22-Jähriger zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt

Nienburger begeht drei Raubüberfälle in sechs Tagen

Justizia-Figur vor einem Stapel Akten.
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Die Taten seien ein Klassiker der Beschaffungskriminalität, hieß es in der Urteilsbegründung.

Nienburg/Verden - Eine Freiheitsstrafe in Höhe von nur viereinhalb Jahren hat das Landgericht Verden gegen einen 22 Jahre alten Angeklagten aus Nienburg verhängt. Fünfeinhalb Jahre lautete der Antrag der Staatsanwaltschaft Verden und diese fand auch die Verteidigerin angemessen. Drei Raubüberfälle innerhalb von sechs Tagen hatte der in Untersuchungshaft sitzende Mann im Juli 2020 in Schwaförden, Bruchhausen-Vilsen und Sulingen begangen.

Angeordnet wurde seine Unterbringung in einer Entziehungsanstalt. Die Taten waren „ein Klassiker der Beschaffungskriminalität“, hieß es in der Urteilsbegründung.

Schuldig gesprochen wurde der Mann der schweren räuberischen Erpressung in zwei Fällen und eines schweren Raubes. Waren und Bargeld im Gesamtwert von 1908,80 Euro hatte er bei den drei Taten erbeutet.

Am frühen Morgen des 14. Juli hatte er zunächst seinen Dealer in Schwaförden aufgesucht. Um bei diesem an Drogen zu gelangen, will er die Softairwaffe mitgenommen haben, die er dann bei den drei Taten einsetzte. Der Dealer habe nicht geöffnet. Um an Geld für Drogen zu gelangen, wollte der 22-Jährige eine Tankstelle überfallen, habe diese aber wegen eines Kunden unverrichteter Dinge wieder verlassen. Dann wählte er den Dorfmarkt aus. Es folgten der Überfall einer Esso-Tankstelle in Bruchhausen-Vilsen am 17. Juli und am 19. Juli der Überfall einer Aral-Tankstelle in Sulingen.

Laut dem Angeklagten war es eine nicht geladene CO2-Pistole, die er später in die Weser geworfen haben will. Zumindest konnte das Gericht ihm diese Angaben nicht widerlegen. Bereits am 21. Juli wurde der 22-Jährige in Minden festgenommen.

„Anfängliche Schüchternheit“ sei „herrischem Auftreten gewichen“

Die Mitarbeiterin des Dorfmarktes habe die Tat am Besten von allen drei Frauen verarbeiten können, hieß es in der Urteilsbegründung. Die anderen beiden Frauen mussten psychische Hilfe in Anspruch nehmen. Diese „schweren Folgen“ fielen beim Strafmaß ins Gewicht. Genauso wie die von Tat zu Tat „zunehmende Professionalisierung“, sagte der Vorsitzende Richter Daniel Hauschildt. Die „anfängliche Schüchternheit“ sei einem „herrischen Auftreten gewichen“.

Von allen drei Taten gab es Aufnahmen von Überwachungskameras. Zudem das umfassende Geständnis des Nienburgers. Eine psychiatrische Sachverständige bescheinigte ihm eine verminderte Schuldfähigkeit infolge einer Polytoxikomanie. Er habe unter einem solchen „Suchtdruck gestanden, dass er dem nachgeben musste. Seine Einsichtsfähigkeit sei nicht beeinträchtigt gewesen. „Auch unser Eindruck ist, dass er weiß was Recht und Unrecht ist“, sagte der Vorsitzende.

„Ohne Therapie müssten wir die größte Befürchtung haben, dass wir den Angeklagten in kurzer Zeit hier wiedersehen würden“, betonte der Vorsitzende. Bis zum Antritt der Therapie bleibt der Mann in Haft, wird dort dann seine Strafe verbüßen.

wb

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