Bildhauer enthüllt Gesamtkunstwerk in Schweringen

Mehr als eine Skulptur:  „Palaver mit Pot“ inspiriert

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Künstler und Bildhauer Mayk Intemann (rechts) präsentierte am Freitag in Schweringen die Büste seines Lehrmeisters Gottlieb Pot d’Or als Bestandteil des Gesamtkunstwerks „Palaver mit Pot“. Dazu gehört ein Eisentisch, der neben dem Sockel mit der Büste zum Verweilen einladen soll. Mit von der Partie (von links): Judith Preuß, Intemanns Ehefrau, Meret Laufenberg, Emma Intemann, Petra Pot d’Or und ihre Mutter Hella Tkocz. Auf dem Bild fehlt Leon Voß. Links auf dem Eisentisch steht eine Büste von Intemann selbst, die er 1974 während seiner Lehrjahre bei Gottlieb Pot d’Or schuf.

Schweringen - Von Horst Friedrichs. Ein Palaver als Gesamtkunstwerk, und das mitten im Dorf. Dieses Alleinstellungsmerkmals kann sich ab jetzt die Gemeinde Schweringen rühmen. An der Weserstraße steht es, geformt aus Edelstahl, gegossen aus Bronze.

Der zum Palaver lädt, ist ein grüner Kopf, geschaffen von Mayk Intemann nach seinem Vorbild und Lehrer Gottlieb Pot d’Or. „Pot“, liebevoll „platt“ ausgesprochen, nannten die Schweringer den Bildhauer und Maler, der ihren Ort zu seiner Heimat gemacht hatte und fast ein halbes Jahrhundert in ihrer Mitte lebte. Jetzt ist er wieder da, verewigt von Bildhauer und Maler Mayk Intemann als Skulptur „Palaver mit Pot“, offiziell übergeben am Freitag an markanter Stelle gegenüber der Einmündung Dorfstraße.

In Sichtweite hat Gottlieb Pot d’Or, 1905 in Bremen geboren, von 1932 bis zu seinem Tod 1978 gewohnt und gearbeitet. Von seinem Atelier unter dem Dach eines großen Bauernhauses aus konnte er den kleinen Platz an der Schweringer Weserstraße sehen, an dem jetzt seine Bronzebüste steht. Das heißt, eigentlich stand sie am Freitag nur Probe, denn sie muss in diesen Tagen noch richtig befestigt werden. Der Grund: Die Auslieferung aus einer Bremer Bronzegießerei fand erst in letzter Minute statt – sodass Mayk Intemann die Büste zum offiziellen Einweihungsakt nur kurz mitbringen und den Gästen der Präsentation zeigen konnte.

Einladung zum Innehalten und Erinnern

Wenn sie erst einmal auf ihrem Podest verankert ist, bildet die Büste den Mittelpunkt der Skulptur „Palaver mit Pot“ und soll nicht einfach nur dastehen. Sie soll einladen, anregen, zum Innehalten und zum Erinnern auffordern und zu Gesprächen ermuntern – mit der ganzen Bandbreite vom lockeren Palaver bis hin zu tiefgründigeren Dialogen.

Den Treffpunkt-Charakter bei „Pot“ symbolisiert denn auch der Eisentisch, der vielen Funktionen dienen kann: vom einfachen Anlehnen bis zum Abstellen von Kleinigkeiten, die das Reden mit den Händen stören würden.

Weiterer Bestandteil des Gesamtkunstwerks ist der Eisensockel, auf dem die Pot-d’Or-Büste ruht. Hinweisschilder aus Edelstahl teilen jedem mit, um was es dort geht.

Das sind neben der Tischbeschriftung „Palaver mit Pot“ auch eine Namenstafel am Sockel und eine seitliche Hinweistafel, die dem Betrachter mitteilt, dass Mayk Intemann seine Schüler Meret Laufenberg, Leon Voß und Emma Intemann, seine Tochter, an dem Bildhauerwerk mitwirken ließ. Auch an der Übergabefeier nahmen die Drei teil.

Meret Laufenberg enthüllte die Büste am Freitagnachmittag im Sonnenschein auf dem kleinen Platz neben der Schweringer Hofladenkiste. Zu den Teilnehmern zählten auch Judith Preuß, Mayk Intemanns Ehefrau, sowie Petra Pot d’Or aus Bremen, eine Großnichte Gottlieb Pot d’Ors, sowie ihre Mutter Hella Tkocz, die, wie sie sagte, „auch einmal 20 Jahre lang Pot d’Or hieß“.

Intemann hält Rede zur Übergabe

Mayk Intemann hielt eine Rede zur feierlichen Skulptur-Übergabe und schilderte überaus bildhaft, wie ihn seine Mutter im Jahr 1974 als Neunjährigen zu Gottlieb Pot d’Or brachte – damit er Kunst lernt. Pot d’Or kam sofort zur Sache: „Setz dich zu mir an die Staffelei, nimm die Buntstifte und zeichne mir aus einfachen Formen wie Quadrat, Rechteck, Dreieck und Kreis ein Pferd mit Reiter!“ Intemann erinnert sich: „Das Pferd mit Reiter war für mich der Start in meine Kunst.“ Und: „Pot war ein sehr sportlicher Mann. Immer wenn ich zu ihm kam, machte er vor mir einen Kopfstand.“

„Wir haben gemeinsam gezeichnet und gemalt“, fuhr Mayk Intemann fort. „Wir haben auch gemeinsam Figuren modelliert, menschengroß, zum Beispiel Frankenstein – und Stabpuppen, einen Räuber und einen Professor.“

Eine Büste von sich selbst, die er damals gemeinsam mit seinem Lehrmeister aus Ton modelliert und dann über eine Gipsform in Beton gegossen hat, zeigte Intemann am Freitag auf dem Eisentisch neben der Büste seines Lehrers. „Ich kann nur sagen“, fügte Mayk Intemann bewegt hinzu, „ohne Pot d’Or gäbe es heute keinen Mayk als Künstler und auch kein spätes Kunststudium.“

„Schweringen ist um eine Attraktion reicher“, stellte Bürgermeister Bernd Meyer fest. Und Samtgemeindebürgermeister Detlef Meyer sagte es so: „Die Kunst im öffentlichen Raum ist das Salz in der Suppe. Das Palaver ist in diesem Fall kein überflüssiges Gerede; vielmehr soll es die Menschen inspirieren.“

Quelle: kreiszeitung.de

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