Lkw transportieren 6000 Tonnen im Jahr/Kosten für Entsorgung steigen massiv

Nienburger Klärschlamm trocknet in Thüringen

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In Nienburgs Kläranlage enstehen Jahr für Jahr rund 6000 Tonnen Klärschlamm.

Nienburg - von Leif Rullhusen. Nienburgs Klärschlamm fährt weite Strecken. Er trocknet seit Kurzem in Thüringen und Südniedersachsen.

Rund 6000 Tonnen transportieren Lkw im Jahr über mehrere hundert Kilometer in dortige Kompostieranlagen. Das entspricht einer Anzahl von rund 300 Lastzügen, die Autobahnen und Umwelt belasten.

Grund für den Klärschlammexport ist die im vergangenen Jahr in Kraft getretene Neufassung der Düngeverordnung. Die schränkt die Mengen, die Landwirte an Dünger, wie Gülle und Klärschlamm auf ihre Agrarflächen aufbringen dürfen, stark ein. Und auf Ackerflächen in diesem Landkreis landete der entwässerte Klärschlamm aus Nienburg bis dahin ausschließlich. „Jetzt verbrauchen die Landwirte erst einmal ihre eigenen Mengen“, berichtete Henning Lackmann, Leiter des Fachbereichs „Technische Betriebe“, im Rahmen der Sitzung des Nienburger Bauausschusses am Donnerstag.

Lackmann stellte dort die aktuelle Gebührenvorauskalkulation für die Abwasserbeseitigung der Stadt vor. Augenfällig dabei war der sprunghafte Kostenanstieg für die Entsorgung des Klärschlamms. Im Jahr 2015 lag dieser Posten bei rund 300 000 Euro, in diesem Jahr werden es etwa 500 000 Euro sein. Damit macht die Beseitigung des Schlamms ein Drittel der gesamten Kosten für den Betrieb der Kläranlage aus.

Mit dem derzeitigen Entsorgungsunternehmen habe die Stadt noch einen Vertrag bis 2019. „Danach müssen wir neu ausschreiben und die Kosten für die Verwertung des Klärschlamms können weiter steigen“, erklärt Lackmann. Es gebe jetzt bereits einen ziemlich dramatischen Klärschlamm-Entsorgungsnotstand. Kommunen, die aktuell die Verwertung ihres Klärschlamms ausgeschrieben haben, hätten teilweise kein einziges Angebot erhalten.

Neben der Kompostierung werde Klärschlamm auch verbrannt. Die Verbrennungskapazitäten würden ebenfalls nicht ausreichen, verdeutlichte Lackmann dem Bauausschuss. Derzeit gebe es auf Landesebene Gespräche für eine mehrjährige Zwischenlagerung sowie Überlegungen zum Bau einer zentralen Verbrennungsanlage. „Bis zur Umsetzung dieser Pläne werden die Bedingungen auf dem Markt schwieriger“, macht der Fachbereichsleiter klar.

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