Holger Glandorf: „Sobald es möglich ist, werden wir wieder öffnen“

Nienburger Kino „Filmpalast am Hafen“ seit November im Lockdown

Sandra und Holger Glandorf auf dem Kinodach
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Sandra und Holger Glandorf auf dem Kinodach. Etwa die Hälfte der Fläche wird demnächst eine Photovoltaikanlage bedecken.

Seit seiner Eröffnung war Nienburgs Kinocenter „Filmpalast am Hafen“ aufgrund der Pandemie länger geschlossen, als geöffnet. Wenn Kinos wieder öffnen dürfen, müsse das flächendeckend passieren, erklärt Kinobetreiber Holger Glandorf.

  • Nienburger Kino von Corona-Pandemie besonders hart getroffen
  • „Filmpalast am Hafen“ beteiligt sich an bundesweiter Aktion
  • Kinobetreiber Holger Glandorf rüstet im Lockdown ökologisch auf

Nienburg - von Leif Rullhusen. Unter dem Motto „Kino leuchtet. Für dich.“ schlossen sich über 300 Kinos zusammen, um auf die Sorgen der Kinobetreiber hinzuweisen. Am vergangenen Sonntagabend leuchtete auch der Nienburger „Filmpalast am Hafen“ im Rahmen der bundesweiten Aktion. Anfang November liefen dort die letzten Filme in den sieben Kinosälen.

Länger geschlossen, als geöffnet

Seit seiner Eröffnung im Dezember 2019 war Nienburgs Kinocenter aufgrund der Pandemie länger geschlossen, als geöffnet. Für Kinobetreiber Holger Glandorf ist das finanziell wie auch emotional eine große Herausforderung. Trotzdem blicken er und seine Frau Sandra voller Optimismus in die Zukunft.

Montage leistungsstarker Photovoltaikanlage startet kommende Woche

„Sobald es möglich ist, werden wir wieder öffnen“, verspricht Glandorf. Das sei frühestens in drei Wochen der Fall. Die Zeit im Lockdown hat der Kinobetreiber genutzt, um Details zu optimieren. Auch ein von Beginn an geplantes Projekt wird gegenwärtig realisiert. Der „Filmpalast am Hafen“ bekommt eine leistungsstarke Photovoltaikanlage. In der kommenden Woche soll die Montage auf dem Dach des Kinos starten. Die aus 306 Elementen bestehende Anlage leistet 84 000 Kilowatt. „Damit decken wir etwa ein Drittel unseres Strombedarfs“, erklärt Holger Glandorf. Das spart in den nächsten zwanzig Jahren 860 Tonnen CO2.“

Die Lichtgestaltung des Nienburger Kinos im Rahmen des Aktionstages übernahm der Event- und Veranstaltungstechniker Michael Suhr aus Balge.

Wohnraum für Mauersegler geschaffen

Zudem hat er Wohnraum geschaffen. Drei Nistkästen für Mauersegler warten bezugsfertig auf Brutgäste. Projektkoordinator Walter Meinders hat sie in seiner Werkstatt nach BUND-Plänen aus Paletten gefertigt, die beim Kinobau übrig geblieben waren. Vorangeschritten sind während des Lockdowns auch die Planungen für die rund 40 Quadratmeter große Terrasse vor dem Lounge-Bereich. Nach ihrer Fertigstellung können die Besucher dort bei einem Sundowner den Blick auf die Weser genießen.

Glandorf: „Nur flächendeckende Öffnung ist sinnvoll“

Wann, ist bislang unklar. Frühestens am 22. März dürfen Kinos wieder öffnen. Unter welchen Rahmenbedingungen hängt dabei von den lokalen Inzidenz-Werten ab. Für die Kinobetreiber ist genau das ein Problem. „Die Verleiher geben neue Filme erst dann heraus, wenn die Kinos flächendeckend öffnen“, erklärt Holger Glandorf. Einzelne Kinos in wenigen Regionen zu öffnen, sei deshalb unsinnig. Glandorf fragt sich zudem, warum Kinos erst so spät öffnen dürfen. Die Luft in den Kinosälen des Filmpalastes werde drei bis vier Mal in der Stunde komplett gegen Frischluft ausgetauscht. „Unter jedem Kinositz befindet sich ein Frischlufteinlass“, erklärt Glandorf.

Jens Spahn schaltete sich in Kinobau ein

Die Geduld des Kinobetreibers wurde nicht erst von der Pandemie und des damit einhergehenden Lockdowns auf eine harte Probe gestellt. Schon vor dem Bau tat dies vor allem die Bürokratie. Um das Kino am Nienburger Hafen bauen zu können, war ein komplizierter und langwieriger Grundstückstausch zwischen Stadt und dem Wasser- und Schifffahrtsamt notwendig. In den schaltete sich sogar Bundesgesundheitsminister Jens Spahn in seiner damaligen Funktion als Staatssekretär für Finanzen ein, um ihn über die Bühne zu bringen.

Als alle Hürden glücklich umschifft waren, schlug das Corona-Virus nur knappe drei Monate später zu.

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