„Wir sind müde“

Nienburger Tourismusbranche macht auf Probleme aufmerksam

Die Nienburger Tourismusbranche machte am Donnerstag auf ihre Probleme aufmerksam. 
+
Die Nienburger Tourismusbranche machte am Donnerstag auf ihre Probleme aufmerksam. 

Nienburg - Von Max Brinkmann. Zahlreiche Vertreter in ganz Niedersachsen hatten sich am Donnerstag zusammengeschlossen, um unter dem Motto „Wir zeigen Flagge“ für eine klare Perspektive in der Corona-Krise zu demonstrieren.

Auch am Weserschlößchen wehten weiße Bettlaken auf den Balkonen, um auf die Misere aufmerksam zu machen. Die Nienburger Tourismusbranche hat drei Forderungen an die Landesregierung, wie Martin Fahrland, Geschäftsführer der Mittelweser-Touristik erklärte: „Wir wollen verbindliche Öffnungszeiten bei einem Inzidenzwert unter 100, mehr Gerechtigkeit bei den Coronahilfen und dass eine Dialogplattform geschaffen wird, damit wir frühzeitig Lockerungen besprechen können“.

Es sei zurzeit so, dass obwohl 65 Prozent der Übernachtungen im ländlichen Raum gebucht werden, nur wenige Betriebe ausgezahlt würden. Außerdem hätten die Unternehmer zu wenig Planungszeit: „Eigentlich bräuchten wir 14 Tage Vorlauf, um unsere Gaststätten und Hotels für den Betrieb startklar zu machen“, sagt Cord Rode, Inhaber von Rodes Hotel in Rehburg-Loccum.

Die Aktion ist keine Kapitulation, macht Fahrland klar: „Wir sind gesprächsbereit.“ Die Lockerungen, die ab Montag gelten sollen, seien ein Schritt in die richtige Richtung. Nach den Plänen der Landesregierung soll bei einer Inzidenz unter 100 die Außengastronomie öffnen dürfen und zwei Wochen später soll auch in den Innenräumen wieder bewirtet werden.

Dennoch stellt die neue Verordnung die Wirte vor einige Probleme: Zum einen ist das Wetter noch sehr wechselhaft, was die Außengastronomie schwierig macht und auch die eventuelle Testpflicht ist in ländlichen Gebieten, wie dem Landkreis Nienburg, nicht umsetzbar. Zum anderen könne der Inzidenzwert auch schnell wieder auf über 100 steigen, was Schließungen bedeuten würde.

„Wir können nicht von jetzt auf gleich wieder aufmachen und dann ist nach ein paar Tagen wieder Schluss“, erklärt Dehoga-Vorsitzender Friedrich Gallmeyer: „Gesundheit steht bei uns an oberster Stelle, wir haben funktionierende Hygienekonzepte und brauchen eine klare Perspektive.“

Rode fordert zur besseren Planung einen festen Inzidenzwert – seine Idee: 165, wie auch bei den Schulen. „Wir haben seit sechs Monaten geschlossen, die aktuellen Infektionen können also gar nichts mit der Gastronomie zu tun haben. Und trotzdem sind wir seit Beginn des Lockdowns von den Maßnahmen betroffen. Hier wird mit zweierlei Maß gemessen“, sagt er.

Er sieht auch die landkreisweiten Regeln als Problem: „Wenn es an einer Nienburger Schule einen Ausbruch mit vielen Neuinfektionen gibt, der die Inzidenz nach oben treibt, dann hat das zwar keine Auswirkungen auf das Infektionsgeschehen in Loccum, aber von den Maßnahmen ist trotzdem der gesamte Landkreis betroffen.“ Hier müsse es andere Regelungen geben.

Im Vorfeld hatte Frank Schmädeke (CDU) Friedrich Gallmeyer kontaktiert. Er war auch vor Ort, um sich die Sorgen und Forderungen der Tourismusbranche anzuhören. Er will die Forderungen in den Landtag mitnehmen und dort in die Diskussion miteinbringen.

Das könnte Sie auch interessieren

Fußball

Fußball-EM mit Show vor Italien-Türkei eröffnet

Fußball-EM mit Show vor Italien-Türkei eröffnet
Fußball

Löw-Stars vor EM: Kroos-Warnung und Sorgen um Hofmann

Löw-Stars vor EM: Kroos-Warnung und Sorgen um Hofmann

Skispringen: Der Kader der deutschen Herren für die Saison 2021/22

Skispringen: Der Kader der deutschen Herren für die Saison 2021/22
Politik

Überwiegend positive Reaktionen auf Papst-Brief

Überwiegend positive Reaktionen auf Papst-Brief

Meistgelesene Artikel

Corona im Landkreis Nienburg: Geringes Infektionsgeschehen

Corona im Landkreis Nienburg: Geringes Infektionsgeschehen

Entscheidung über Nienburger Altstadtfest bis Ende Juli offen

Entscheidung über Nienburger Altstadtfest bis Ende Juli offen

Die unglaubliche Reise des Nienburger Fußballers Jens Todt

Die unglaubliche Reise des Nienburger Fußballers Jens Todt

Unfall in Loccum: Pkw-Fahrer landet betrunken mit unterschlagenem Auto im Graben

Unfall in Loccum: Pkw-Fahrer landet betrunken mit unterschlagenem Auto im Graben

Kommentare