Dritter Verhandlungstag im Prozess gegen Verdener / Eystruper Betreuer sagt aus

Opfer leidet noch an Folgen des Mordversuchs

Hoya - Von Wilfried PalmVerden/Eystrup · Noch  heute leidet ein 33-jähriger  Betreuer der Eystruper Jugendeinrichtung „Feuer und  Wasser“ sichtlich unter den Folgen einer Attacke auf ihn am 27. Juni 2012. Ein 20- und ein 16-jähriger Verdener hatten ihn damals fast umgebracht. Jetzt sagte das  Opfer als Zeuge vor der 3. Großen Strafkammer des Landgerichts Verden aus und hatte deutliche Schwierigkeiten, die Ereignisse zu erinnern.

„Ich kriege das Bild nicht mehr zusammen“, antwortete er mehrfach, als ihn der Vorsitzende Richter Joachim Grebe nach dem Ablauf der Ereignisse fragte. Durch die Geständnisse der beiden Angeklagten und die bruchstückhafte Erinnerung des Opfers ist der Tathergang dennoch einigermaßen klar.

Die beiden Verdener waren zusammen mit einer Freundin nach Eystrup gefahren, um sich mit einem der Bewohner der Jugendeinrichtung auseinander zu setzen (wir berichteten). Dann aber richteten sich ihre Aggressionen gegen den Betreuer, als der den ihm unbekannten 20-Jährigen vom „Feuer und Wasser“-Gelände verweisen wollte.

Er sei zunächst ins Gesicht geschlagen worden, berichtete das Opfer. Wer ihn geschlagen und später, als er am Boden lag, getreten habe, könne er aber nicht mehr sagen.

Ihm wurde dabei das Nasenbein und das Jochbein gebrochen – vermutlich durch Tritte gegen den Kopf. Außerdem zersplitterten einige seiner Zähne, und er erlitt eine zentimeterlange Wunde an der Stirn.

Der 33-Jährige verbrachte daraufhin mehr als zwei Wochen im Krankenhaus. Noch heute ist er nicht arbeitsfähig und in psychologischer Behandlung. Er berichtete über die zahlreichen Folgen der Tat, die die Staatsanwaltschaft als versuchten Mord einstuft.

Aufgrund der Erinnerungslücken des Opfers wird es schwierig, die genauen Tatbeteiligungen der beiden Angeklagten festzustellen. Sicher scheint, dass der 20-Jährige der Haupt aggressor war und auch den ersten Schlag geführt hat. Sein 16-jähriger Kumpel hatte ihn in seiner Aussage schwer belastet. Während der jüngere Angeklagte im Gerichtssaal auf sein Opfer zuging und um Verzeihung bat, zeigte der 20-Jährige auch am dritten Verhandlungstag kaum eine Regung.

Der Prozess dauert nach derzeitiger Planung bis zum 6. Februar. Ein Urteil wird erst gesprochen werden, wenn die Tatbeteiligungen der beiden Angeklagten festgestellt sind.

Quelle: kreiszeitung.de

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