Polizeiroboter MF4 entschärfte in seiner Dienstzeit erfolgreich Bomben

WALL·E’s Zwillingsbruder zieht ins Nienburger Polizeimuseum ein

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Die beiden LKA-Entschärfer Michael Hildebrandt und Enrico Landau bugsieren den Fernlenkmanipulator an seinen Standort.

Nienburg - Von Leif Rullhusen. Er sieht fast aus, wie der Zwillingsbruder des Roboters WALL·E aus dem Pixar-Streifen „WALL·E – Der Letzte räumt die Erde auf“. Sein Job ist vielleicht  noch undankbarer, als der seines berühmten Leinwandbruders.

Auf jeden Fall ist er sehr viel gefährlicher: MF4 hat während seiner aktiven Laufbahn nämlich so manche Bombe entschärft.

Seit 17 Jahren ist der betagte Polizeiroboter – offiziell heißt er Fernlenkmanipulator – im Ruhestand. Am Donnerstag zog er ins Nienburger Polizeimuseum ein. Das Kriminaltechnische Institut des Landeskriminalamtes (LKA) Niedersachsen vermachte dem Museum das 300 Kilo schwere, ferngesteuerte Kettenfahrzeug, das zum Entschärfen von Bomben und Brandsätzen eingesetzt wurde. „Von seiner Historie passt es hervorragend in unsere Ausstellung. Es schließt eine Lücke in unserer Sammlung“, freute sich Dieter Buskohl, Direktor der Polizeiakademie, bei der Übergabe über das vorweihnachtliche Geschenk.

Sie waren 29 Jahre lang ein eingespieltes Team: Michael Hildebrandt und MF4.

Begonnen hatte die Karriere von MF4 vor 30 Jahren. Von 1987 bis zur Jahrtausendwende war er im Einsatz. Mit seiner 3D- und Röntgenkamera, einer Vereisungsanlage sowie Fernsteuerung ermöglichte er den LKA-Entschärfern millimetergenaue Arbeit aus sicherer Entfernung. Die Steuerung lief über ein 100 Meter langes Kabel. Einmal entschärfte er sogar eine IRA-Bombe.

Über fast die gesamte Dienstzeit war Entschärfer Michael Hildebrandt an seiner Seite. Selbstverständlich begleitete der LKA-Beamte MF4 auch auf seiner letzten Dienstreise ins Polizeimuseum. „Er hat zwar viel mitgemacht, aber nie bei einer Entschärfung Schaden genommen. Für mich ist er in unserer gemeinsamen Zeit weitaus mehr als nur eine Maschine gewesen“, erinnert sich Hildebrandt. „Nun steht unser letzter gemeinsamer Gang bevor. Das ist eine Situation, die mich emotional sehr bewegt.“

Offizielle Schlüsselübergabe.

Schmunzelnd hob er von den zahlreichen Einsätzen eine witzige Randbegebenheit hervor: „MF4 hatte gerade einen verdächtigen Behälter erfolgreich geröntgt, als uns eine Gruppe Jugendlicher über den Weg lief. Die machten sich über uns lustig, weil wir noch Geräte benutzten, die mit einem Kabel ferngesteuert werden“, erzählt er. „Die wussten eben nicht, bei was für einem gefährlichen Job uns der Roboter hilft.“ Die Nachfolger von ihm sind übrigens funkferngesteuert. Das neue Ausstellungsstück ist ab sofort im Polizeimuseum zu sehen. Die erste Möglichkeit besteht direkt nach den Weihnachtsfeiertagen am 27. und 28. Dezember jeweils von 10 bis 17 Uhr.

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