Katastrophenschutz-Stab übt für den Fall einer extremen Wetterlage

Operation „Schneeflocke“ trifft den Landkreis

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Blick auf den Stab der Technischen Einsatzleitung bei einer Lagebesprechung. ·

Nienburg - Von Marc HenkelWas im vergangenen Winter im österreichischen Kärnten geschehen war, könne auch in unseren Breitengraden nicht ausgeschlossen werden – extremer Wintereinbruch mit starkem Frost und massiven Schneefällen. Dieses Szenario übte jetzt der Katastrophenschutz-Stab der Kreisfeuerwehr Nienburg im Nienburger Feuerwehrhaus.

Ausgearbeitet worden war die Operation „Schneeflocke“ von Mitarbeitern der niedersächsischen Akademie für Brand- und Katastrophenschutz (NABK).

Als Ausgangslage gab das Akademie-Team dem Stab ein winterliches Wetter-Szenario vor, bei dem es schon teilweise zu Verkehrsunfällen und leichten Engpässen in der Versorgung der Bevölkerung gab. Der Deutschen Wetterdienst (DWD) übermittelte dem Landkreis Nienburg eine Verschlimmerung der Wetter-Verhältnisse. Diese Prognose veranlasste den Landrat, den Katastrophenschutzstab (KatS-Stab) einzuberufen, den Mitglieder der Technischen Einsatzleitung (TEL) bildeten. Die Feuerwehrleute nahmen die Arbeit auf. Unterstützung bekamen sie von Fachberatern der Polizei, der Bundeswehr, des Rettungsdienstes, des Technischen Hilfswerk und von Mitarbeitern der Kreisverwaltung.

Die Übungsleitung, die aus Personal der NABK, der Polizeidirektion Göttingen und Hannover bestand, übermittelte laufend neue Lagen an den KatS-Stab. Die Anzahl der Verkehrsunfälle häuft sich, die Straßen werden immer schlechter und manche Ortschaften sind nur noch über weite Umwege erreichbar. Was diese Änderung der Situation im normalen Leben bedeutet, haben viele Bürger im Winter 1978/79 erlebt.

Mittlerweile bricht die Versorgung von Verbrauchsgütern zusammen. Stromausfälle kommen immer häufiger vor – auch dies ein Szenario, welches sich 2005 als „Münsterländer Schneechaos“ abgespielt hatte. Ohne Strom bleiben viele Heizungen aus. Wichtige Gebäude wie Krankenhäuser oder Altenheime besitzen zwar Notstromaggregate, diese jedoch benötigen Kraftstoff – ohne Strom funktionieren auch die Tankstellen nicht mehr.

Da solche Wetterlagen meist nicht nur einen Landkreis betreffen, musste sich der Personenkreis im Stab Gedanken darüber machen, wo etwaige Unterstützung herzubekommen sei. Helfer aus den Nachbar-Landkreisen sind nicht verfügbar. Deshalb galt es, über die Landesgrenzen hinaus Personal anzufordern. Gerade dabei sei es wichtig, die Anforderung zeitnah mit einem Gefühl für Weitblick anzufordern, denn diese Kräfte haben einen langen Anfahrtsweg.

Mittlerweile hat sich die Lage so weit verschlechtert, dass Schulen und Kindergärten geschlossen werden müssen. Die Kinder, die sich noch in den Einrichtungen befinden, gilt es, sicher zu ihren Eltern zu bringen. „Eine nicht ganz leichte Aufgabe“, sagte ein Mitglied des Stabes. „Wir reden hier von einer Personenzahl, die im vierstelligen Bereich liegt.“

Nach rund sechs Stunden gab die Übungsleitung das Übungsende bekannt und zog ein vorläufiges Resümee. Nahezu alle Maßnahmen, die vom Stab getroffen worden waren, hätten ihre Wirkung erzielt. Dass eine solche Übung auch Schwächen aufzeige, sei normal, hieß es. Die Schwächen aufzuzeigen und daran zu arbeiten, sie abzustellen, gehöre zu den Zielen derartiger Übungen. „Dieser anstrengende Tag hat gezeigt, dass wir als Technische Einsatzleitung gut zusammenarbeiten können. Wir konnten unsere Kenntnisse vertiefen und werden unsere Schwachstellen abarbeiten“, war aus den Reihen der Akteure zu hören.

Ein weiterer wichtiger Punkt der Übungs-Nachbesprechung war auch, dass ohne die vielen Ehrenamtlichen in den Hilfsorganisationen ein solches Szenario in der Realität nicht zu händeln wäre.

Auch die Übungsbeobachter waren mit den Leistungen zufrieden und wollen diese Art der Übungen wiederholen.

Quelle: kreiszeitung.de

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