Stadt informiert im Fachausschuss über den aktuellen Stand

Radschnellweg: Noch lang nicht am Ziel

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Modellprojekt Fahrradstreifen in MV

Nienburg - Von Leif Rullhusen. In Holland gibt es sie schon lange. Auch in Deutschland sorgen mittlerweile die ersten Radschnellwege für ungebremste Fortbewegung auf zwei Rädern ohne kreuzenden Autos.

Der vor zwei Jahren eröffnete E-Radschnellweg in Göttingen ist ein Erfolgsmodell und wird jährlich von über einer Million Radfahrern benutzt. Derzeit ist eine Verlängerung in Planung. Im Ruhrgebiet verbindet sogar ein über 100 Kilometer langer Radler-Highway die Städte Duisburg und Hamm.

Auch Nienburgs Politiker debattieren seit Jahren über den Bau von Radschnellwegen im Rahmen des Radwegekonzeptes der Stadt. Die Gedankenspiele beschäftigten sich vor allem mit Trassen, die aus dem Norden in die Innenstadt führen. Nun hat die Diskussion an Substanz gewonnen.

Im nächsten Stadtentwicklungsausschuss am Donnerstag, 3. Mai, wird Manfred Ewest vom Fachbereich Stadtentwicklung Auskunft über den aktuellen Stand der Planungen geben. Die sind von einer Realisierung wohl noch ziemlich weit entfernt. So hat die Stadtverwaltung im Februar zwar eine Ingenieurleistung ausgeschrieben. Die beinhaltet aber lediglich eine Optimierung der Radverkehrsverbindung von Holtorf in die Innenstadt. Dabei ist ein Radschnellweg nur eine von drei Varianten. Daneben stehen noch der Ausbau zu einem „attraktiven Radweg“ sowie zu einem Ausbau ohne Grunderwerb zur Auswahl. Die beiden letzteren Varianten sind deutlich einfacher umzusetzen und bieten Radfahrern dementsprechend weniger Vorteile. Welche in den weiteren Planungen eine Rolle spielen wird, hängt von den Fördermöglichkeiten und der Verfügbarkeit von Grundstücken ab.

Verschiedene Möglichkeiten

Ein Radschnellweg muss strenge Voraussetzungen erfüllen, um Fördermittel des Landes für den Bau zu erhalten. Er muss grundsätzlich durchgängig ein sicheres und attraktives Befahren mit höherer Reisegeschwindigkeit von 25 bis 30 Stundenkilometern gewährleisten. Zudem muss er unter anderem möglichst unabhängig vom Kfz-Verkehr verlaufen, entsprechend breit sein und bei der Querung von Nebenstraßen vorfahrtsberechtigt sein. Auch an eine Mindestlänge von fünf Kilometern, die überwiegend dem Charakter eines Radschnellweges entsprechen, ist eine Förderzuwendung des Landes gebunden.

Bislang liegen der Stadt zwei Angebote auf die Ausschreibung vor. Diese müssten zurzeit noch geprüft werden. Anschließend müsse der Verwaltungsausschuss darüber beraten und entscheiden, erklärt Ewest in der Sachdarstellung zu dem Tagesordnungspunkt. Die freie Fahrt für Fahrradfahrer wird – sofern sie in Nienburg überhaupt kommt – also noch auf sich warten lassen.

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