Kreisverwaltung prüft Alternativen

PCB-Belastung in Hoyaer Gutenbergschule festgestellt

Hoya/Nienburg - In zwei Räumen der Gutenbergschule in Hoya ist eine erhöhte Konzentration polychlorierter Biphenyle (PCB) festgestellt worden, teilt Landkreis-Sprecher Cord Steinbrecher mit. Die Kreisverwaltung prüfe derzeit in enger Abstimmung mit Schulleitungen, Schulelternrat und Landesschulbehörde mögliche Handlungsalternativen.

„Auf Bitten der Lehrerschaft waren erste Raumluftuntersuchungen bereits während der diesjährigen Osterferien durchgeführt worden und hatten zunächst keine Auffälligkeiten ergeben“, berichtet Steinbrecher. „Da sich die gemessenen Werte abhängig von den klimatischen Raumluftverhältnissen verändern können, wurden in den Herbstferien Wiederholungsmessungen durchgeführt. Dabei wurden in zwei Räumen Werte gemessen, die oberhalb des Vorsorgewertes liegen. Zusätzlich wurden auch in den Fluren PCB-haltige Fugenmassen vorgefunden.“

Die deutsche PCB-Richtlinie kennt zwei Grenzwerte: den Vorsorge- und den Eingriffswert (300 beziehungsweise 3000 Nanogramm pro Kubikmeter Raumluft): Danach sind Räume mit über 3000 Nanogramm/m³ nicht weiter zu nutzen und sofort zu sanieren, in Räumen mit über 300 Nanogramm/m³ ist nach Möglichkeit der Grund der Belastung zu beseitigen; die Räume müssen bis dahin gut gelüftet und besonders gereinigt werden. Die problematischen Werte in der Gutenbergschule betragen 469 und 371 Nanogramm/m³.

Schulbetrieb in Nienburg fortsetzen?

„Polychlorierten Biphenylen werden zwar verschiedene gesundheitsgefährdende Wirkungen zugeschrieben. Da die in der Gutenbergschule ermittelte PCB-Belastung allerdings weit unter dem Eingriffswert liegt, ist von einer akuten Gesundheitsgefährdung für Schülerinnen und Schuler, Lehrerschaft und Verwaltungsmitarbeiter derzeit nicht auszugehen“, erklärt Steinbrecher in der Pressemitteilung.

Um eine Gesundheitsgefährdung aber gänzlich auszuschließen, hatte die Kreisverwaltung im Gespräch mit den betroffenen Schulleitern der Gutenbergschule und des Johann-Beckmann-Gymnasiums sowie dem Schulelternratsvorsitzenden vorgeschlagen, den Schulbetrieb vorübergehend in den leerstehenden Räumen der Friedrich-Fröbel-Schule in Nienburg fortzusetzen.

Gebäude weiter nutzen

Sowohl die Schulleiter als auch der Schulelternratsvorsitzende der Gutenbergschule haben sich gegen diese Lösung ausgesprochen und ziehen es vor, das Gebäude zunächst weiter zu nutzen, insbesondere um die Gutenbergschule nicht aus ihrem sozialen Umfeld zu reißen. Sie setzen auf die konsequente Umsetzung eines strengen Lüftungs- und Reinigungsplans, um die Konzentration der PCB im Gebäude möglichst gering zu halten. Darüber hinaus wurde auch die Bereitschaft signalisiert, mögliche Erschwernisse im Schulbetrieb während weiterer Untersuchungen und der Sanierungsarbeiten in Kauf zu nehmen.

Die aufgezeigten Handlungsoptionen sollen in Kürze zwischen der Kreisverwaltung, dem Lehrerkollegium und der Elternschaft der Gutenbergschule weiter erörtert und danach eine Entscheidung über das weitere Vorgehen getroffen werden.

Rubriklistenbild: © dpa

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