„Ruhiges Fahrwasser“ in ziemlich rauer See

Nienburger Volksbank mit Entwicklung des zurückliegenden Geschäftsjahres zufrieden

Häuserfront mit Volksbank und Apotheke in Nienburger Hafenstraße.
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Die Geno-Invest wird in das Nachbargebäude der Volksbank, der ehemaligen Weser-Apotheke, umziehen.

Die Geschäftsentwicklung der Nienburger Volksbank wurde von niedrigen Zinsen und der Corona-Pandemie beherrscht.

  • Niedrigzinsen: Gesunkenes Betriebsergebnis trotz gestiegener Bilanzsumme
  • Geno-Invest: Immobilien als Zinsersatzgeschäft
  • Pandemie beschleunigt Digitalisierung

Nienburg - von Leif Rullhusen. Dauer-Lockdown und Zinsen auf einem Rekordtief: Die Nienburger Volksbank war im vergangenen Jahr in ziemlich rauer See unterwegs. Angesichts dieser Rahmenbedingungen sind die beiden Vorstände Markus Strahler und Holger Hinrichs mit der Geschäftsentwicklung des Kreditinstitutes zufrieden.

Baufinanzierungen haben großen Anteil

„Wir konnten unsere Bilanzsumme steigern. Auch die Kundenkredite und Einlagen sind trotz der Corona-Krise gewachsen“, berichtet Holger Hinrichs. In Zahlen: Die Bilanzsumme nahm um 11,7 Prozent auf 1 333 Millionen Euro zu. Die Kundeneinlagen stiegen um knapp 10 Prozent auf 973 Millionen Euro und die -kredite sogar um 11 Prozent auf 836 Millionen. Einen großen Anteil daran haben Baufinanzierungen. „Wir leben in einer Erbengeneration und dieses Geld ist trotz der Krise noch vorhanden. Es wurde ja nicht vernichtet“, macht Hinrichs klar.

„Negativzinsen sind Normalität“

Das geplante Betriebsergebnis habe die Volksbank mit 0,64 Prozent der Bilanzsumme erreicht. Allerdings liegt es unter dem des Vorjahres. „Die Zinsen haben weiter nachgegeben. Somit ist auch die Zinsspanne gesunken. Deshalb ist trotz der gestiegenen Kundeneinlagen und -kredite in Euro weniger bei uns angekommen“, erklärt Hinrichs. Aufgrund der Pandemie rechnet er in absehbarer Zeit nicht mit einer Abkehr der Niedrigzinspolitik seitens der Europäischen Zentralbank. „Negativzinsen sind mittlerweile zur Normalität geworden“, ergänzt Strahler.

Volksbank setzt auf neue Geschäftsfelder

Aufgrund dieser Entwicklung setzt die Volksbank Nienburg auf neue Geschäftsfelder. Ende 2019 hat die Bank „Geno-Invest“ ins Leben gerufen. Investitionen in Immobilien sollen die Ertragssituation des Kreditinstituts unabhängiger von der Zinssituation machen. Die Volksbank will unter anderem mehr Immobilien in ihren Bestand aufnehmen und selbst vermieten. 10 bis 15 Millionen Euro wird die Geno-Invest jährlich in dieses Zinsersatzgeschäft investieren. „Etwa 20 Millionen Euro haben wir bislang für Immobilien ausgegeben“, berichtet Strahler. Aktuelle Projekte sind unter anderem der Bau einer Wohnanlage in Verden, eines Büro- und Geschäftshauses in Wunstorf sowie eines Wohnquartiers in Steinhude. Demnächst wird die Geno-Invest eigene Räume direkt neben der Volksbank in der Hafenstraße beziehen.

Die beiden Volksbankvorstände Holger Hinrichs und Markus Strahler sind mit der Geschäftsentwicklung zufrieden.

Geschlossene Filialen helfen in der Pandemie

Extrem beschleunigt hat die Pandemie den Trend zur Digitalisierung. „Neun Zehntel der Überweisungen werden digital getätigt“, nennt Strahler ein Beispiel. Vor drei bis vier Jahren sei es noch die Hälfte gewesen. Die aufgrund dieser Entwicklung gezogene Konsequenz, Filialen zu schließen und damit Kosten zu senken, hilft der Volksbank jetzt aus einem weiteren Grund. Sie hat die leerstehenden Immobilien vorerst nicht verkauft und nutzt sie als Büroräume, um größere Abstände zwischen den Mitarbeitern gewährleisten zu können. Weitere Filialenschließungen seien definitiv nicht geplant, versichert das Vorstandsduo.

Solide wirtschaftliche Situation

Die wirtschaftliche Situation im Landkreis bezeichnen die Volksbank-Vorstände angesichts der Corona-Krise als solide. „Wir bewegen uns in ruhigem Fahrwasser. Wir sind keine sehr prosperierende Region, haben aber ein ausgeglichenes Spektrum an Firmen“, erläutert Hinrichs. Insgesamt hätten sich die Firmenkunden mit der Situation vorsichtig und weitsichtig auseinandergesetzt.

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