Wirtschaftsförderung arbeitet gegen Leerstand

Nienburger Geschäftswelt im Wandel

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Das Team der Wirtschaftförderung der Stadt Nienburg: Kerstin Lüders, Heike Scharfenorth, und Barbara Schult.

Nienburg - Die Nienburger Innenstadt ist im Wandel. Die ehemalige Rossmann-Filiale an der Langen Straße steht leer, Matratzen-Concord an der Film-Eck-Kreuzung hat in dieser Woche den Laden leegeräumt und mit Chocolata oder Thurau stehen weitere Schließungen bevor.

Das verrät ein Blick auf Immobilien-Inserate. Demnach soll auch das Restaurant „China Palast“ seinen Standort an der Hannoverschen Straße verlassen. Das Bekleidungsgeschäft „Top Girl“ gibt es auch nicht mehr und beim Juwelier Brexel in der Jahnstraße läuft der Räumungsverkauf.

Eine Phase, in der besonders die Wirtschaftsförderung der Stadt Nienburg gefragt ist. Das Team um Kerstin Lüders arbeitet aktiv daran, dass die Innenstadt belebt bleibt und vermittelt gerne passende Interessenten. Die aktuellen Geschäftsaufgaben und Leerstände sind Lüders bekannt. „Ich sehe diese Entwicklung nicht kritisch. Es gründen sich auch immer wieder neue Unternehmen“, sagt Kerstin Lüders etwa mit Blick auf die Eröffnungen der Gastronomiebetriebe „Magic Waffel“, „Luxis Meat.Bar“ oder „La Bottega“. Bei letzterem war sie sogar selbst daran beteiligt, dass das Feinkostgeschäft an der Leinstraße eröffnet wurde. Auch bei der Wiederansiedlung von Subway an der Verdener Landstraße war die Wirtschaftsförderin involviert. Welchen Anteil sie an diesen Eröffnungen genau hatte, darf Lüders nicht verraten. Generell berät das Team der Wirtschaftsförderung Unternehmer in Fragen rund um eine Ansiedlung in Nienburg. Die Frauen zeigen Fördermöglichkeiten auf und verweisen an zuständige Ansprechpartner bei den Behörden. Sie beraten auch Existenzgründer.

Gerne stellen sie zudem nach Möglichkeit Kontakt zu Vermietern her oder halten Ausschau nach passenden Immobilien.

Diverse Anfragen kommen im Laufe eines Jahres bei der Wirtschaftsförderung an. Doch nicht immer gibt es passende Werbeflächen im Angebot. So ist es etwa auch beim Discounter „Action“. Dass dieser Interesse an einer Ansiedlung in Nienburg habe, wurde bekannt, als der Stadtrat eine Bebauungsplanänderung im Nienburger Süden beschlossen hat. Die Kette sollte den Wunsch gehabt haben, eine Filiale an der Mindener Landstraße zu eröffnen. Das hat der Rat unterbunden, weil dort der Verkauf zentrumsrelevanter Waren stark beschränkt ist.

Kein passender Standort für „Action“

Das „Action“-Angebot umfasst etwa Dekoration, Haushaltsmittel, Körperpflege, Kleidung sowie Heimtextilien. All das soll entsprechend dem Einzelhandelskonzept der Stadt eher in der Innenstadt angeboten werden. „Wir haben nichts dagegen, wenn ein Action-Markt nach Nienburg kommt. Wir können aber nur die Lagen anbieten, in denen dieses Angebot zugelassen ist“, erklärt Kerstin Lüders, die weiterhin Gespräche mit der niederländischen Discounter-Kette führt. Momentan gebe es in den passenden Bereichen jedoch kein Objekt, das den Standortanforderungen der Niederländer entspreche.

So besteht die Arbeit der Wirtschaftsförderung viel aus Gesprächen und Vernetzung. Die Mitarbeiterinnen bringen Unternehmen zusammen. Anders als Immobilienmakler achten sie aber auch auf die Gestaltung der Stadt. Als Beispiel nennt Lüders die Bäckerdichte an der Langen Straße. Da mit Steinecke dort kürzlich ein Bäcker geschlossen hat, würde sie an dieser Stelle keine Neuansiedlung empfehlen.

Etwas Gastronomie könne die Stadt ihrer Meinung nach aber noch vertragen. Lüders freut es , dass mit den neuen Gastronomieangeboten frischer Wind durch die Altstadt weht. „Magic Waffel, Luxi und La Bottega haben alle individuelle Konzepte, die sich auch ergänzen.“

Gut vorstellen könne sie sich auch Gastronomie an der südlichen Langen Straße. Hier hat die Nienburger Baustoffgesellschaft (NBG) mbh & Co. Grundstücks KG jetzt große Gewerbeflächen ersteigert. Der Stadtrat hatte die Wirtschaftsförderung damit beauftragt, dem Investor eine „leitbildgerechte Beratung über Sanierungsförderung und Freiflächengestaltung im öffentlichen Straßenraum“ anzubieten. Aktuell führt Kerstin Lüders Gespräche mit NBG-Geschäftsführer Joachim Henne. „Die Zusammenarbeit ist konstruktiv“, berichtet sie. Mehr verrät Lüders nicht.

Bewegung in „Mr. Q“-Räumen

In dieser Woche waren bereits Handwerker in dem Gebäude Lange Straße 12 tätig. Doch die Nienburger müssen sich noch etwas gedulden, bis sie erfahren, was in die ehemaligen Räumlichkeiten des „Mr. Q“ ziehen wird. Kerstin Lüders würde an dieser Stelle aber nicht nur auf Gastronomie setzen. Diesem Bereich würde generell ein „Ankermieter“ gut tun – also ein Frequenzbringer.

Die Entscheidung über eine Vermietung bleibt jedoch immer beim Inhaber. Hier werden der Wirtschaftsförderung Grenzen aufgezeigt. Kerstin Lüders kann sich damit arrangieren, denn sie weiß: „Genutzte Werbeflächen sind immer besser als Leerstand.“

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