Liebeserklärung an das Leben

Nienburger Kulturwerk zeigt einen Film über Krebs als Familienkrankheit

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Vertreter von Kulturwerk, Dasein-Hospiz, Krebsnachsorge und Palliativstützpunkt präsentieren das kommunale Kino am 16 April.

Nienburg - Von Max Brinkmann. Christane ist Mitte 40, als bei ihr zum ersten Mal Brustkrebs diagnostiziert wird. Nach überstandener Chemotherapie und Rückkehr in Beruf und Leben erkrankt sie zwei Jahre später erneut. Nach einem Krampfanfall im Beisein ihrer ältesten Tochter werden später im Krankenhaus sieben Gehirntumore und drei Tumore in der Lunge festgestellt. Die Kamera begleitet Christiane in ihrem letzten Lebensjahr.

Der so entstandene Film „Was uns zusammenhält“ wird am Montag, 16. April, um 20 Uhr im kommunalen Kino des Nienburger Kulturwerks gezeigt. Die Dokumentation ist 2016 im Rahmen des Medienprojekt Wuppertal gedreht worden. Die Vorführung in Nienburg entstand aus einer Kooperation des Dasein-Hospizes, der Krebsnachsorge, des Pallitativstützpunktes und des Kulturwerks.

Die Zeit nach dem Krampfanfall ist für Christianes Töchter Janina (23) und Catharina (20) sowie Freunde und auch für sie selbst eine hohe Belastung, da sie auf Hilfe im Alltag angewiesen ist. Nach einigen Therapien erholt sie sich etwas.

Ganz nah dran

Der Kampf gegen Krebs ist für Christiane auch ein Kampf um den Zusammenhalt ihrer Familie. Seit der Trennung vom Ehemann hat sie als alleinerziehende Mutter für ihre zwei Töchter gesorgt – die jüngste zog aufgrund von Spannungen in der Familie schon mit 16 Jahren von zuhause aus. Die Erkrankung lässt alle wieder näher zusammenrücken, aber die Konflikte bleiben.

In Gesprächen mit ihrer Freundin Dagmar spricht Christiane offen über den Abschied, die Beerdigung und die Auseinandersetzung mit dem Tod. In Interviews berichten die Töchter von ihrem Umgang mit der Erkrankung, von der Pflege und Fürsorge.

Die Antwort ist individuell

Mit der Erzählung von Christianes Geschichte will der Film Verständnis schaffen für unterschiedliche Umgehensweisen mit einer tödlichen Krebserfahrung innerhalb von Familien. Die Veranstalter sind sich sicher „Es gibt für jeden eine individuelle Antwort auf die Frage des Films: ,Was hält uns zusammen‘“. „Man sieht wie die Leute mit sich selbst arbeiten, nachdem sie aus der Vorstellung kommen. Es wird fast nie miteinander diskutiert, weil die Themen die Gäste sehr betroffen machen“, berichtet Olga Suin de Boutemard, Geschäftsführerin des Kulturwerks von den vorausgegangenen Filmvorstellungen der Kooperation. „Die Diskussion findet meist entweder zuhause oder im eigenen Kopf statt“, ergänzt Ilona Romaus, Koordinatorin vom Dasein-Hospiz.

Es ist bereits die zwölfte Kooperation dieser Art. Seit 2014 gibt es immer wieder gemeinsame Veranstaltungen vom Dasein-Hospiz, Palliativstützpunkt und dem Kulturwerk. Durch das passende Thema konnte dieses Mal zusätzlich die Krebsnachsorge als Partner gewonnen werden.

„Bei den letzten Veranstaltungen hat sich gezeigt, dass die Beteiligung bei Dokumentationen höher ist als bei Spielfilmen“, sagt Romaus. „Vermutlich weil es dort um die Schicksale echter Personen geht und nicht um die von Figuren“.

Infos und Kartenbestellungen für das kommunale Kino gibt es im Nienburger Kulturwerk (Mindener Landstraße 20), unter Tel. 05021/922580, per E-Mail an info@nienburger-kulturwerk.de oder unter www.nienburger-kulturwerk.de

Kommunales Kino

Folgende Filme werden im ersten Halbjahr 2018 im kommunalen Kino noch gezeigt: 

16. April: Was uns zusammenhält 

23. April: Kredi – Von Katzen und Menschen 

7. Mai: Mustang 

14. Mai: Rückkehr nach Montauk

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