„… Fröhlich sein und fürchten – Kindheit und Glaube“

Von Playmobil bis Gebetsbuch: neue Ausstellung im Heimatmuseum Hoya

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Die Hoyaerin Ilse Thoss (links) übergibt Museumsleiterin Ulrike Taenzer ihr Taufkleid als Leihgabe.

Hoya - Von Jana Wohlers. Ob historisches Taufgeschirr, eine Martin-Luther-Playmobilfigur oder das Stoßgebet an den eigenen Schutzengel, wenn eine brenzlige Situation gerade noch einen guten Ausgang gefunden hat: Glaube und religiöse Ausdrücke sind häufig Teil des menschlichen Lebens und des Alltags – und nicht selten völlig unbewusst. Insbesondere Kindheit und Jugend sind seit der Reformation tief religiös geprägt. Passend zum Reformationsjubiläum eröffnet im Heimatmuseum Hoya am Sonntag die Ausstellung „… Fröhlich sein und fürchten – Kindheit und Glaube“.

Tatsächlich war der Mini-Luther von Playmobil die Initialzündung zum Ausstellungsthema. Museumsleiterin Ulrike Taenzer ging zusammen mit ihrer Vorgängerin Elfriede Hornecker auf Ideenfindung. „Der spielerische, kindliche Ansatz der Ausstellung fordert die Auseinandersetzung mit dem Thema, denn die meisten haben Erinnerungen aus jungen Jahren an Glaube und Religion“, sagt Taenzer. „Das Themenspektrum ist so gefasst, dass es möglichst viele abholt – egal, wo sie mit ihrem Glauben gerade stehen.“

Wo befinden sich religiöse Bezüge in Alltagsritualen?

Wie prägten und prägen Institutionen die Kindheit? Wie gehen Erwachsene mit dem Thema um? Wo finden sich religiöse Bezüge in Erinnerungen, wo in Alltagsritualen? Die neue Ausstellung beinhaltet einen generellen Überschlag des Themas und ist doch von einem großen regionalen Schwerpunkt geprägt: Welche Spuren des Glaubens in der Kindheit finden sich in der Grafenstadt und der Region?

Das Ausstellungsspektrum ist ein Spiegelbild des typischen religiösen Wegs junger Menschen. Von historischen Tauf- und Konfirmationskleidern aus vergangenen Jahrhunderten über Konfirmationsbilder und -urkunden bis hin zu religiös geprägten Spielgegenständen ist alles dabei. Die Schau ist eine Reise in die Vergangenheit, die zum Denken anregt – über den eigenen Glauben, die eigene religiöse Vergangenheit.

Die religiöse Erziehung durch Institutionen wird ebenso aufgegriffen wie das Erleben von Religion im Elternhaus, beispielsweise in Form von Tischgebeten.

Martin Luther hat sich auf der Wartburg verschanzt, Christoph Nickel kann sich hinter seiner Wartburg verschanzen, die er selbst aus zahlreichen Playmobil-Bausätzen zusammengestellt hat und nun im Heimatmuseum zeigt.

Regionale Bezüge gibt es unter anderem in Gegenständen der in Hoya aufgewachsenen Schauspielerin Rosel Zech (1940-2011) zu sehen: Von ihr liegen eine Konfirmationsurkunde und das Taufgeschirr aus.

„Uns wurden freundlicherweise zahlreiche Leihgaben für die Ausstellung zur Verfügung gestellt“, freut sich Ulrike Taenzer. So brachte die Hoyaerin Ilse Thoss ein Taufkleid. Es ist ein Erbstück ihrer Familie: Jungen und Mädchen, auch Ilse Thoss selbst, wurden darin getauft. Unter das weiße Oberkleid zog man je nach Geschlecht ein hellblaues oder ein rosanes Unterkleid.

Museumsfreund Christoph Nickel beteiligt sich mit einem Projekt der besonderen Art an der Ausstellung: Er baute symbolisch zum Thema Glaube, Spiel und Reformation eine mannshohe Wartburg aus Playmobilteilen.

Bei der Ausstellungseröffnung gibt Ulrike Taenzer am Sonntag um 15 Uhr eine thematische Einführung in das Thema der Schau. Die Ausstellung ist nach Vereinbarung zu sehen und zu den Öffnungszeiten des Heimatmuseums Hoya, jeden Sonntag von 15 bis 18 Uhr.

Quelle: kreiszeitung.de

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