Ein Abschied mit Botschaft: Sein wie ein Baum

Pastor Paul-Gerhard Meißner hält seinen letzten Gottesdienst in Bücken

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Pastor Paul Gerhard Meißner wurde mit viel Musik aus Bücken verabschiedet.

Bücken - Von Lydia Cramer. Ein letztes Mal trat Paul-Gerhard Meißner am Sonntagnachmittag in der Stiftskirche in Bücken vor seine Gemeinde. Es war ein besonderer Anlass, sein Abschiedsgottesdienst.

Paul-Gerhard Meißner und seine Frau Claudia haben sich entschlossen, nach Lingen zu ziehen. Ihre Kinder – die Söhne Henrik und Frithjof sowie die Töchter Lea und Caroline – kommen nicht mit. Sie sind alle über 20 Jahre alt und gehen ihren eigenen Weg.

Der evangelische Theologe Meißner ist 56 Jahre alt, 22 Jahre verbrachte er als Pastor in der Gemeinde Bücken. „Ich habe noch zehn oder zwölf Arbeitsjahre vor mir“, sagte er. Der Wechsel in die rund 150 Kilometer entfernte Stadt im Emsland sei kein leichter Schritt, aber ein Schritt zu neuen Aufgaben.

Mit der Einladung zum Gottesdienst verschickte der Pastor eine Karte mit einem vielsagenden Spruch darauf: „Man muss weggehen können und doch sein wie ein Baum: Als bliebe die Wurzel im Boden, als zöge die Landschaft und wir ständen fest.“ Meißner ist ein Baum in der Kirchengemeinde geworden und wird für immer tief in ihr verwurzelt sein.

„Ich blicke auf viele schöne Jahre zurück“, sagte er. Er erinnere sich gerne an bewegende Gottesdienste, Konzerte, Gemeindeprojekte, Glaubenskurse, die „Church-Night“ oder Jugendfreizeiten.

Apropos Jugendliche: Die hatten am Sonntag ein Geschenk für den scheidenden Pastor – ein Fotoalbum mit vielen bildhaft festgehaltenen Erinnerungen – mitgebracht. Auch vom Kirchenvorstand und von den anderen, die sie in ihr Herz geschlossen hatten, wurden er und seine Frau reich beschenkt.

Während des Gottesdiensts sorgten zwei Chöre, die Flötengruppe aus Bücken und der Posaunenchor für die Musik.

Mit Applaus verabschiedet

Pastor Paul-Gerhard Meißner.

„Ich danke euch, dass ihr mit mir, als nicht Plattschnacker, Deutsch geredet habt, dass ihr mich immer wieder mit der Landwirtschaft bekannt gemacht habt, und vor allem, dass ihr mich ausgehalten habt. Denn auch wenn die Jugendlichen oft sagten, ich solle mich kurzfassen, sind meine Predigten doch immer etwas länger geworden“, sagte Meißner schmunzelnd. „Ich werde diese Gemeinde mit ihren vielen Ehrenamtlichen und vor allem den tollen Kirchenvorstand vermissen, der oft sehr schwere Lasten auf seinen Schultern tragen musste“, sagte Meißner. Und zählte außerdem die schöne Kirche, die Schützenfeste, die runden Geburtstage, die Nachbarschaft zur Feuerwehr und das Miteinander im MTV als Dinge, die ihm fehlen werden, auf.

Am Ende des Gottesdiensts wurde Paul-Gerhard Meißner mit lang anhaltendem Applaus verabschiedet. Im Gemeindehaus ließen die Anwesenden den Nachmittag dann bei Kaffee und Kuchen ausklingen – und verabschiedeten sich von Paul-Gerhard Meißner und seiner Frau. Der ehemalige Pastor wünscht sich einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin, der oder die offen ist, sich gut vernetzen kann, gleichermaßen Lust auf die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen als auch mit Senioren hat und genauso gerne mit den Menschen in der Gemeinde, im Dorf und in der Region lebt, wie er und seine Familie es getan haben. „Und so jemanden versuchen wir nun zügig zu finden“, versprach Dr. Jörn-Michael Schröder, Superintendent des Kirchenkreises Syke-Hoya.

Paul-Gerhard Meißner wird am 18. Februar in der Kreuzkirche Lingen eingeführt. Er wird dort im Team mit einer Pastorin, einem Kirchenmusiker und einer Mitarbeiterin für die Kinder- und Jugendarbeit zwei Gemeinden betreuen

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