Am Donnerstag floss der Beton / Dauerfrost sorgte für Verzögerung

Nienburger Südring-Brücke: Ein weiterer Schritt ist geschafft

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Der Fortschritt der Betonarbeiten ist vom Baukran aus besonders gut zu erkennen. 

Nienburg - Von Leif Rullhusen. „Jetzt fließt der Beton.“ Zufrieden beobachtet Michael Pohl die Arbeiten auf der Südring-Brücke. Über sie wird nach ihrer Fertigstellung der Verkehr auf Nienburgs neuer südlichen Umgehung über die Bahnstrecke Nienburg-Minden fließen.

Pohl, der bei der Stadt für das Bauprojekt verantwortliche Ingenieur, hatte auf diesen Tag lange warten müssen. „Bei Frost sind Betonarbeiten nicht möglich“, begründet er den Aufschub. Eigentlich waren die Betonarbeiten nämlich schon für Mitte Februar geplant. Der anvisierte Fertigstellungstermin des neuen Südrings im Herbst dieses Jahres sei durch die Verzögerung aber nicht in Gefahr, versichert Pohl.

Durch ein dickes Rohr wird der frische Beton auf die Brücke gepumpt. 

Seit den Morgenstunden liefert Betonmischfahrzeug nach Betonmischfahrzeuge das Baumaterial an. Bis zum Abend werden rund 500 Kubikmeter Beton, also eine halbe Million Liter, allein in den Überbau geflossen sein. Das ist der Teil der Brücke,  der auf den beiden Widerlagern und Brückenpfeilern ruht. Trotz aller technischer Hilfsmittel ist für die Verteilung des zähen Breis jede Menge Muskelkraft erforderlich. Mit Harken und Schaufeln verteilen die Arbeiter der Baufirma GP Ingenieurbau aus Hannover die aus einem dicken Schlauch fließende, graue Masse. Und zwar so lange, bis der Überbau komplett gefüllt ist. Erst dann ist für die Männer Feierabend. „Betonarbeiten werden immer an einem Stück ausgeführt“, erklärt Pohl. Aufgrund der anstrengenden Arbeit würden die Teams aber zwischendurch ausgewechselt.

Echter Knochenjob: Mit Schaufeln und Harken verteilen die Arbeiter den Beton.

Bis der Beton an diesem Donnerstag fließen konnte, mussten die Männer der Baufirma Unmengen an Bewehrungsstahl verlegen und mit Draht fixieren. Ein echter Knochenjob bei Wind und Wetter auf dem Bauwerk. „Hier pfeift immer ein kalter Wind rüber“, weiß Pohl.

Wenn der Beton vollständig getrocknet ist, steht ein weiterer bedeutender Bauschritt im Terminplan der Brückenbauer. Der gesamte Überbau ruht derzeit noch auf provisorischen Stahlpfeilern, von denen er auf seine endgültige Position, auf die beiden Brückenpfeiler sowie Widerlager, eineinhalb Meter tief abgesenkt wird. „Das geschieht über einen Zeitraum von zwei Wochen – Millimeter für Millimeter“, erklärt Pohl. „Weil sich der Überbau nicht verkanten darf, muss das ganz langsam und gleichmäßig geschehen.“

Die Brücke über der viel befahrenen Bahnstrecke ist aber nicht nur deshalb die größte technische Herausforderung im Rahmen des 16-Millionen-Euro-Straßenbauprojektes. Weil sie über die Bahngleise führt, gelten für die Arbeiten ganz besondere Anforderungen. Schließlich muss eine Gefährdung des Zugverkehrs ausgeschlossen sein. Bestimmte Arbeiten sind zudem nur während der von der Deutschen Bahn festgelegten Sperrzeiten möglich – also das Zeitfenster, in dem der Zugverkehr ruht und auf den Gleisen gearbeitet werden darf. Die Bahn hatte diese Zeiten auf die Nachtstunden am Wochenende zusammengestrichen. Das nächste Mal auf eine Sperrpause angewiesen sind die Brückenbauer für die Entfernung der Stahlpfeiler, auf denen der Überbau derzeit noch ruht.

Zur Fertigstellung der gesamten, drei Kilometer langen Umgehungsstraße in Nienburgs Süden fehlen neben der Bahnbrücke noch eine zweite, deutlich kleinere Brücke über den Meerbach sowie die Fahrbahn zwischen den beiden Brückenbauwerken. Im Herbst dieses Jahres soll alles fertig sein.

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