Nienburger Freimaurerloge feiert Jahresauftakt und Beginn ihres Jubiläums

„Alte Pflichten“ auch nach fast 300 Jahren noch aktuell

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Im Nienburger Logenhaus der Freimaurer waren am Wochenende viele Gäste aus Verwaltung, Politik und Bruderschaft zusammengekommen, um den Jahresauftakt zu feiern.

Nienburg - „Angesichts der Fülle gegenwärtiger Krisen sind die Positionen der Freimaurer aktuell, wie schon lange nicht mehr“, unterstrich Dr. Mathias-Simon Schneider in seiner Festrede zum Jahresempfang der Bruderschaft. Die Traditionsveranstaltung bildete den Auftakt zum 200-jährigen Jubiläum der Nienburger Freimaurerloge „Georg zum Silbernen Einhorn“.

Rüdiger Schöne, „Meister vom Stuhl“, hieß zur Jahresauftaktveranstaltung besonders Nienburgs Bürgermeister Henning Onkes sowie den Standortältesten der Bundeswehr, Oberst Wolfgang Paulik, und Vertreter des Lions Clubs und Rotary-Clubs Nienburg willkommen. In seiner Festrede stellte Schöne die „Menschenliebe, Toleranz und Brüderlichkeit“ als „Mörtel des Tempelbaues“ heraus.

Festredner Dr. Mathias-Simon Schneider betonte anschließend, dass „die Idee der Freimaurerei sich bereits vor 200 Jahren auch in Nienburg realisiert hat“. Am 21. Juni 1815 wurde die Loge im alten Nienburger Posthof an der Georgstraße eröffnet. Somit feiert sie in diesem Jahr ihr 200-jähriges Bestehen.

Den Namen Georg hätten die Mitglieder nach dem Landesherren König Georg III., König von Hannover und in Personalunion König von Großbritannien und Irland, gewählt, blickte Schneider zurück. Das Einhorn-Siegel sei dem Wappen des Hannoverschen Königshauses entnommen worden. Die erste Freimaurergroßloge wurde 1717 in London gegründet. 1723 gaben sich die Freimaurer ihre erste Verfassung – die „Alten Pflichten“, die bis in die Gegenwart für Freimaurer bindend sind: „Die Verpflichtung des Freimaurers auf ein moralisch integres Handeln“, „Der Verzicht auf trennende religiöse und politische Festlegungen“ und „Die Praxis der Toleranz als Grundlage von Einigkeit und Freundschaft“.

Schneider verwies zudem auf zwei Persönlichkeiten, deren Namen bis heute untrennbar mit der Nienburger Geschichte verbunden sind: Bürgermeister Christoph Kotzebue und Runo Emanuel Quaet-Faslem. Letzterer war als Senator für das Bauwesen bei der Neugestaltung des Nienburger Stadtwalls tätig. Das „Quat-Faslem-Haus“ – heute ein Museum mit Logenzimmer – zählt zu seinen bekanntesten Bauten.

Bis heute sei die ethische Verpflichtung zu Humanität, Brüderlichkeit und Toleranz gelebte Praxis in der Freimaurerei: „In den Logen kommen sich die Menschen nahe“, führte Mathias-Simon Schneider aus, „ohne sich zu vereinnahmen“. Die Brüder könnten Gedanken zirkulieren lassen, ohne sich Überzeugungen aufzunötigen, berichtete er.

Die „Idee des Maßhaltens“ und die „Neuorientierung eingefahrener Lebensstile“, so Schneider, seien angesichts der globalen Umweltprobleme und des hemmungslosen Konsums der Bevölkerung zwingend erforderlich. Eine Haltung, an der sich insbesondere die Freimaurer-Anhänger orientieren.

bia

Quelle: kreiszeitung.de

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