Für das Miteinander im Straßenverkehr

Nienburgs Polizei im Rahmen des Aktionstages „sicher.mobil.leben“ unterwegs

Die Polizisten Volker Conrad und Tobias Büsing stehen mit ihren Fahrrädern vor einem Plakat.
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Volker Conrad und Tobias Büsing (v.l.) haben insbesondere Radfahrer hinsichtlich ihres Verhaltens im Straßenverkehr sensibilisiert.

Der bundesweite Aktionstag „sicher.mobil.leben“ soll Rad- und Autofahrer für das Miteinander auf der Straße sensibilisieren - auch in Nienburg.

Nienburg. Gefährliche Situationen im Straßenverkehr entstehen immer dann, wenn sich Fahrradfahrer und Autos den Straßenraum teilen müssen. Verlierer im Falle eines Unfalls sind fast ausschließlich die Radler.

„Deshalb richtet sich unsere Aktion in erster Linie an Radfahrer, soll aber auch Autofahrer für das Miteinander auf der Straße sensibilisieren“, erklärt Volker Conrad vom Präventionsteam der Nienburger Polizei. Gemeinsam mit seinem Kollegen Tobias Büsing war er am Mittwoch im Rahmen des bundesweiten Aktionstages „sicher.mobil.leben“ auf dem Rad in Nienburg unterwegs. Die Polizisten kontrollierten Radfahrer und wiesen mit Präventionsaktionen auf die Sicherheit im Straßenverkehr hin.

Sicherheit der Radfahrer im Fokus

Die Sicherheit der Radfahrer stand an diesem Tag in besonderem Fokus. „Dabei wird ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt: Neben der Ahndung von Verkehrsverstößen sollen Radfahrende als auch Kraftfahrzeugführende vorrangig über Gefahren aufgeklärt, hinsichtlich ihres eigenen Verhaltens sensibilisiert und an wichtige Grundsätze erinnert werden“, erklärt Nienburgs Polizeisprecherin Andrea Kempin. Ein Fahrradhelm könne Radfahrende vor schweren Verletzungen schützen, die richtige Kleidung sei zudem essenziell für die eigene gute Erkennbarkeit im Straßenverkehr. „Und auch Kraftfahrzeugführende können mit Hilfe des Schulterblicks Gefahren für Radfahrende in Folge des toten Winkels reduzieren und Behinderungen vermeiden, indem sie sich beispielsweise an bestehende Parkverbote auf Radwegen und Fahrradschutzstreifen halten“, verdeutlicht Kempin. Darüber hinaus solle auf einen Perspektivwechsel hingewirkt und dadurch mehr Verständnis für das jeweilige Gegenüber geweckt werden.

„Fahrradfahrer haben keine schützende Karosserie um sich herum“

„Wir wollen an dem Aktionstag vor allem für gegenseitige Rücksichtnahme werben“, sagte Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius am Mittwoch. Auf Niedersachsens Straßen starben vergangenes Jahr laut Polizei 370 Menschen. 51 davon waren Fahrrad- und Pedelec-Fahrer. Das seien zwar 22 weniger als 2019. Trotz dieser – auch durch die Corona-Pandemie beeinflussten, positiven Entwicklung – dürfe nicht außer Acht gelassen werden, dass Fahrradfahrende weiterhin zu der Gruppe der schwächeren Verkehrsteilnehmenden gehörten, erklärte Pistorius. „Sie haben eben, anders als Autofahrer, keine schützende Karosserie um sich herum.“

Deutlich verändertes Straßenbild in den vergangenen Jahren

Zudem seien nicht nur mehr Radfahrer insgesamt auf dem Straßen, sondern auch deutlich ältere Menschen auf deutlich schnelleren Rädern. Wegen der Veränderungen in der Verkehrsunfallstatistik lege Niedersachsen bei der Verkehrssicherheits-Arbeit den Fokus auf Fahrräder, E-Bikes und Pedelecs, erläuterte Pistorius weiter. „Das Straßenbild hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert.“ Das habe auch zu mehr Unfallopfern in dieser Gruppe geführt.

ru/dpa

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