Von „Star Wars“ bis Shakespeare

Nienburger Kulturloge ermöglicht bedürftigen Menschen Theater-, Konzert- und Kinobesuche

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Die treibenden Kräfte der Kulturloge: Uta von Sohl und Christian Göllner engagieren sich ehrenamtlich für Menschen, die sich den Besuch kultureller Veranstaltungen finanziell nicht leisten können.

Nienburg - von Leif Rullhusen. Theater, Kino, Konzerte und Museen: Das kulturelle Angebot im Landkreis Nienburg ist umfangreich. Allerdings können es sich längst nicht alle Menschen leisten.

Ihnen hilft die Kulturloge Mittelweser, eine Initiative der Lions-Clubs Nienburg, Hoya und Stolzenau.

„Vielen Menschen fehlen die finanziellen Mittel, um an kulturellen Veranstaltungen teilzunehmen“, berichtet der Nienburger Unternehmer und Lions-Mitglied Christian Göllner. Gemeinsam mit Uta von Sohl gründete er vor acht Jahren die Kulturloge Mittelweser, um bedürftigen Personen Theater-, Kino-, Konzert und Museumsbesuche landkreisweit zu ermöglichen. Zwölf Kulturträger beteiligen sich derzeit an dem sozialen Engagement. Im gesamten Landkreis gibt es Kulturschaffende, die Tickets für Veranstaltungen zur Verfügung stellen – meist Restkarten, manchmal aber auch welche aus dem normalen Kontingent, wenn die Veranstaltung ausverkauft ist. Ganz frisch dabei seit Mitte Januar ist der Filmhof in Hoya.

"Wir garantieren absolute Anonymität"

An rund 100 Gäste vermitteln Christian Göllner und Uta von Sohl zum Beispiel Freikarten oder frei gebliebene Theaterplätze. „Selbstverständlich garantieren wir absolute Anonymität“, versichert Uta von Sohl. Gerade in Nienburg sei die Hemmschwelle sehr hoch, weil jeder jeden kenne. „Die Gästeliste liegt bei mir sicher unter Verschluss.“ Auch muss kein Gast Angst haben, beispielsweise beim Betreten des Theaters als bedürftig „geoutet“ zu werden. Die Namen der Besucher stehen vollkommen neutral auf einer Gästeliste.

Die Gäste der Kulturloge müssen ihre finanzielle Bedürftigkeit von einem der insgesamt 28 beteiligten Sozialpartnern bestätigen lassen. Gäste können Menschen aus dem Landkreis mit einem geringen Einkommen werden, die zum Beispiel Sozialhilfe, Arbeitslosengeld II, Wohngeld oder Grundsicherung bekommen. Diese können dann ihre Interessen und Wünsche der Kulturloge mitteilen, die die angebotenen Kulturveranstaltungen den Interessen zuordnet. Die sind breit gefächert und reichen von Hollywood-Krachern, wie „Star Wars“, bis hin zu anspruchsvollem Theater, wie „Tristan und Isolde“ oder Shakespeare-Aufführungen. 

Fehlende Mobilität der Bedürftigen ist ein Problem

Eigentlich ganz einfach und dennoch gibt es ein großes Problem. „Die fehlende Mobilität der bedürftigen Menschen“, erklärt Uta von Sohl. Jemand aus Nienburg, der am Abend eine Veranstaltung in Rehburg besuchen möchte, komme im Anschluss mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht zurück. „Ein Shuttle-Bus oder Freiwillige, die Fahrdienste übernehmen, wären eine große Hilfe.“ Mangelnde Mobilität war bei einem einzigartigen, gemeinsamen Besuch der „Bingo-Show“ von Gästen der Kulturloge vor gut vier Jahren nach Hannover kein Problem. Uta von Sohl hatte gemeinsam mit den Lions-Mitgliedern Bernd Bargemann und Christian Göllner die Kulturloge im Radio in der NDR-Plattenkiste vorgestellt.

Bingo-Show war ein einmaliges Erlebnis

Begeistert von der Idee spendete Plattenkisten-Moderator Michael Thürnau noch in der Live-Sendung spontan 20 Karten für seine „Bingo Show“. „Für die Fahrt nach Hannover konnten wir noch einen regionalen Busunternehmer gewinnen“, erinnert sich Uta von Sohl. „Es war ein einmaliges Erlebnis!“

Wer Kontakt mit der Kulturloge aufnehmen möchte, erreicht Uta von Sohl jeden ersten Donnerstag im Monat von 16 bis 18 Uhr im Nienburger Stadtkontor. Zudem ist sie unter Tel. 05021/9218036, mobil unter 0151/50626297 sowie per E-Mail unter info@kulturloge-mittelweser.de zu erreichen. Weitere Informationen finden Interessierte zudem online unter www.kulturloge-mittelweser.de.

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