Der Charme längst vergangener Tage auf dem Prüfstand

Nienburgs Wirtschaftsförderung will Werbevitrinen abbauen

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Drei der fünf Vitrinen, die nach Vorstellung der Wirtschaftsförderung aus dem Stadtbild verschwinden sollen.

Nienburg - von Leif Rullhusen. Sie verbreiten den Charme der achtziger Jahre und sind wahrlich keine Schmuckstücke mehr. Diverse, wenig attraktive Werbevitrinen säumen Nienburgs Fußgängerzone. Nun sollen sie verschwinden.

Der Abbau achteckigen Glaskästen entlang der Langen Straße wird in Stadtverwaltung, Politik und Wirtschaft schon lange lebhaft diskutiert. Vor gut zwei Jahren verschwanden die ersten vier Exemplare vor der Bäckerei Deicke. Nun unternimmt Nienburgs Wirtschaftsförderung einen neuen Anlauf, um fünf weitere abzubauen. „Aus heutiger Sicht erscheinen sie, insbesondere vor den Zielen der Innenstadtentwicklung, weder gestalterisch noch als Werbemedium zeitgemäß“, heißt es in einem Beschlussvorschlag der Wirtschaftsförderung. Teilweise wirke der enthaltene Werbeauftritt ungepflegt.

Platz für neue Marktstände

Am kommenden Mittwoch wird der Wirtschafts- und Marketingausschuss über den Vorschlag der Verwaltung beraten. Betroffen sind drei Vitrinen vor dem Modehaus Heitmann sowie zwei vor der Kochlöffel-Filiale. Den dadurch gewonnen Platz will die Stadt nutzen, um weitere Wochenmarktstände zuzulassen. Geplant ist die Zulassung von Streetfoodständen sowie eine Erweiterung des Angebotes an frischen regionalen Produkten. Auch die Sicherheit werde verbessert. „Durch großzügigere Platzgestaltung können Rettungs- und Marktwege vergrößert und Engpässe verhindert werden“, erläutert die Wirtschaftsförderung in ihrem Beschlussvorschlag.

Einnahmenverlust wird durch mehr Attraktivität kompensiert

Finanziell würde der Rückbau der Vitrinen einen Einnahmenverzicht von etwa 150 Euro im Monat bedeuten. Die Gebühr für zwei neue Marktstände würde den Verlust von Mieteinnahmen aus den fünf Vitrinen nicht komplett kompensieren. Rund 1800 Euro erwirtschaften die Glaskästen. Die Gebühren für die Stände würden sich auf 1650 Euro summieren. „Diesem stehen jedoch eine Steigerung der Attraktivität des innerstädtischen Raumes, ein Attraktivitätsgewinn des Wochenmarktes für Kunden und Anbieter sowie eine Erhöhung der Aufenthaltsqualität gegenüber“, argumentiert die Wirtschaftsförderung.

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