Heidrun Götz aus Bücken hat immer mindestens eine helfende Hand übrig – aber im Hintergrund

„Nur nicht in vorderster Linie“

Heidrun Götz aus Bücken in ihrer Küche. Dort „zaubert“ die 56-Jährige stets Kuchen oder Waffeln für Veranstaltungen einiger örtlicher Vereine oder auch für die regelmäßigen Gemeindenachmittage.

Nienburg - Von Kurt HenschelBÜCKEN · „Ich springe da ein, wo man mich braucht“, sagt Heidrun Götz. Die „waschechte“ Bückerin ist Mutter dreier Kinder, kennt im Ort alle und sich demzufolge in allen Bereichen gut aus. Sie hat immer mindestens eine helfende Hand übrig, will aber „nur nicht in vorderster Linie“ stehen.

Eher „unterstützend und im Hintergrund“ wirkt die 56-Jährige ehrenamtlich. Darüber freuen dürfen sich die Kirchengemeinde um Pastor Paul-Gerhard Meißner sowie vor allem Elisabeth Ahrens und Brunhilde Struß vom MTV Bücken. Aber auch beim Roten Kreuz und im Reitverein ist sie dabei, wenn es darum geht, mit anzupacken. Dass sie auch ab und zu einmal ein Buswartehäuschen säubert, erwähnt sie nur nebenbei.

Heidrun Götz, deren Mann Siegfried als Schatzmeister im Präventionsrat Grafschaft Hoya fungiert, ist „überall so reingerutscht“, wie sie erklärt. Und das habe an den Kindern gelegen: Ihre Söhne Stefan und Thomas haben Fußball und Tennis gespielt, Tochter Anna-Lena sich den Pferden verschrieben. „Da fährt man die Kinder und ist automatisch dabei“, so die Bückerin. Ihre Spezialität: Kuchen und Waffeln. Die backt sie bei und für jede Gelegenheit und erntet immer auch entsprechendes Lob und Anerkennung.

Ausgenutzt fühle sie sich nicht. „Ich mache das immer gerne“, erklärt sie. Es müsse sie auch niemand an irgendwelche Termine erinnern: „Ich schreibe mir das immer auf. Wenn ich nicht kann, rufe ich an“, so die Frau mit dem ausgeprägten Teamgeist: „Ich lasse niemanden alleine.“

Das habe sie auch ihren Kindern vermittelt, so die Frau, die für ein Amt in irgendeinem Vorstand nicht infrage kommt. „Die wissen das“, sagt sie über alle, die bereits daran gedacht haben könnten, Heidrun Götz in eine verantwortliche Position zu hieven.

Und wenn irgendwo jemand ausfällt oder – warum auch immer – nicht am Einsatz-Ort erscheint, dann ist Heidrun Götz da und sagt: „Na gut – dann grille eben ich die Bratwurst.“ Spontan und ohne sich auf die Aufgabe vorbereitet zu haben.

Nicht ohne Vorbereitung geht sie mit ihrem Vier-Frauen-Team in die Gemeinde-nachmittage. Alle vier Wochen leitet sie diese im Gemeindehaus, wo für die Älteren im Ort „immer ein anderes Programm vorbereitet ist“. Das plane sie mit ihrem Team gemeinsam in einer Besprechungsrunde oder sie kläre das am Telefon.

„Ich mache einfach und dann hat sich das“, so die Ehrenamtsformel der sportlichen Bückerin, die gern zum Schwimmen oder in die Sauna geht, die Gymnastik und Nordic Walking betreibt sowie auch radelnd zu sehen ist.

Die Bückerin freut sich, dass immer etwa 30 Leute bei den regelmäßigen Gemeindenachmittagen erscheinen. Und wenn die Älteren sagen, „ja, wir müssen ja kommen, die haben so schön gebacken“, dann ist das „Lohn“ genug für Heidrun Götz‘ Bemühungen.

So zufrieden Heidrun Götz mit ihrem ehrenamtlichen Engagement auch ist, so sehr wünscht sie sich ein „Nachwachsen der jüngeren Generation“: „Schade, dass die, die Zeit hätten, diese nicht anders nutzen“, bedauert Heidrun Götz. Und über die Frage, „was bekomme ich dafür ?“, ärgert sie sich maßlos. Sie bekomme kein Geld, sehr wohl aber die Anerkennung derjenigen, für die sie immer zur Stelle ist. „Das ist so völlig in Ordnung – schließlich mache ich alles ja auch sehr gerne“, beteuert die „Perle“ aus Bücken, die aber sehr wohl „nicht mehr alles“ macht.

Quelle: kreiszeitung.de

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