Victoria Buschmanns Perfektionismus hat sich ausgezahlt

Eystruperin beendet Ausbildung zur Fotografin mit Auszeichnung

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In der Abschlussarbeit steckt ihr ganzes Herzblut. Victoria Buschmann aus Eystrup vermarktete eine fiktive Show des GOP Varieté-Theaters Bremen.

Eystrup - Von Vivian Krause. Sie lebt die Fotografie. Schon als Zehnjährige hat Victoria Buschmann alles geknipst, was ihr vor die Linse kam. Ihre Ersparnisse flossen in Ausrüstung, auf ihre erste Kamera hat sie lange gespart. Jetzt ist die Eystruperin 22 Jahre alt, hat eine abgeschlossene Ausbildung als Fotografin und ist mit ihrer Abschlussarbeit Landessiegerin in Bremen geworden.

Der Weg dorthin war mit viel Arbeit verbunden. Aber neben der Hilfe von Freunden und vor allem von ihrer Familie, hatte Victoria Buschmann auch immer etwas Glück an ihrer Seite, ist sie sich sicher. Mit 13 Jahren machte sie den „Girlsday“ bei einem Fotografen in Dörverden. Dort kam sie zum ersten Mal mit dem Bildbearbeitungsprogramm Photoshop in Berührung. „Danach war es um mich geschehen“, sagt sie lachend. Weitere Praktika folgten, jedes einzelne half der Eystruperin, sich ein Stück weiterzuentwickeln. Der Berufswunsch war klar: Fotografin.

Nach dem Realschulabschluss in Hoya ging Victoria Buschmann zur Fachoberschule in Verden (Schwerpunkt Gestaltung), um schließlich ihre Ausbildung beim Landesinstitut für Schule in Bremen in der Abteilung Zentrum für Medien zu beginnen. Drei Jahre pendelte sie von Eystrup dorthin. Dann stand die Abschlussprüfung an. Der praktische Teil war in drei Bereiche unterteilt. „Im ersten Teil war mein Thema ,Bagger‘“, sagt die 22-Jährige und lacht. 

Es hat nicht nur sie vor eine große Herausforderung gestellt, auch ihr Umfeld wurde mit einbezogen und ständig nach der Meinung gefragt. Mit anderen über das eigene Projekt zu reden, sich auszutauschen und dadurch neue Ideen zu bekommen, ist eine Sache, die Victoria Buschmann erst während ihrer Ausbildung lernte. „Irgendwann habe ich nicht mehr nach links und rechts geschaut“, sagt sie. „Irgendwann ist man einfach nur stolz auf seine eigenen Fortschritte.“ Noch immer – rund ein halbes Jahr nach der Abschlussprüfung – schicken Freunde ihr Fotos von Baggern, erzählt Victoria Buschmann. Wie kam es zu dem Gefährt? Ihr Schwerpunkt bei der Prüfung war die Architektur. Der Grund: Beim Landesinstitut für Schule lernte sie vor allem die Industrie- und Architekturfotografie kennen. Und zur Architektur gehört das Bauen – und somit der Bagger.

„Da steckt mein Herzblut drin“

„Bei einem Fotografen denken viele ganz klassisch an Porträtfotografen“, sagt die 22-Jährige. „Mit Porträts habe ich mich schon immer gerne beschäftigt.“ Während der Ausbildung erweiterte sie mit der Architekturfotografie ihren Horizont. Doch ganz ohne Porträts ging es dann doch nicht. Sowohl beim zweiten Prüfungsthema – das Fotografieren eines Tischlers – als auch beim selbst gewählten lichtete sie Personen ab.

„Da steckt mein Herzblut drin“, sagt Victoria Buschmann und holt ihre Abschlussarbeiten aus einer Holzkiste. Schnell verwandelt sich der Raum in ein kleines Atelier – Detailaufnahmen eines Baggers reihen sich an das Bild eines Tischlers und ein Werk, das vier Artistinnen vor dem GOP-Theater in Bremen zeigt. Bereits während der Ausbildung hatte sie für ein Schulprojekt den Kontakt zum GOP geknüpft. Dass dieser ihr bei der Abschlussarbeit noch helfen würde, hatte sie nicht gedacht. „Ich wusste, dass mein Projekt in die Richtung Show gehen soll“, erinnert sich die Eystruperin. Mit ihren Bildern wollte sie eine fiktive Aufführung vermarkten.

Die Idee: Vier Frauen der Gruppe „Victoria“ führen die Show „Le Femmes“ auf. Die Vier waren Victorias Freundinnen Kira, Karolina und Sarah sowie ihre Schwester Conni. Sie alle schlüpften in die Rolle einer Artistin. Zwei Tage lang waren sie im Bremer Theater. Mit dabei auch die Eltern der 22-Jährigen. „Jeder hat mit angepackt“, erinnert sich Victoria Buschmann. „Alle wussten, wie wichtig mir das war.“ Rund drei Wochen hatte sie Zeit für ihre Arbeit. Neben den Bildern entwarf sie einen Flyer, eine schriftliche Konzeption und ließ goldene Bilderrahmen anfertigen.

Landessiegerin im Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks

„Ich bin perfektionistisch“, sagt Victoria Buschmann. „Und es ist ein Ergebnis herausgekommen, mit dem ich rundum zufrieden bin.“ Dieses Ergebnis überzeugte auch die Handwerkskammer und den Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH). Sie wurde Landessiegerin im Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks (PLW – Profis leisten was). Dieser wird gemeinsam von einer jährlich wechselnden Handwerkskammer und vom ZDH organisiert.

Trotz der Freude über diese Ehrung blickt Victoria Buschmann realistisch in die Zukunft. Als Fotograf selbstständig zu sein, sei laut Victoria Buschmann nicht einfach. Daher baut sich die 22-Jährige ein zweites Standbein auf und schließt eine Ausbildung als Verwaltungsfachangestellte an. Doch die Fotografie wird sie immer begleiten. In ihrer Freizeit kann sie einfach nicht ohne. „Ich habe zwar den Fernseher an, aber eigentlich bearbeite ich die ganze Zeit Fotos“, sagt sie lächelnd. Oft kommen Freunde auf sie zu, beispielsweise hat sie schon die Jungs der Band „Meilentaucher“ abgelichtet. „Wir kennen uns schon lange.“ Um ihre Leidenschaft auszuleben, hat sie nicht nur viel in ihre Ausrüstung investiert, auch funktionierte sie einen Raum bei ihren Großeltern, die nur rund 200 Meter von ihrem Elternhaus entfernt wohnen, zu einem Fotostudio um. „Es ist kein ideales Studio, weil beispielsweise die Decken viel zu tief sind“, sagt die Perfektionistin. Und fügt lächelnd an: „Aber es ist meins.“

Quelle: kreiszeitung.de

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