Nienburgs Erster Stadtrat Professor Dr. Bernd Rudolph ist weg

Ein nahezu lautloser Abschied

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Die Vorfreude auf seine neue Tätigkeit als Anwalt überwiegt. Dr. Bernd Rudolph hat am Dienstag sein Büro im historischen Rathaus der Stadt Nienburg geräumt.

Nienburg - von Leif Rullhusen. Die Nachricht, Nienburgs Bürgermeister Henning Onkes verlängert die Amtszeit des Ersten Stadtrates Professor Dr. Bernd Rudolph nicht, hatte vor einem Jahr ziemliche Wellen in Politik und Verwaltung geschlagen.

Zumal Dr. Rudolph den Führungsstil des Verwaltungschefs öffentlich kritisierte. Die Wogen haben sich mittlerweile geglättet. Der Abschied von Professor Dr. Bernd Rudolph aus dem Rathaus am Dienstag verlief nahezu lautlos. „Das Verhältnis zwischen mir und dem Bürgermeister war bis zum letzten Tag sehr professionell und freundlich“, versichert Dr. Rudolph gegenüber dem Blickpunkt.

Nicht einmal ein großes Vakuum wird der ehemalige Erste Stadtrat wohl hinterlassen. Dafür hat er selbst in den vergangenen zwölf Monaten intensiv gesorgt. Einen Nachfolger für Dr. Rudolph sucht man im Nienburger Rathaus trotzdem vergeblich. Es gibt nämlich keinen, statt dessen mehrere Schultern, auf denen die einst beim stellvertretenden Verwaltungschef gebündelten Aufgaben seit dem 1. Februar ruhen. Neben dem Juristen der Stadtverwaltung Jan Wendorf übernehmen vor allem Kämmerer Ulrich Klinner und Geschäftsführer der städtischen Wirtschaftsbetriebe Thomas Hesse zusätzliche Verantwortungsbereiche.

Dr. Rudolph besinnt sich ab sofort auf seine ursprünglichen Ziele zurück. „Als Jurastudent war mir klar, dass ich Anwalt werden möchte“, erzählt er. Und genau das ist der ehemalige Erste Stadtrat seit heute wieder. Spezialisiert auf Verwaltungsrecht arbeitet er ehemalige Erste Stadtrat in einer Nienburger Sozietät. Ein Sprung in unbekannte Gewässer ist die Neuorientierung auch nicht. Dr. Rudolph praktizierte bereits sieben Jahre als Anwalt. Bevor der promovierte Jurist und gebürtige Nienburger seinen Dienst am 1. Februar 2009 für die Kreisstadt antrat, war er Dekan an der Niedersächsischen Polizeiakademie und als Studienleiter verantwortlich für etwa 30 bis 40 Dozenten an den drei Standorten Nienburg, Hannover und Oldenburg.

Bereut hat der Familienvater seinen achtjährigen Ausflug in die Stadtverwaltung nicht. Selbst mit dem Wissen, dass nach bereits einer Amtsperiode wieder Schluss ist, hätte er den Posten damals angetreten, versichert der Jurist. Kein Wunder: Dr. Rudolph hat in seiner Amtszeit schließlich einiges bewegt. Als seine größten Erfolge bezeichnet er die Gründung der stadteigenen Holding, unter deren Dach die städtischen Unternehmen gebündelt sind sowie die Realisierung des Schwimmbades Wesavi. „Die Einhaltung der Baukosten war mehr als eine Punktlandung“, blickt er zufrieden zurück. Trotz der großen Freude auf seine neue Tätigkeit als Anwalt verspüre er auch eine gewisse Enttäuschung darüber, Dinge in seiner Heimatstadt jetzt nicht mehr weiter voranbringen zu können, gesteht Dr. Rudolph.

Nienburg wird zukünftig ohne die Fähigkeiten des kompetenten Finanzakrobaten zurechtkommen müssen. Nicht die einzige Kompetenzlücke im Rathaus der Kreisstadt: Erst im November vergangenen Jahres verabschiedete sich Nienburgs langjähriger Chef-Stadtentwickler Volker Dubberke in den vorzeitigen Ruhestand. Dem Vernehmen nach soll Nienburgs Bürgermeister bei Dubberkes Entscheidung, sich aus dem Berufsleben zu verabschieden, durchaus eine Rolle gespielt haben.

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