Proben der 7b der Oberschule

Rockbandklasse: Bei Null begonnen und nun im „Rosa“-Finale

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Die Rockbandklasse bei den Proben für ihren 20-minütigen Auftritt beim Musikwettbewerb am Freitag.

Hoya - Von Ulf Buschmann. Das ist ein legendäres Video, von 1991. Der damals gerade elfjährige Macaulay Culkin spielt in seinem Zimmer Luftgitarre. Natürlich ist die Stereoanlage bis zum Anschlag aufgedreht.

Plötzlich steht Papa, gespielt von George Wendt, in der Tür und schickt seinen flippigen Sohn ins Bett. Der nimmt das aber ganz und gar nicht hin, baut im Wohnzimmer zwei Mega-Boxen auf, drischt in seine E-Gitarre. Die Druckwelle befördert Papa einmal über den Atlantik von den USA in die afrikanische Wildnis.

So beginnt Michael Jacksons Video zu seinem Hit „Black & White“. Glücklicherweise brauchen die heute elf-, zwölf- und 13-jährigen Jungs die Väter nicht mehr in einen anderen Teil der Erde zu schießen – zumindest dann nicht, wenn sie die Rockbandklasse der Oberschule Hoya besuchen. 

Unter der Leitung von Musiklehrerin Sabine Wagner und ihren Kollegen von der Kreismusikschule Nienburg lernen die Jungen und natürlich auch die Mädchen das Einmaleins der Rockmusik von der Pike auf.

Finale am 10. März

Was sie inzwischen drauf haben, zeigen die jungen Musiker Freitag, 10. März: Sie stehen ebenso wie Formationen vier anderer Schulen aus den Landkreisen Diepholz, Verden und Nienburg in Bruchhausen-Vilsen beim Musikwettbewerb „Rosa 2017“ des Rotary Clubs Bruchhausen-Vilsen auf der Bühne. Gegen die Rockbandklasse treten Friday vom Gymnasium am Markt in Achim, die Band 1922 des Gymnasiums in Bruchhausen-Vilsen, das Rock-Pop-Orchester der Kooperativen Gesamtschule Leeste und die Band Friday des Gymnasiums Syke an.

Die Rockbandklasse der Oberschule Hoya steht zusammen mit Formationen vier anderer Schulen aus den Landkreisen Diepholz, Verden und Nienburg beim Musikwettbewerb „Rosa 2017“ auf der Bühne in Bruchhausen-Vilsen.

Gegen solch starke Konkurrenz haben die Wettbewerber aus Hoya entsprechend starke Stücke ausgesucht: In den 20 Auftrittsminuten gibt es von der Rockbandklasse „Hey everybody“ von 5 Seconds of Summer, „155“ von +44, „All The Small Things“ von Blink-182 und „Wake Me Up When September Ends“ von Green Day auf die Ohren der Jury. Das fünfte Stück ist so etwas wie eine Hymne: „I Love Rock’n’Roll“ von Joan Jett. Als die Amerikanerin das Stück im Jahr 1981 auf den Markt brachte, waren die Eltern der Siebtklässler – nebenbei gesagt – vermutlich so alt wie ihre Sprösslinge jetzt.

Mit ihrem Dampf und Druck, den die Leute aus der 7b beim Spielen an den Tag legen, brauchen sie sich hinter älteren Musikern sicherlich nicht zu verstecken. Innerhalb der Klasse gibt es mehrere Instrumentalgruppen für Keyboard, Bass und Gitarre sowie Percussion und Schlagzeug. „Wir arbeiten in der üblichen Rockband-Besetzung mit Gitarre, Bass und Schlagzeug“, sagt Sabine Wagner.

Bestehen seit der fünften Klasse

Die Rockbandklasse 7b ist die erste der Oberschule, und besteht seit der fünften Klasse. Allerdings hat es die Tradition der Bandklassen bereits am Vorgänger, der Haupt- und Realschule, gegeben. „Die Schüler haben alle bei Punkt Null angefangen“, sagt Musiklehrerin Sabine Wagner.

Dabei müssen sich die Kinder nicht gleich am Anfang auf ein Instrument festlegen, im Gegenteil. Die ersten zwei bis drei Schulwochen probieren sie jedes Instrument aus: im Rahmen eines an jeder Musikschule üblichen Instrumentenkarussells. Vor dem Herbstferien entscheiden sich die Schüler dann für ein festes Instrument.

Nachwuchsarbeit wichtig

Damit der Nachwuchs gesichert wird, gehen die Schüler der jeweiligen Rockbandklassen in Jahrgangsstufe 6 auf Promotion-Tour. Allerdings bespielen sie nicht die Clubs der Region, sondern machen den Jüngeren an den Grundschulen die Musik schmackhaft. „Die neuen Oberschüler können sich gezielt für die Bandklassen anmelden“, erklärt Sabine Wagner das Prinzip.

Für die Kinder und Jugendlichen sei übrigens nicht nur die Musik wichtig, weiß die Lehrerin: „Die Arbeit im Bandalltag schweißt es die Gemeinschaft zusammen.“ Als Beispiel nennt Sabine Wagner die Aufnahmen für die erste eigene CD: „Die Kinder waren am Samstag und Sonntag in der Schule ohne zu murren.“

Quelle: kreiszeitung.de

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