Festgottesdienst in Wechold

„De Piepenköppe“: Von wegen Blockflöten sind was für Pfeifen

„De Piepenköppe“ gestalten einen Gottesdienst mit anschließendem Empfang im Gemeindehaus Wechold: (stehend, von links) Heide Wirtz-Naujoks, Birthe Rengstorf, Lara Görtmüller, Tina Görtmüller, Gaby Baum, Arnhild Meinke, Rebecca Krapp, Karen Lütjemeyer und Ulrike Kokott sowie (sitzend, von links) Annette Krebs, Janice Pfeiffer, Heike Pfleger und Katja Pfeiffer.

Wechold - Von Vivian Krause. Ihre Finger bewegen sich flink über das Holz der Blockflöte. Die Füße wippen zum Takt. Zu den tiefen Tönen des Bass und Tenor gesellt sich der helle Klang der Sopran-Flöten. Ein falscher Ton, eine Hand hebt sich, und es herrscht Stille. Dann Getuschel, das Anzählen „eins, zwei, drei, vier“ – und das Stück beginnt von vorne.

Alle zwei Wochen treffen sich „De Piepenköppe“ zum Übungsabend im Gemeindehaus in Wechold – und das seit zehn Jahren. Wer noch eine alte Flöte zu Hause hat und Lust, dieser neues Leben einzuhauchen, kann das unter Gleichgesinnten tun. Mit diesem Aufruf auf einem Plakat startete das Flöten-Projekt 2007, erzählt Gaby Baum. Schnell hatten sich fünf Hobby-Flötistinnen gefunden.

Bei den „Piepenköppen“ erklingen Sopran-, Alt-, Tenor- und Bassblockflöten, wobei es bei Letzterer an Nachwuchs fehlt. „Ich darf einfach nie krank werden“, sagt die einzig erfahrene Frau hinter dem Bass, Tina Görtmüller, und lacht. Doch damit es möglichst nie zu einem Bass-Engpass kommt, lernt ihre Tochter Lara das Instrument. Das unterscheidet sich nicht nur in der Größe, sondern auch in den Griffen von den kleineren Exemplaren. Außerdem klingt die Bassflöte deutlich aus dem Blockflötenorchester heraus.

Lara Görtmüller (14) ist der jüngste „Piepenkopp“. Sie lernte das Spielen des Instruments in der Grundschule. Jetzt sitzt sie vor dem Notenständer und mit der Blockflöte in der Hand im Gemeindehaus in Wechold. Sie und Janice Pfeiffer „sind hier auch durch ihre Mütter reingewachsen“, erklärt Gaby Baum.

Von der Jüngsten zur Ältesten im Bunde: Das ist Annette Krebs (59). Sie zählt neben Gaby Baum, Birthe Rengstorf und Karen Lütjemeyer zu den Ursprungsmitgliedern der „Piepenköppe“. Dass die Truppe noch immer zum größten Teil aus den Anfangsjahren stammt, zeige den Zusammenhalt und die Harmonie untereinander. „Wir sind eine sehr konstante Gruppe“, sagt Gaby Baum. „Und unsere Youngsters passen einfach dazu. Wir sind eine schöne Gemeinschaft.“

Vor zehn Jahren noch gab es ein kleines Gastspiel zu Weihnachten in der Kirche, jetzt sind die 13 Flötistinnen nicht nur zu Ostern oder Weihnachten fester Bestandteil in Gottesdiensten, sondern spielen auch mal auf Konfirmationen, Hochzeiten oder Geburtstagen.

Botschaft im Klingelbeutel

Wir bekommen positive Resonanz von außen, erklären die „Piepenköppe“. Neben Lob nach einem Gottendienst gab es auch schon einmal Applaus oder einen Zettel im Klingelbeutel. „Danke, das war schön“, schrieb ein Zuhörer. Eine tolle Geste für die Frauen. Denn das Instrument hat für viele einen faden Beigeschmack, bedauert die Truppe. Der naheliegenste Grund für das eingestaubte Image: In der Grundschule gehört der Blockflöten-Unterricht dazu wie das Rechnen oder Schreiben und wird nach dem Verlassen der Schule aus dem Kopf gestrichen.

Die Suche nach einem männlichen Mitstreiter sei kein Thema. Für Jungs ist es peinlich, auch nach den Pflichtstunden in der Grundschule noch die Blockflöte in die Hand zu nehmen, vermuten die Frauen. „Da müsste er schon ein riesen Selbstbewusstsein haben“, sagt Arnhild Meinke.

In der Titelauswahl sind „De Piepenköppe“ flexibel. Neben Liedern für den Gottendienst gehören Tango-Stücke oder mittelalterliche Lieder zu ihrem Repertoire. Ihr Vorbild sei die deutschlandweit bekannte Band „Wildes Holz“ aus Nordrhein-Westfalen. Gemeinsam besuchten sie ein Konzert der drei Männer, die mit Blockflöte, Konzertgitarre und Kontrabass auf der Bühne stehen. „Da wundert man sich, was aus einer Flöte für Töne kommen können“, sagt Gaby Baum und erntet zustimmendes Nicken in der Runde.

Bei den Proben gibt es zwar hier mal einen falschen Ton und dort ein fehlendes Wiederholungszeichen im Notenheft, aber was soll’s – „wir wollen alle keine Profi-Flötistinnen werden“, erklärt Gaby Baum und lacht.

Am Sonntag, 26. Februar, um 10.45 Uhr werden „De Piepenköppe“ einen Gottesdienst zum zehnjährigen Bestehen gestalten. Danach soll es einen Empfang im Gemeindehaus geben.

Quelle: kreiszeitung.de

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