Tarifvertrag für Schwimmbad-Mitarbeiter auf der FZD-Tagesordnung

Wesavi vor finanziellem Kraftakt

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Über einen Haustarifvertrag für die Wesavi-Mitarbeiter berät Nienburgs Politik am Dienstag.

Nienburg - Von Leif Rullhusen. Ein heißes Eisen erwartet die Teilnehmer des Ausschusses für Finanzen und Zentrale Dienste (FZD) am kommenden Dienstag im Nienburger Rathaus.

Dort steht der Abschluss eines Haustarifvertrages der Nienburger Bädergesellschaft für die Wesavi-Mitarbeiter mit der Gewerkschaft Verdi auf der Tagesordnung. Sollte das politische Gremium dem zustimmen und der Stadtrat dem Beschlussvorschlag folgen, wären die Konsequenzen weitreichend.

Der Abschluss eines Haustarifvertrages kostet Geld. Geld, das die Bädergesellschaft nicht hat und trotzdem komplett aus eigener Tasche aufbringen müsste. „Die Gesellschaft hat den daraus resultierenden Mehraufwand allein durch Eigenmaßnahmen zu erwirtschaften“, steht unmissverständlich in dem Beschlussvorschlag. Dort sind zudem die Mehrkosten für einen Haustarifvertrag aufgelistet, wie er aufgrund entsprechender Vorgespräche mit Verdi angestrebt wird. In der ersten Stufe, die rückwirkend zum 1. Juli vergangenen Jahres in Kraft treten würde, belaufen sich diese auf annähernd 120 000 Euro jährlich. In der vierten Stufe ab 2026 summieren sich diese sogar auf gut 218 000 Euro.

„Ich weiß nicht, wie wir das ohne Unterstützung der Holding gegenfinanzieren sollen“, erklärt der Aufsichtsratsvorsitzende der Bädergesellschaft Georg Hennig gegenüber dieser Zeitung. „Wir haben in der Vergangenheit die Öffnungszeiten schließlich schon reduziert.“ Man habe an jeder möglichen Stellschraube gedreht, um das enorme Defizit von anfangs zwei Millionen Euro sukzessive zu reduzieren. „Wir sind auf einem guten Weg. Für dieses Jahr rechnen wir mit 1,7 Millionen Euro – ohne Haustarifvertrag“, berichtet Hennig.

Sollten also die Verkürzungen der Öffnungszeiten mit entsprechenden Einsparungen im Personalbereich ausgereizt sein, käme wohl nur noch die Einnahmeseite als Finanzierungsmaßnahme in Betracht. Mit anderen Worten: Das Wesavi müsste seine Eintrittspreise erhöhen. Würde diese Erhöhung allein auf die Schultern der jährlich rund 172 000 Badegäste verteilt werden, kämen pro Person für 2018 – also vom Kleinkind bis zum Rentner – durchschnittlich 70 Cent pro Besuch hinzu. Im Jahr 2026 wären es dementsprechend 1,27 Euro. Würden allein die 23 000 Saunagäste jährlich zur Kasse gebeten, müssten diese demnächst pro Besuch 5,17 Euro mehr ausgeben. In acht Jahren wären es sogar 9,48 Euro. Nicht berücksichtigt in dieser Rechnung ist ein möglicher Besucherrückgang aufgrund höherer Eintrittspreis. Ob die Bädergesellschaft auch Outsourcing beispielsweise des Restaurantbereiches nachdenkt, war bislang nicht zu erfahren.

Welchen Weg die Wesavi-Betreiber gehen, sofern der Stadtrat den Abschluss des Tarifvertrages beschließt, könnte sich schon Anfang Februar abzeichnen. Dann hat der Aufsichtsrat seine nächste Sitzung.

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