"Park and Ride"-Plätze am Nienburger Bahnhof werden kostenpflichtig

Mensch, ärgere dich nicht

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Das war's dann wohl: Wer ab kommender Woche am Nienburger Bahnhof parkt, bezahlt künftig Geld.

Nienburg - von Kristina Stecklein. Sie sterben aus - die kostenfreien Parkplätze in Nienburg. Jetzt geht es auch den beliebten Plätzen hinter dem Nienburger Bahnhof an den Kragen: Sie werden ab Ende nächster Woche kostenpflichtig.

Es ist ein stiller Krieg, der entlang der Dr. Franck Straße ausgetragen wird: Bereits am frühen Morgen kreisen die Autofahrer um die "Park and Ride"-Plätze hinter dem Nienburger Bahnhof wie Geier um ihr - kostenfreies - Fressen. Doch diese Zeiten sind ab Ende März vorbei: Aus dem kostenlosen „Park and Ride“-Angebot werden kostenpflichtige Parkplätze. Dem Geier werden also gewissermaßen die Federn gerupft.

„Die Parkplätze sind jahrelang kostenlos zur Verfügung gestellt worden von der Bahn“, erläutert Friedhelm Meyer-Leseberg, Leiter des Sachgebietes Straßenverkehr in der Nienburger Stadtverwaltung, die bisherige Sachlage. Um die Instandhaltung der Plätze habe sich jedoch die Stadt Nienburg gekümmert. „Da ist eine jährliche Summe entstanden, das ist nicht ohne gewesen“, fügt Tim Hausschildt als Vorsitzender des Ausschusses für Sicherheit und Ordnung an.

„Mehrere tausende Euro an Kosten“ – und das, obwohl die Plätze Eigentum der Deutschen Bahn seien. Selbst mit Vandalismus musste sich die Stadt auseinandersetzen. Nach zweieinhalb Jahren habe man sich aber Ende des vergangenen Jahres mit der Bahn einigen können. Im Ausschuss zeigten sich allerdings nicht alle Mitglieder begeistert. „Es war kein einstimmiger, sondern mehrheitlicher Beschluss“, wirft Hausschildt ein.

Die vier Parkplätze, die sich direkt am Ausgang des Bahnhofes befinden, bleiben weiterhin bestehen. Hier wird die Zeit von einer Stunde via Parkscheibe geregelt.

Anfang dieser Woche wurden bereits Schilder aufgestellt, noch ist das „mit Parkschein“ unter dem großen, blauen „P“ mit einem neon-farbigen Band überklebt. Ende der nächsten Woche wird es dann ernst: Dann kommen die drei neuen Parkscheinautomaten, dann klimpert das Kleingeld.

Bezahlen lassen sich die Neuankömmlinge nämlich nur mit Münzen – und in der ersten dreimonatigen Testphase auch per EC-Karte. Beides hat einen bestimmten Grund. „Die Prüfer von Banknoten sind sehr teuer“, erklärt Hausschildt. Die Annahme der EC-Karte hingegen sei vom Parkautomaten-Anbieter in den ersten drei Monaten inklusive. Wenn sich dieser „Service“ auszahle, sei die Überlegung da, die EC-Karten-Zahlung auch beizubehalten. Und was die Geldscheine betrifft, gebe es zudem noch eine andere Sorge. „Sie sind sehr abseits gelegen“, deutet Hausschildt vorsichtig an. Er vermutet, dass Geldscheine in einem Automaten möglicherweise auf falsche Gedanken bringen könnten.

Doch um die Frage aller Fragen zu beantworten: Sonderlich teuer wird es für die Pendler und Gelegenheitsparker nicht. Eine Stunde Obhut an der Dr. Franck Straße kostet 30 Cent, ein Tagesticket 2,10 Euro, und wer dort einen Montag lang – also 31 Tage – parken möchte, muss 15 Euro bezahlen. Damit sind die Preise deckungsgleich mit dem Parkhaus am Bahnhof. „Aus Fairness gegenüber den anderen Pendlern“, betont Sachgebietsleiter Meyer-Leseberg.

Einer der Automaten befindet sich ab kommender Woche direkt am Bahnhofs-Ausgang. Nur an ihm gibt es das Monatsticket zu erwerben. 110 Stück werden angeboten, ein Platz ist aber, wie bei jedem Monatsticket, nicht garantiert. Das ließe sich schließlich auch gar nicht zu steuern, die Zahl der Anfrage aber entsprechend anpassen. „Der Unmut wäre noch größer, Verstöße wären dann vorprogrammiert, wenn zu viele Dauerparkkarten herausgegeben würden“, ist sich Meyer-Leseberg sicher.

Letzten Endes werden die Geier vermutlich trotzdem um die Parkplätze hinter dem Bahnhof kreisen. Zwar ist das Opfer nicht mehr kostenfrei – der Bedarf ja aber dennoch vorhanden.

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