Nienburg ist die erste Kommune im Landkreis

„Pestizidfreie Kommune“: Die letzte Hürde ist genommen

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Nienburg - Von Leif Rullhusen. Die Stadt Nienburg wird „Pestizidfreie Kommune“ – als erste im gesamten Landkreis. Der Stadtrat stimmte dem entsprechenden Verwaltungsvorschlag mehrheitlich zu.

Als „Pestizidfreie Kommune“ verzichtet Nienburg auf allen kommunalen, eigenbewirtschafteten Flächen auf chemisch-synthetische Pestizide. Auch private Firmen, die öffentliche Flächen pflegen, dürfen solche nicht verwenden. Darüber hinaus wird die Stadt insektenfreundliche Blühfächen und Projekte initiieren sowie unterstützen. Zukünftig wird die Stadt bei neuen Pachtveträgen ihrer landwirtschaftlichen Flächen nach Möglichkeit ein Verbot von Pestiziden mit aufnehmen. Die städtischen Tochterunternehmen werden auf pestizidfreie Bewirtschaftung hingewiesen und Nienburgs Bürger über die Bedeutung von Biodiversität informiert.

Die letzten drei Punkte sorgten für zwei Änderungsanträge. Christdemokrat Wilhelm Schlemermeyer stellte den Antrag bei neuen Pachtveträgen landwirtschaftlicher Flächen Ackerland auszuschließen. „41 Hektar, verteilt an 26 Pächter sind nicht die Welt“, erklärte er. Das seien ausnahmslos Meisterbetriebe, deren Inhaber hinsichtlich des Einsatzes von Pestiziden entsprechende Lehrgänge gemacht hätten. Es helfe den Insekten mehr, wenn man statt dessen mehr Blühstreifen anlege. Das sei kein CDU-Antrag, sondern sein persönlicher Wunsch, betonte Schlemermeyer.

Während Schlemermeyer sich weichere Regelungen wünschte waren sie den Grünen zu weich. „Der Verwaltungsvorschlag ist jetzt schon ein Kompromiss in die falsche Richtung“, kritisierte Grünen-Fraktionschef Peter Schmithüsen. Seine Partei forderte in einem Änderungsantrag deshalb, den städtischen Töchter sowie den Bürgern den Einsatz von Pestiziden grundsätzlich zu verbieten.

Die Ratsmitglieder lehnten beide Änderungsanträge ab und beschlossen die Umsetzung der „Pestizidfreien Kommune“ so, wie sie Fach- und Verwaltungsausschuss empfohlen hatten.

Initiiert hatte die Nienburger BUND-Kreisgruppe diesen Schritt. Die Umweltschützer stellten im vergangenen Jahr einen entsprechenden Antrag.

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