Kosten für Straßenbauprojekt steigen auf 18 Millionen Euro

Nienburger Südring: Neuer Eröffnungstermin Ende Oktober

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Seit zwei Wochen bewegt sich wieder was an Nienburgs derzeit größtem Straßenneubauprojekt – dem Südring. Die Tiefbaufirma Becker aus dem Emsland hat die Arbeiten an der Brücke über den Meerbach übernommen. 

Nienburg - Von Leif Rullhusen. Teurer und später fertig: Es gibt einen neuen Eröffnungstermin für Nienburgs Südring.

Ende Oktober dieses Jahres soll die drei Kilometer lange Umgehungsstraße zwischen Langendamm und Schäferhof nun fertig sein – ein Jahr später als geplant.

Mit der Verzögerung sind auch die Baukosten gestiegen. „Wir liegen aktuell bei 18 Millionen Euro“, erklärt Nienburgs Bürgermeister Henning Onkes. Damit wird die vom Stadtrat beschlossene Obergrenze um 1,6 Millionen Euro – also knapp zehn Prozent – überschritten. „Das ist kein Drama. Trotzdem sind wir unzufrieden mit der Kostenentwicklung und der zeitlichen Verzögerung“, betont Onkes.

Der Grund für die Verzögerung und Kostensteigerung ist eine fehlende Brücke über den Steinhuder Meerbach. Anfang August 2018 hatte die Stadt Nienburg den Bauvertrag für das Brückenbauwerk mit der Firma „Kemna Bau Andreae GmbH & Co. KG“ gekündigt. Es habe Uneinigkeit zwischen den Vertragsparteien über technische Details der Ausführung gegeben. Um eine weitere Verzögerung zu verhindern und das Gesamtprojekt bis Mitte dieses Jahres fertigstellen zu können, habe sich die Stadt zu diesem Schritt entschlossen, hieß es damals in einer Pressemitteilung.

Die letzte Lücke über den Meerbach wird nun geschlossen.

Mittlerweile sind die Brückenarbeiten neu vergeben worden. Seit zwei Wochen arbeitet das Tiefbauunternehmen Becker aus dem Emsland an dem letzten Lückenschluss über den Meerbach. Anfang September soll das Brückenbauwerk stehen. Die Arbeiten für den noch fehlenden Straßenbelag sollen noch bis Ende dieses Monats ausgeschrieben werden, berichtet der bei der Stadt verantwortliche Ingenieur Michael Pohl.

Die aktuell geplanten Baukosten von 18 Millionen Euro beinhalten noch ein paar Unabwägbarkeiten. Sie könnten die Summe reduzieren, aber auch erhöhen. „Wir haben Massenkürzungen über 1,7 Millionen Euro vorgenommen“, erklärt Onkes. Mit anderen Worten: Die Stadt hat die Rechnungen der Bauunternehmen gekürzt, beispielsweise um Arbeiten, die nicht geleistet worden seien. Das sei alles unter juristischer Begleitung erfolgt. Trotzdem blieben es Risikobeiträge, die im Zweifelsfall zu den Baukosten hinzukommen könnten. Reduzierend könnten sich dagegen Regressansprüche der Stadt an die Firma Kämna auswirken. „Wir befinden uns mit dem Unternehmen in Gesprächen“, berichtet Nienburgs Bürgermeister. Schließlich hätte die Vertragsauflösung den Kostenanstieg verursacht.

Kerstin Lüders und Michael Pohl beraten über die Erschließung des neuen Gewerbegebietes.

Keine negativen Auswirkungen hat die verspätete Eröffnung des Südrings auf die innere Erschließung des angrenzenden Gewerbegebietes. Die wäre bautechnisch bereits jetzt möglich. „Die fehlende Brücke hat darauf keinen Einfluss“, versichert Nienburgs Wirtschaftsförderin Kerstin Lüders. Dass die Arbeiten in der inneren Erschließung noch nicht begonnen haben, liege vielmehr daran, dass sie bislang mit der Städtebauförderung ausgelastet war. „Aktuell arbeiten wir die entsprechenden Förderanträge für die Erschließung des Gewerbegebietes aus“, erklärt Lüders. „Ich hoffe, dass wir im April beginnen können.“

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