Letzte Folge: "Bis bald Nienburg"

Praktikantin Leila Endruweit fliegt zurück nach Brasilien

Das Blickpunkt-Team hat Leila mit Blumen und Souvenirs von Nienburg verabschiedet.

Nienburg - Von Leila Endruweit Es gibt ein berühmtes Lied in Brasilien, das sagt: „Ich habe nicht gelernt, auf Wiedersehen zu sagen, aber ich muss akzeptieren.“ Nach zwei Monaten ist es Zeit, mich zu verabschieden. Ich fliege zurück nach Brasilien. In dieser Zeit in Nienburg habe ich versucht, mich so viel wie möglich in das Leben der Gemeinschaft zu integrieren.

Ich habe mich daran gewöhnt, sonntags nicht auf den Markt zu gehen und mittwochs den Wochenmarkt zu besuchen. Ich ging zum Hafenfest und zum Altstadtfest, trank einige Kaffees in der Lange Straße, hielt mehrmals an, um die Enten im Park zu beobachten und ich war aufgeregt, Eichhörnchen zu sehen. 

Ich fuhr viel Rad, besuchte das Rathaus und das Polizeimuseum, ging auf die Bärenspur-Tour und genoss die Sonne an der Weser – und auch den Regen. Ich gewöhnte mich daran, am selben Tag Sonne und Regen zu haben und las viele über die Geschichte der Stadt. Ich habe auch einige Brasilianer getroffen und festgestellt, wie sie es mögen, hier im Landkreis zu leben.

Während meinem zweiten Besuch in Nienburg habe ich besser diese unglaubliche Stadt kennengelernt, die Jahrhunderte durchlebt hat und heutzutage nach Modernisierung sucht, ohne ihre Wurzeln zu verlassen. Ich traf hier ein sehr freundliches und hilfsbereites Volk.

Während ihres Besuchs in Nienburg hat Leila Endruweit die Stadt gut kennengelernt.

An der VHS habe ich Deutsch gelernt und hatte Kollegen aus Somalia, Madagaskar, Polen, England, Venezuela, Italien, Russland, Spanien, Iran und unter anderem der Elfenbeinküste. Jeder spricht Deutsch mit seinem Akzent, jeder bewahrt seine Traditionen, aber alle bemühen sich, sich dem neuen Leben in dem Landkreis Nienburg anzupassen. 

Ich denke, dass der heutige Landkreis Nienburg sehr ähnlich wie Ijuí vor ein paar Jahren ist, als Einwanderer aus 19 Ländern dort ankamen. Jetzt kommen verschiedene Völker nach Nienburg und die Stadt wird immer multikultureller.

Leila war zwei Monate in Nienburg.

Fast zwei Monate lang habe ich beim Blickpunkt meine Eindrücke über die Stadt Nienburg geschrieben. Heute, in meinem letzten Text, möchte ich danken. Danke an alle, die sich bemüht haben, mein nicht sehr gutes Deutsch zu verstehen, mir Informationen über die Stadt gegeben und mich willkommen zu heißen. Danke an die Zeitung Blickpunkt, die zusammen mit Deula Nienburg und Deula Brasilien dieses Praktikum ermöglicht hat.

Danke an meine Kollegen in der Zeitung für Geduld, Ermutigung und Lehrzeit – auch dafür, mir Antworten auf meine Fragen zu geben und meine Texte zu korrigieren. Danke an das Deula-Team, das mich zu Hause fühlen ließ, obwohl ich auf der anderen Seite des Ozeans war. Und vielen Dank auch an die Leser vom Blickpunk, die mich in dieser unglaublichen Erfahrung begleitet haben. Ich werde alles vermissen – außer Fahrradfahren im Regen.

Ich habe im Deutschkurs in Brasilien gelernt, dass Heimat ist, wo unser Herz ist. Ich kehre nach Brasilien zurück, aber lasse ein Stück von mir hier. Bis bald Nienburg.

Praktikantin aus Brasilien

Leila Endruweit ist eine brasilianische Journalistin, die durch eine Kooperation mit der Deula beim Blickpunkt ein zweimonatiges Praktikum absolviert. Während dieser Zeit erkundet sie Nienburg und die Region. Über ihre Entdeckungen und Unterschiede zu ihrer Heimat schreibt sie in dieser Kolumne.

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