Wolfgang Lange und Jörg Meyer: „Wichtige Gründe“

Nienburger Theaterfest fällt dieses Jahr aus

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In diesem Jahr startet das Team vom Nienburger Theater ohne das beliebte Theaterfest in die Saison.

Nienburg. Das Nienburger Theaterteam um Wolfgang Lange und Jörg Meyer bedauert es sehr, das Nienburger Theaterfest zum Start der Veranstaltungssaison 2018/19 absagen zu müssen.

Die Verantwortlichen teilen dazu Folgendes mit: „Wir bedauern es außerordentlich, dass wir in diesem Jahr unser traditionelles Theaterfest nicht werden durchführen können“, so Wolfgang Lange. „Wir wissen um die Beliebtheit dieses Festes in der Bevölkerung sowie bei den regelmäßig teilnehmenden Gruppen und unseren oft langjährigen Theaterkundinnen und -kunden. Auch für uns ist es ein seltsames Gefühl, nicht mit dieser tollen Großveranstaltung in die neue Spielzeit zu starten. Die Vorbereitung des Theaterfestes ist mit erheblichem Planungs- und Koordinierungsaufwand für das gesamte Theaterteam und für unsere ehrenamtlichen Mitstreiter verbunden. Es gibt aber wichtige Gründe, in diesem Jahr auf das Theaterfest zu verzichten.“

Theaterleiter Jörg Meyer dazu: „Wir scheuen normalerweise keine Mühen, insbesondere bei herausragenden Events wie unserem Theaterfest, allerdings kommen in 2018 neue betriebliche Verpflichtungen auf uns zu, die wir personell einfach nicht zusätzlich stemmen können. Der Veranstaltungsbetrieb des Nienburger Theaters wird bis dato als Kommunaler Betrieb gewerblicher Art (BgA) geführt, der in der Vergangenheit steuerrechtlich eine Sonderstellung eingenommen hat. Es werden auch einzelne kommunale Betriebe und Unternehmen, mit Blick auf die Umsatzsteuer-Vorschriften, aller Voraussicht nach kurzfristig steuerbar, soweit sich im jeweiligen Geschäftsfeld auch private Unternehmen bewegen. Für Theater und Konzerte trifft dies erkennbar mit großer Wahrscheinlichkeit zu. Es kommt kurzfristig dadurch eine Menge Arbeit und administrativer Aufwand auf uns zu, welchen wir mit Hilfe fachlicher Beratung in den kommenden Monaten werden bewältigen müssen.“ Wolfgang Lange ergänzt: „Neben diesen neuen Aufgaben hat das Theaterteam außerdem personelle Veränderungen zu stemmen. Langjährige Mitarbeiterinnen, unter anderem in der Theaterkasse, verändern sich beruflich und müssen in den kommenden Wochen und Monaten ersetzt und eingearbeitet werden. Da das Theaterfest als einzelne Veranstaltung besonders viele Kapazitäten bindet, war es für uns eine schlüssige, wenn auch schwere, Entscheidung, hier die notwendige Entlastung zu schaffen.“

Mit Blick auf die wirtschaftlichen Aspekte ergänzt Meyer: „Finanziell muss eine steuerrechtliche Neuausrichtung des Theaters nicht zwingend ein Nachteil sein. Da wir auch schon in der Vergangenheit neben vielen umsatzsteuerfreien Theaterstücken und -programmen bei aufwändigen Shows oder Musicals selbstverständlich in beträchtlichem Umfang auch beinhaltete Umsatzsteuer über die Ticketpreise oder über Sponsoring finanzieren mussten. Zunächst sollte daher niemand befürchten, dass es nun zu höheren Kartenpreisen kommen könnte.“

Wolfgang Lange: „Wir bitten um Verständnis, dass wir in dieser Situation auf dieses beliebte Fest verzichten müssen und danken unseren Partnern in Verwaltung, Politik und Wirtschaft für ihren Rückhalt. Mein Dank gilt zudem der Neuhoff-Fricke-Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kunst, die unserer Situation dadurch Rechnung trägt, dass wir die ursprünglich für das Jahr 2019 vorgesehene Ausstellung mit Kunstpreis „ars loci“ nunmehr erst im Jahr 2020 durchführen. Damit gewinnen wir den notwendigen Aufschub, „ars loci“ weiterzuentwickeln, sobald die vorgenannten Aufgaben umgesetzt sind.“

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