Bebauungsplanaufstellung mit knapper Mehrheit eine Runde weiter

Nienburger Stadtrat diskutiert über neues Großprojekt

Das Stadion und die Sportanlagen an der Mindener Landstraße in Nienburg
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Das Stadion an der Mindener Landstraße müsste eventuell an einen neuen Standort umziehen.

Nach viel Diskussionen stimmte der Nienburger Stadtrat mit knapper Mehrheit für die Aufstellung des Bebauungsplanes „Tourismus, Wohnen und Gesundheit am Weserbogen“.

Nienburg - von Leif Rullhusen. Fast gescheitert: Viel Gegenwind bekamen die Pläne der Nienburger Stadtverwaltung, das Gebiet zwischen dem Wesavi und der Luise-Wyneken-Straße zu entwickeln, am Dienstag in der Sitzung des Stadtrates. Nur mit knapper Mehrheit stimmte das Gremium für die Aufstellung des entsprechenden Bebauungsplanes „Tourismus, Wohnen und Gesundheit am Weserbogen“.

Nach den Vorstellungen der Stadt sollen auf dem Areal ein Tagungshotel, ein Gesundheitszentrum und Wohnbebauung entstehen. Ein am Tag zuvor vom Land Niedersachsen überreichter Förderbescheid für das Projekt über 107 000 Euro soll genutzt werden, um das Gebiet vorzubereiten. Besondere Herausforderungen sind die Beseitigung von Altlasten im kontaminierten Boden sowie der Hochwasserschutz.

Deutliche Kritik von den Grünen

Deutliche Kritik übte Mechthild Schmithüsen an den Plänen. Die Grüne fragte, warum jetzt ein Hotel an der Weser entstehen soll, obwohl es bereits einen Bebauungsplan für ein Hotel neben dem Wesavi gebe. „Dort ist der Boden bereits versiegelt“, erklärte Schmithüsen. Gemeinsam mit dem Bau des Schwimmbades im Jahr 2013 plante die Stadt damals direkt daneben ein Hotel. Es gab mit Rolf Specht sogar einen Investoren. Allerdings blieb die Suche nach einem Betreiber erfolglos und das Projekt geriet in Vergessenheit. Schmithüsen bemängelte zudem, dass dem Wesavi mit dem geplanten Gesundheitszentrum jegliche Möglichkeit zur Erweiterung genommen werde.

Die SPD-Fraktionsvorsitzende Anja Altmann hat Befürchtungen, dass das Stadion an der Mindener Landstraße den Entwicklungsplänen weichen muss und kein adäquater Ersatz gefunden wird. Neben den Schulen nutzt auch die Polizeiakademie das Stadion regelmäßig. „In fußläufiger Nähe werden wir keinen Standort für unsere Schüler finden“, ist sich Altmann sicher. Die müssten dann mit Bussen zu der neuen Sportstätte transportiert werden.

„Vorschläge noch nicht in Stein gemeißelt“

Mit dem abzustimmenden Beschluss würden erst Ideen gesammelt. „Die Vorschläge sind noch nicht in Stein gemeißelt“, entgegnete Frank Podehl (WG). Schließlich handele es sich erst um einen Aufstellungsbeschluss. Auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Hans-Peter Rübenack plädiert dafür, die Entwicklungsmöglichkeiten durchzudiskutieren. „Wir haben hier eine Altlast. Die möchte ich saniert haben“, ergänzte der Liberale Heiner Werner. Diese Sanierung sei mit den Fördermitteln gewährleistet.

Bürgermeister Henning Onkes ist verärgert

„Wir bekommen Geld und sagen am nächsten Tag ‘Das wollen wir doch nicht’ “, ärgerte sich Bürgermeister Henning Onkes angesichts der bewilligten Fördermittel über den Gegenwind aus der Politik. „Wir haben das Geld für die verantwortungsvolle Entwicklung einer kontaminierten Fläche, die in einem Hochwassergebiet liegt, bekommen“, machte der Bürgermeister klar. „Beteiligen Sie sich! Sie können noch jeder Zeit aussteigen“, forderte er die Ratsmitglieder auf. „Wir haben verspielt, wenn wir gar nicht erst anfangen.“

Das Gremium tat dem Verwaltungschef den Gefallen – wenn auch mit 19 zu 16 Stimmen sehr knapp.

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