Nienburgs Ärztesprecher warnt vor Panikmache / Regelmäßig Hände waschen

Kein Grippe-Alarm im Landkreis

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Hände waschen hilft gegen die Übertragung von Grippeviren.

LANDKREIS NIENBURG - von Leif Rullhusen. Geschlossene Schulen, überfüllte Krankenhäuser und gestrichene Bahnverbindungen: Die Grippe hat Deutschland derzeit fest im Griff. Den Höhepunkt erwarten die Fachleute des Robert-Koch-Instituts sogar erst Mitte dieses Monats.

Der Landkreis blieb von der aktuellen Grippewelle bislang weitestgehend verschont. Zwar seien die Fälle angestiegen, aber es bestehe weder eine alarmierende Situation noch gebe es Grund zur Panik, berichtet Gert-Peter Rohner, Sprecher der Nienburger Ärzteschaft. Diese Einschätzung bestätigt das Gesundheitsamt des Landkreises. Es handele sich um den zu dieser Jahreszeit üblichen Anstieg der Erkrankungen. Im Landkreis Nienburg sei keine öffentliche Einrichtung krankheitsbedingt geschlossen.

Konkrete Zahlen über die Ausbreitung der Influenza gibt es aktuell allerdings nicht, da ausgerechnet die zuständigen Mitarbeiter krank sind. Stark angestiegen sind laut Rohner in den vergangenen vier Wochen vor allem die Erkältungsfälle. „Diese Viren sind aktuell deutlich aggressiver als in den vergangenen Jahren. Gefährlicher sind sie deshalb aber nicht“, erklärt der Mediziner. Rund 30 bis 40 Neuerkrankungen pro Tag hat er allein in seiner Praxis gezählt. „Dabei handelt es sich aber nicht um Influenza-Viren“, betont Rohner. Lediglich bei zehn bis 15 Prozent der Erkrankten bestehe der Verdacht auf Grippe. Auch hat er den Eindruck, dass die Erkältungswelle bereits leicht abklingt. „Seit Montag geht zumindest in meiner Praxis die Zahl der Betroffenen leicht zurück.“ Grundsätzlich empfiehlt Rohner vor allem chronisch kranken und älteren Menschen eine Impfung gegen Grippe. Die helfe allerdings nicht mehr gegen die aktuell herumschwirrenden Influenza-Viren. „Bis ein Schutz besteht, dauert es zwischen zehn und 14 Tagen. Bis dahin hat die Grippe-Welle wahrscheinlich schon deutlich nachgelassen“, erläutert der Sprecher der Nienburger Ärzte.

Allerdings ärgert sich Rohner über Medienberichte, die behaupten, die Influenza-Viren sind mutiert und damit resistent gegen Impfungen. „Das ist Panikmache“, schimpft er. Lediglich ein Stamm von insgesamt dreien sei mutiert. Bei dem helfe eine Impfung weniger. Für alle aktuell Ungeimpften empfiehlt der Arzt, sich regelmäßig die Hände zu waschen und – im Fall von besonders gefährdeten Personen – sich die Hände zwischendurch zu desinfizieren sowie auf das Händeschütteln zu verzichten. Wer erkrankt ist, sollte seinem Körper vor allem Ruhe gönnen und viel trinken, rät Rohner. Umschlagbahnhöfe für Viren sind neben öffentlichen Verkehrsmitteln und Schulen auch Einkaufswagen und Türklinken. Im Polster eines Bussitzes können sie sogar über Stunden hinweg überleben.

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