle verbracht. Die Ermittlungen dauern an. Nach Ausnüchterung am Dienstagmorgen wurde er zu seiner Wohnung in Nienburg entlassen. Weitere Verfahren, unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung, wurden eingeleitet.

Rubriklistenbild: © picture-alliance / dpa

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