Politik beschließt Konzept zur Pflege des Weserwalls in Nienburg

„Roter Faden“ für freien Blick auf die Weser

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Jahreszeitlich freier Durchblick: Noch stehen Sträucher, Büsche und Bäume einer Panorama-Aussicht auf die Weser nicht im Wege.

NIENBURG - von Leif Rullhusen. Bisher hat Nienburgs Baumpfleger Lutz Scheele die Vegetation entlang des Weserwalls in der Kreisstadt einfach nur gestutzt, wenn sie sich zu sehr ausbreitete und den Blick auf den Fluss versperrte. Damit ist bald Schluss:

Zukünftig wird die Aussicht – speziell von den diversen Sitzgelegenheiten aus – mit Hilfe eines Pflegekonzeptes, eines „roten Fadens“ gewährleistet. Dafür stimmten die Mitglieder des Nienburger Stadtentwicklungsausschusses am Donnerstagabend. Die hatten sich nämlich ein solches Konzept von der Stadtverwaltung gewünscht. Jan-Bernd Beecken vom Sachgebiet Stadtplanung und Umwelt erarbeitete daraufhin eines und stellte es im Ausschuss vor. Ein wohl ziemlich aufwendiges Unterfangen zur Eindämmung des pflanzliches Wildwuchses. Um die Pflegemaßnahmen zwischen der Brückenstraße im Norden und dem Weserschlößchen im Süden zu strukturieren, hat der Verwaltungsfachmann den Weserwall nämlich in acht Abschnitte untergliedert und sämtliche Aussichtspunkte, Parkbänke, Bäume sowie Sträucher kartografiert und einer Bewertung unterzogen. Zu den Maßnahmen, die den freien Blick auf die Weser langfristig gewährleisten sollen, schlägt Beecken unter anderem vor, diverse Bäume zu entfernen und Sträucher zurückzuschneiden. Zudem sollen einige Wiesenbereiche regelmäßig gemäht werden. „Durch diese konsequenten Maßnahmen soll das Erscheinungsbild der Stadt am Fluss erhalten bleiben“, erklärte Beecken den Ausschussmitgliedern. Die waren von der konsequenten Umsetzung der Idee allerdings nicht vorbehaltlos überzeugt. Klaus Hellmund vom BUND kritisierte vor allem die Pläne, einige Uferbereiche zu mähen. Gerade das hohe Gras sei ein Eldorado für Kleinsäuger, Vögel und Insekten. Lothar Gerner (NABU) befürchtet „ein stilistisch einheitliches Erscheinungsbild mit ein paar Büschen dazwischen“. Auch Hedda Freese (Grüne) hält ein naturbelassenes Erscheinungsbild für interessanter. SPD-Fraktionschefin Anja Altmann gab zu Bedenken, dass man neben den ökologischen auch die ökonomischen Gesichtspunkte – also die Bedeutung des Tourismus – berücksichtigen müsse. Den salomonischen Vorschlag von Heiner Werner (FDP), Beecken solle sich vor der Umsetzung seiner Pläne doch mit NABU und BUND abstimmen, konnten sich die Politiker anfreunden. Mit zwei Enthaltungen nahmen sie den Beschlussvorschlag über die Einführung des Pflegekonzeptes an. Das kostet – bis auf den nicht unerheblichen Verwaltungsaufwand – übrigens nichts. Denn den Rückschnitt wird wie bisher Baumpfleger Lutz Scheele durchführen. Dann aber „mit rotem Faden“ und Pflegekonzept.

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