Entscheidung über Geländer und Neubau vertagt

Nienburgs Politik „verschiebt“ Brücken

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Das Geländer der Weserbrücke entspricht nicht mehr den aktuellen Vorschriften.

Nienburg - von Leif Rullhusen. Mit Brücken beschäftigte sich der Nienburger Bauausschuss am Donnerstagabend. Entscheidungen über Sanierung sowie Neubau hat er allerdings vertagt.

Auf der Tagesordnung des politischen Gremiums standen der Ersatz einer maroden Brücke über den Führser Mühlbach sowie eine Nachrüstung des Geländers der Weserbrücke zwischen Famila-Kreisel und Filmeck-Kreuzung.

Verschoben auf die nächste Sitzung

In beiden Fällen vertagten die Bauausschussmitglieder eine Entscheidung einstimmig. Beim Neubau der Brücke über den Führser Mühlbach im Zuge des Mühlenteichweges konnte Michael Pohl, Ingenieur im Fachbereich Stadtentwicklung, dem Gremium nicht erklären, warum das mit der Planung beauftragte Ingenieurbüro Hahn die teuerste der drei möglichen Varianten vorschlägt. Eine Konstruktion aus Kunststoff oder Aluminium würde jeweils 145 000 Euro, eine Stahlkonstruktion dagegen 160 000 Euro kosten. „Stahl ist in Unterhalt und Wartung sowie bei möglichen Reparaturen am günstigsten“, berichtete Pohl. Die Frage von Sozialdemokrat Rüdiger Altmann, warum Stahl wartungsfreier als Aluminium sei, konnte Pohl allerdings nicht beantworten. Somit wurde die Abstimmung über den Neubau auf die nächste Bauausschusssitzung verschoben.

Mehr Erfahrungen mit Stahlkonstruktionen

Das Ingenieurbüro begründet seine Empfehlung in dem „Bauwerksvorentwurf“ für eine Stahlkonstruktion übrigens mit „der bisher längsten Erfahrung und der regionalen Verfügbarkeit durch die stahlverarbeitenden Betriebe“. Daher seien etwaige Reparaturen relativ kostengünstig zu beseitigen.

Stadt schlägt Nachrüstgeflecht vor

Nicht entscheiden konnten sich die Bauausschussmitglieder im Fall der Weserbrücke, ob deren Geländer überhaupt komplett nachgerüstet werden müsse. Außerdem blieben Fragen offen, aus welchem Material das von der Stadtverwaltung vorgeschlagene Nachrüstgeflecht am Geländer sei. Ob sich die kalkulierten rund 20 000 Euro auf lackierten Stahl, Edelstahl oder feuerverzinktes Metall beziehen, konnte Pohl ebenfalls nicht klären. „Ich würde an den kritischen Stellen einfach ein paar Füllstäbe in das Geländer einschweißen“, schlug WG-Chef Frank Podehl vor als Alternative zu einer kompletten Nachrüstung vor. Das würde ausreichen.

Kein Zweifel an Nachrüstpflicht

Entstanden war die Debatte im Rahmen der geplanten Brückensanierung vor zwei Jahren, da das Geländer entlang des Fußweges nicht mehr den aktuellen Vorschriften entspricht. Die Sanierung platzte. Trotzdem bestehe eine Nachrüstungspflicht, damit der Kommunalen Schadensausgleich (KSA) im Schadensfall eintrete, berichtete Pohl dem Ausschuss. Der KSA findet in seiner Stellungnahme entsprechend klare Worte: „An einer Nachrüstungsverpflichtung als solcher besteht nach unserem Dafürhalten kein Zweifel“, heißt es darin. Entscheidungsspielraum gebe es lediglich bezüglich des Zeitraumes, in dem die Nachrüstung vorzunehmen sei.

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