Stadtentwicklungsausschuss stimmt für Aufstellung eines Bebauungsplanes

Nienburgs Politik bringt Hotel und Gesundheitszentrum auf den Weg

Militärhospital Nienburg Gesundheitszentrum
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In das ehemalige Militärhospital soll ein Gesundheitszentrum kommen. Vor Jahren war an dieser Stelle bereits ein Hotel geplant.

Nienburg - von Leif Rullhusen. Ein Tagungshotel, ein Gesundheitszentrum und Wohnbebauung: Die Stadt Nienburg hat einiges mit dem Gebiet zwischen dem Wesavi und der Luise-Wyneken-Straße vor.

Eine erste Hürde hat das Projekt am Donnerstagabend genommen. Der Ausschuss für Stadtentwicklung stimmte der Aufstellung eines entsprechenden Bebauungsplanes mehrheitlich zu. Die SPD votierte geschlossen dagegen.

Keine Erweiterungsmöglichkeiten mehr für Wesavi

Die Pläne würden dem Wesavi jegliche Erweiterungsmöglichkeit nehmen, kritisierte SPD-Fraktionschefin Anja Altmann. Es würde sogar ein Grundstück überplant, das der Bädergesellschaft gehört. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand in den nächsten 20 Jahren auf die Idee kommt, das Wesavi zu vergrößern“, entgegnete der CDU-Fraktionsvorsitzende Hans-Peter Rübenack. Auch die Einbeziehung der Trainingsplätze am Stadion in die zukünftige Bebauung sah Altmann problematisch. Die würden derzeit von Schulen und der Polizeiakademie stark frequentiert.

Hotel: Gästezimmer zur Weser

Petra Jäkel (Grüne) bezweifelte zudem, dass ein Hotel neben dem Stadion eine gute Idee sei. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Gäste das gut finden“, erklärte sie. Dieser Konflikt solle vermieden werden, indem das Hotel, das zwischen Weser und Sportplatz entstehen soll, die Gästezimmer zum Wasser hin und zur Sportplatzseite Funktionsräume bekommt, erläuterte Claas Bigos, Leiter des Sachgebietes Stadtplanung und Umwelt.

Interesse von Investoren

„Das Hotel direkt neben dem Wesavi ist ein Glücksfall für uns“, warb Bürgermeister Henning Onkes für die Pläne. Dessen Gäste könnten die Sauna des Bades mitnutzen. So könne das Hotel eine eigene Sauna sparen. Zugleich wäre es für das Wesavi gut, wenn es neue Impulse und neue Gäste bekäme. Investoren hätten bereits Interesse signalisiert, berichtete der Bürgermeister.

Teure Bodensanierung

Bevor sich die konkreten Planungen mit diesen Fragen beschäftigen, müssen ganz andere Probleme gelöst werden. Zum einen befindet sich das gut acht Hektar große Areal in einem durch Hochwasser gefährdeten Bereich und benötigt entsprechenden Schutz. Zum anderen sind in dem Boden erhebliche Altlasten. „Hier besteht Handlungsbedarf“, verdeutlichte Onkes. Gegenwärtig würde auf den Altlasten Schulsport stattfinden. Die Kosten für die komplette Bodensanierung summieren sich auf rund 1,9 Millionen Euro.

Es gab bereits Pläne für ein neues Hotel anstelle des ehemaligen Militärhospitals.

Vor einigen Jahren erfolglose Suche nach Hotelbetreiber

Neben dem Hotel sehen die derzeitigen Pläne ein Gesundheitszentrum im ehemaligen Militärhospital, fachbezogenes Wohnen sowie eine Multifunktionsfläche vor. Die Idee, in der Nähe des Wesavi ein Hotel zu bauen, ist nicht neu. Sie ist so alt, wie der Plan zum Bau des Wesavi. Zeitgleich sollte eigentlich anstelle des ehemaligen Militärhospitals ein neues Hotel entstehen. Es gab bereits konkrete Pläne und mit dem Bremer Rolf Specht sogar einen Investoren. Allerdings blieb die Suche nach einem Betreiber erfolglos und so verschwand das Projekt in den Schubladen. Der damalige Standort hatte einen besonderen Reiz: Über einen sogenannten Bademantelgang – einer geschlossenen Brücke zwischen Hotel und Bad – hätten die Hotelgäste das Wesavi jederzeit trockenen Fußes und im Warmen erreichen können.

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