Für eine respektvollere Kommunikation auf dem Rasen

Fair-Play-Workshops für Fußballmannschaften

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Seit viereinhalb Jahren ist Sven Riedel als Schiedsrichter auf dem Fußballplatz aktiv.

Nienburg - von Leif Rullhusen. In einem Regionalliga-Spiel gegen Herne verwarnte ihn der Unparteiische mit den Worten „Herr Lippens, ich verwarne Ihnen“.

Willi „Ente“ Lippens antwortete: „Herr Schiedsrichter, ich danke Sie.“ Daraufhin flog der Stürmer von Rot-Weiß Essen vom Platz und wurde für zwei Wochen gesperrt.

Über diese wohl bekannteste Schiedsrichterbeleidigung kann der Nienburger Sven Riedel durchaus schmunzeln. So subtil und witzig gehe es auf den Fußballplätzen in dieser Region zwischen Spielern und Unparteiischen allerdings sehr selten zu, berichtet Riedel. Das will er mit seinem Fair-Play-Workshop für Fußballteams ändern.

Der 33-Jährige weiß, wovon er spricht – er kennt beide Seiten. Riedel spielte 24 Jahre lang Fußball – unter anderem in der Landesliga für den ASC Nienburg und in der Oberliga für Arminia Hannover. Seit fünf Jahren ist er als Schiedsrichter auf den Fußballplätzen aktiv. „Ich war selbst immer der Spieler, der auf dem Platz Ärger gemacht hat“, blickt Riedel selbstkritisch zurück. Nun setzt der Nienburger mit seinem Workshop, der sich speziell an Fußballvereine in dieser Region richtet, auf Deeskalation und Kommunikation – auf Fair-Play zwischen Fußballer und Referee. Sein Ziel ist es, die Erfahrungen und sein fachliches Wissen als aktiver Fußballer und Schiedsrichter an Vereine und Mannschaften weiterzugeben.

Seine Erfahrungen gibt der Nienburger in Workshops an Fußballteams weiter.


„Schiedsrichter werden immer häufiger angegangen“, berichtet Riedel. Zu dieser Konfrontationen würden allerdings beide Seiten – also Spieler und Unparteiische – beitragen. „Schiedsrichter, die überzeugt sind, sie haben das Sagen auf dem Platz, scheitern.“ Andererseits könnten auch Vereine sogar schon vor dem Anpfiff für positive Stimmung sorgen. „Manchmal reichen Kleinigkeiten dafür, dass ein Schiedsrichter anders ins Spiel geht“, verdeutlicht Riedel. Dazu zählten zum Beispiel eine saubere Kabine sowie die vollständige Anwesenheit der Spielerpässe.

Für die interaktiven Workshops besucht Riedel die Teams zumeist in deren Vereinsheimen. In rund vier bis fünf Stunden beschäftigen sich die Teilnehmer mit dem Thema „Fairness auf dem Fußballplatz“. Neben Übungen zur Regelkunde steht die Kommunikation zwischen Spieler und Schiedsrichter im Mittelpunkt. Riedel erarbeitet zum einen mit den Teilnehmern deren Erwartungen an die Unparteiischen, stellt aber auch die Sichtweise der Schiedsrichter dar. „Wichtig ist grundsätzlich die aktive Mitarbeit der Teilnehmer“, macht Riedel klar. Seine Workshops seien kein Frontalunterricht. Auch soll sich die Teilnahme an den Workshops nicht auf aktive Kicker beschränken. „Ideal ist es, wenn auch Trainer und Mitglieder aus der Vereinsführung daran teilnehmen“, verdeutlicht der Coach. Die Ergebnisse aus seinen Workshops sollen übrigens nicht nur die Fußballer mit auf den Platz nehmen, Riedel nimmt sie auch mit zu seinen regelmäßigen Schiedsrichtertreffen.

Riedel kombiniert für seine Workshops nicht nur die Erfahrungen als Spieler und Schiedsrichter. Er ist überdies hauptberuflich als Coach im Bereich der Mitarbeiterschulung tätig. Wer Interesse an einem Fair-Play-Workshop hat, erreicht Sven Riedel unter Tel. 01520/4609197 oder per E-Mail unter svenriedel85@web.de

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