Vertrag für Grundstückstausch ist unterzeichnet

Nienburger Kinocenter: Jetzt können die Bagger anrücken

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Geschafft: Am Dienstag unterzeichneten Michael Heinz (GDWS), Thomas Rumpf (WSA) und Nienburgs Bürgermeister Henning Onkes die Verträge. Die Bundestagsabgeordneten Maik Beermann, Katja Keul und Marja-Liisa Völlers schauen genau zu.

Nienburg - Von Leif Rullhusen. Der Vertrag ist beurkundet. Die Formalien für den Bau des neuen Nienburger Kinocenters an der Brückenstraße sind in trockenen Tüchern.

Drei Unterschriften setzten ein Ende unter die zähen, langwierigen Verhandlungen.

Am Dienstag unterzeichneten Nienburgs Bürgermeister Henning Onkes, Thomas Rumpf, Leiter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts (WSA) in Verden, sowie Michael Heinz von der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt in Bonn (GDWS) die Dokumente über den notwendigen Grundstückstausch.

Bereits im April wurden die Bäume auf dem Gelände an der Brückenstraße gefällt.

Nach dem Tausch geht das Areal automatisch in den Besitz von Investor Holger Glandorf. „Das wurde im Vorfeld bereits alles vertraglich geregelt“, verdeutlicht Onkes. Noch in dieser Woche werde Glandorf die Baugenehmigung erhalten, versichert Nienburgs Bürgermeister. „Damit sind alle Steine aus dem Weg geräumt, die wir räumen können.“ Zwischen Brückenstraße und Hafen in Nienburg soll der hochmoderne Komplex mit 7 Kinosälen für insgesamt 765 Besucher enstehen. Letzte Hürde war die Besitzkonstellation zweier Grundstücke, die nun beseitigt ist.

„Nach Erteilung der Baugenehmigung können wir zeitnah mit den Gründungsarbeiten starten“, berichtet Walter Meinders, Projektkoordinator für den Kinoneubau.

Das Areal, auf dem Glandorf jetzt sein Kino bauen wird, gehörte bis zur Vertragsunterzeichnung noch dem WSA. Das nutzte das Gelände in Wassernähe als Lagerplatz, unter anderem für seine Bojen. Im Tausch mit einem entsprechenden Wertausgleich hatte die Stadt der Behörde ein Grundstück mit direktem Wasserzugang am westlichen Weserufer neben der Getreidemühle Bohnhorst angeboten. Danach wollte die Stadt das von ihr erworbene Grundstück an Glandorf weiterverkaufen. Das ist nun vollzogen.

Ringen um Formalitäten dauerte fast ein Jahr

Die Formalien um dieses Tauschgeschäft dauerten fast ein Jahr. Es ging um viele Details. Ein entscheidendes sei die Wertermittlung der beiden unterschiedlich großen und genutzten Grundstücke gewesen, blickt Onkes zurück. Zudem musste die Stadt die Voraussetzungen schaffen, um am neuen WSA-Standort die Spundwand der benachbarten Mühle zu verlängern, damit die Behörde einen direkten Zugang zur Weser hat.

Für die Stadt Nienburg sei dieser Tausch kostenneutral, betont Onkes im Rahmen der Vertragsunterzeichnung. Sie investiere in die Herrichtung des neuen WSA-Standortes 525 000 Euro, erhalte aber für den Verkauf des Grundstückes an der Brückenstraße an Glandorf Einnahmen in etwa gleicher Höhe. 530 000 Euro zahlt dieser an die Stadt. Außerdem verpflichte sich der Investor, die öffentliche Verkehrsfläche vor dem neuen Kino sowie dem WSA-Grundstück neu herzustellen. Unter dem Strich besitzt die Stadt nun allerdings ein Grundstück weniger.

"Es war ein steiniger Weg"

„Mit dem Kinoneubau wird der westliche Eingangsbereich Nienburgs aufgewertet“, freut sich sich Onkes. Es sei zugleich eine große Chance auf eine weitere Entwicklung dieses Bereiches. Michael Heinz bezeichnet den Grundstückstauch als eine Win-Win-Situation. Auf dem Weg dorthin hätte es zwar einige knifflige Situationen gegeben, die Stadt Nienburg hätte aber immer offen und fair verhandelt. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Maik Beermann, der sich intensiv auf Bundesebene für den Grundstückstausch eingesetzt hatte, kritisierte die lange Verhandlungsdauer von annähernd einem Jahr. „Es war ein steiniger Weg. Wir müssen als Politiker solche Prozesse beschleunigen“, mahnte er. Sonst könne es passieren, dass ein Investor abspringe.

Ein gutes Jahr Bauzeit hat Holger Glandorf einkalkuliert. Sollte es nun keine weiteren Verzögerungen geben, könnte das Kino also im kommenden Spätsommer von der Filmeckkreuzung an die Brückenstraße umziehen. Für den derzeitigen Filmeck-Standort gibt es übrigens bereits Interessenten geben. Einer soll die Polizeiakademie sein, die in den kommenden Jahr großen Raumbedarf hat.

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