Besonders viele Wildunfälle und Unfallfluchten

Unfallstatistik mit Licht und Schatten

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Der wohl kurioseste Unfall, der in der aktuellen Verkehrsunfallstatistik auftauch, ereignete sich im vergangenen Juli auf der B6.

Landkreis Nienburg - von Leif Rullhusen. Licht und Schatten auf den Straßen im Landkreis: Die am Freitag von der Polizei veröffentlichte Verkehrsunfallstatistik für Nienburg zeigt einige positive, aber auch negative Entwicklungen.

3049 Mal krachte es im vergangenen Jahr im Landkreis Nienburg. Damit stieg die Zahl der Verkehrsunfälle zum dritten Mal in Folge erneut leicht an und erreichte ein Zehn-Jahres-Hoch. Trotzdem nahmen die Unfälle mit schweren Personenschäden deutlich ab. 79 Menschen zogen sich 2018 schwere Verletzungen bei Unfällen zu, acht ließen ihr Leben. Zudem gab es deutlich weniger Motorradunfälle mit entsprechend weniger Verletzten im Landkreis – trotz der wetterbedingt sehr langen und intensiven Motorradsaison. „Trotzdem ist jeder Unfalltote und -verletzte genau einer zu viel“, macht Nienburgs Polizeichef Frank Kreykenbohm klar. Durchschnittlich acht Mal am Tag zu einem Verkehrsunfall gerufen zu werden, sei eindeutig zu viel. „Sowohl für uns als Polizei, aber auch für die Gesellschaft insgesamt.“

Auf einem konstant hohen Niveau sind die Wildunfälle im Landkreis Nienburg. 1008 Fälle registrierte die Polizei im vergangenen Jahr. Das sind etwas weniger als im unfallträchtigsten Jahr 2017. Der Trend der vergangenen zehn Jahre zeigt aber eine kontinuierliche Zunahme. Jeder dritte Unfall im Landkreis Nienburg ist auf eine Kollision mit einem Wildtier zurückzuführen. Wildunfälle sind damit die häufigste Ursache.

Auf vorsätzlichem Verhalten beruhen die Zahlen der Unfallfluchten. Daher stimmt es besonders bedenklich, dass auch ihr Trend in der zurückliegenden Dekade stetig nach oben weist. „Die unverändert hohe Zahl der Verkehrsunfallfluchten kann man nur als Ausdruck einer schwindenden Verkehrsmoral und eines fehlenden Verantwortungsbewusstseins werten“, ärgert sich Nienburgs Polizeichef. Erst in der zurückliegenden Woche gab es in Stolzenau eine extrem rücksichtslose Unfallflucht. Eine Frau hatte mit ihrem Auto ein Kind auf einem Fahrrad angefahren. Das Kind stürzte, die Frau hielt an, sammelte ein abgerissenes Kennzeichen ihres Opels ein und flüchtete. Positiv in diesem Zusammenhang ist die hohe Aufklärungsquote der Polizei. Nahezu die Hälfte aller Unfallflüchtigen erwischen die Ordnungshüter.

Einen hohen Stellenwert nimmt bei der Nienburger Polizei die Unfallprävention ein. Zahlreiche Veranstaltungen führten die Ordnungshüter diesbezüglich im zurückliegenden Jahr mit verschiedenen Netzwerkpartnern durch. Die Angebote richteten sich speziell an die verschiedenen Altersgruppen. Sie reichten von Schulwegtrainings für Kinder über „Fit im Auto“ speziell für ältere Menschen bis zu Aktionen für die Risikogruppe der jungen Autofahrer. „Vor dem Hintergrund nahezu unverändert hoher Unfallzahlen werden wir in unseren Bemühungen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit keinesfalls nachlassen“, verspricht Kreykenbohm. Die Polizei werde auf einen ausgewogenen Mix an Verkehrsüberwachungsmaßnahmen und Präventionen setzen.

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