Drei Wochen in der zweiten Welle

Nienburger Marcus Beiner hat seinen Debüt-Roman veröffentlicht

Bislang hat Marcus Beiner nur wissenschaftliche Texte verfasst. Jetzt wagte der Nienburger sich an seinen ersten Roman. 
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Bislang hat Marcus Beiner nur wissenschaftliche Texte verfasst. Jetzt wagte der Nienburger sich an seinen ersten Roman. 

Nienburg - Leif Rullhusen. Der Nienburger Marcus Beiner hat seinen Debüt-Roman veröffentlicht. Das Thema: Die Corona-Pandemie.

Gleich zwei Besonderheiten hat der Nienburger Marcus Beiner mit seinem Debüt-Roman geschafft. Zum einen schrieb er das Buch „Die Leugnerin“ in Echtzeit. Drei Wochen benötigte er in diesem Januar für die 126 unterhaltsamen Seiten, die genau in dieser Zeitspanne spielen. Zudem schafft es der Autor, obwohl das Buch die aktuelle Pandemie behandelt, nicht ein einziges Mal das Wort Corona zu verwenden. „Die Krise ist dermaßen in unseren Alltag eingeflossen, dass das Buch trotzdem funktioniert“, erklärt Beiner.

„Die Leugnerin“ ist durchaus spannend, dennoch kein Thriller oder Krimi. Die Handlung spielt in einer fiktiven deutschen Stadt, die in ihrer Größe mit Nienburg vergleichbar sein könnte. Zentrum ist eine städtische Klinik, deren medizinisches Personal inmitten der zweiten Infektionswelle immer mehr an seine Leistungsgrenzen stößt. Die Lage spitzt sich zu, als ein in der Stadt bekannter Musiker aufgrund einer Verkettung von Fehlern des Krankenhauspersonals versehentlich auf der Corona-Spezialstation landet. Schnell machen die Einlieferung in die Klinik und Spekulationen über eine mögliche Corona-Infektion des Lokalpromis in den sozialen Medien die Runde. Die Klinikgeschäftsführung und der behandelnde Oberarzt geraten daraufhin unter öffentlichen Druck.

„Die Leugnerin“: Echtzeit in der Pandemie

Mit leichter Feder bietet Beiner einen treffenden Einblick in die Stimmung der Bevölkerung nach Wochen des Lockdowns. Seine Charaktere sind glaubwürdig und ihre Handlungen nachvollziehbar. Selbst den verantwortungslosen Besuch einer illegalen Kneipenparty nimmt man einer seiner Figuren nicht übel. Im Gegenteil: Die Beschreibung des Abends lässt sogar kurzzeitig etwas Neid auf die Teilnehmer aufkommen.

„Der Roman ist für mich ein Versuch, mit der Situation umzugehen, in der wir jetzt stecken“, erläutert der Autor. „Es ist der Versuch, eine unterhaltende Seite in der nervenden Corona-Situation zu finden.“ Obwohl das Buch einen Teil seines Reizes aus der Aktualität bezieht, ist sich Beiner sicher, dass es auch in einigen Jahren rückblickend auf die dann hoffentlich überwundene Pandemie interessanten Lesestoff bietet. Die Wahl des Titels „Die Leugnerin“ offenbart Marcus Beiner seiner Leserschaft übrigens erst am Ende des Buchs. Ob dem Debüt-Roman weitere folgen werden, weiß Beiner noch nicht. „Ich werde erst einmal abwarten, wie das Buch ankommt“, erklärt der Autor. „Das Schreiben einens fiktionalen Buches hat mir viel Spaß gemacht.“

„Die Leugnerin“: Autor schreibt sonst wissenschaftliche Werke

Marcus Beiner, Jahrgang 1968, studierte Philosophie, Literaturwissenschaft und Geschichte. Seit zwei Jahrzehnten ist er beruflich im Wissenschaftsmanagement tätig. Bislang hat der promovierte Philosoph ausschließlich wissenschaftliche Werke verfasst. Sein erster Ausflug in die Belletristik lässt aber durchaus auf weitere hoffen.

„Die Leugnerin“ liegt jetzt druckfrisch in den Regalen der Buchhandlungen – selbstverständlich auch in Nienburg.

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